Newsticker
Laschet übernimmt volle Verantwortung für Debakel bei Bundestagswahl
  1. Startseite
  2. Touren
  3. Wandertouren
  4. Wandern bei Eglofs im Allgäu: Diesseits und jenseits der Argen

<p> </p>

Wandern bei Eglofs im Allgäu: Diesseits und jenseits der Argen

Wandern durch die Argen: Start- und Zielpunkt der Wanderung ist Eglofs im Allgäu.
7 Bilder
Wandern durch die Argen: Start- und Zielpunkt der Wanderung ist Eglofs im Allgäu.
Foto: Ingrid Grohe

Wer „heanat und deanat“ am Grenzfluss unterwegs ist, findet beim Wandern in Bayern und Württemberg herrliche Orte. Die Wanderung führt durch die Argen.

Märchenhaft sieht dieses Schloss aus, eingebettet im schützenden Wald, mit runden Türmen, hohen Mauern, Zinnen und gepflegtem Park. Zu besichtigen ist Schloss Syrgenstein oberhalb des Argentals nicht, doch schon von außen regt es die Fantasie an, lässt Bilder entstehen von herrschaftlichem Leben an wunderschönem Ort. Bei unserer vierstündigen Wanderung streifen wir noch viele traumhafte Plätze. Nicht nur adelige Familien haben sich herrliche Flecken ausgesucht. Auch mancher Bauer thront über dem Land, seine Felder zu Füßen, die Berge vor Augen.

Foto: Ingrid Grohe

Wandertour durch die Argen über Landesgrenzen hinweg

Zwischen Bayern und Württemberg führt unser Weg, mehrmals queren wir die Argen, die auch als Landesgrenze dient. Dieser Landstrich protzt nicht mit spektakulären Perspektiven, er verwöhnt mit Naturgenuss. Und dabei muss der Wanderer nicht darben. Schon wegen der Gasthöfe am Weg sollte er genügend Zeit einplanen. Jede dieser Wirtschaften hat Charakter, profiliert sich auf ganz eigene Art: Der „Löwen“ in Eglofs mit gepflegter Küche, die ihre Zutaten aus der Region, das Fleisch vom eigenen Hof bezieht; die „Rose“ gegenüber mit einer reichhaltigen, regionalen Speisekarte und Panoramaterrasse, der „Adler“ in Harratried mit hausgemachten Kuchen einer nimmermüden Wirtin, die rustikale Badwirtschaft Malleichen mit stärkender Brotzeit im idyllischen Biergarten.

Beim Wandern die Natur genießen

Neben dem Gaumen verwöhnt diese Wanderung die anderen Sinne. Wohlklingende Kammermusik erfüllt Wiesen, Weiden und Weiher, erzeugt von Grillen, Kuhglocken und Fröschen. Der Nase schmeichelt die ganze Palette landwirtschaftlicher Düfte: blühende Sträucher, frisch geschnittenes Gras, trocknendes Heu bis hin zu unter Rinderhufen zertrampelter Erde. Und die Augen des Wanderers können sich kaum sattsehen an der Schönheit dieser Landschaft. Das Allgäuer Voralpenland bezieht seinen Reiz aus dem Wechsel zwischen kleinräumig und weiten Blickwinkeln. Auf Waldwegen entlang der Hangkante des Argentals bei Syrgenstein erfassen die Augen immer wieder das gegenüber thronende Eglofs. Nach dem Wald tut sich eine toskanaartige Landschaft auf mit dem Weiler Harratried zwischen geschwungenen Wiesenkuppen. An den besten Aussichtspunkten lagern wiederkäuende Kühe. Wer möchte hier nicht Rindvieh sein!

Nach sanften, nie sehr langen Anstiegen überrascht immer wieder ein gigantischer Blick über das Westallgäu bis hin zur ersten Alpenkette. Die auf den Feldern arbeitenden Landwirte erinnern in dieser Postkartenidylle daran, dass die Schönheit des Allgäus auch menschengemacht ist. Denn dank der fleißigen Bauern überzieht zwischen dem plätschernden Wildbach Argen und dem weitläufigen Osterwald ein belebtes Muster aus allerlei Grüntönen die Hügel, die eiszeitliche Gletscher hinterlassen haben. Aufmerksamkeit verdienen all die kleinen Dinge am Wegesrand, die diese Gegend so liebenswert machen: ein geschnitztes Wegschild, ein duftender Bauerngarten, ein bunter Gockel mit seinem freilaufenden Harem, ein Engelein am Brunnen, eine alte Fendt-Zugmaschine.

Eglofs im Allgäu lohnt sich für eine Wanderung

Start- und Endpunkt der Runde ist einer der schönsten Dorfplätze des Allgäus. Eglofs hat sogar eine Goldmedaille bei „Unser Dorf soll schöner werden“ gewonnen. Vor langer Zeit war der stolze Ort Gerichtssitz – was heimatliebende Allgäuer jedes Jahr einmal aufgreifen. Dann verhandelt ein Gericht die Versäumnisse der lokalen Politik. Wobei die schlimmsten Strafen demjenigen drohen, der nicht einsehen will, dass die Allgäuer „heanad und deanad“ der Argen, also in Bayern und Württemberg leben.