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Wandern bei Landsberg und Buchloe: Rund um den Stoffersberg

Wandern bei Landsberg und Buchloe ist eine Parade der Prachtbauten, auf der Wanderung um den Stoffersberg kommt der Wanderer an Schloss Igling und Schloss Rudolfshausen vorbei.
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Wandern bei Landsberg und Buchloe ist eine Parade der Prachtbauten, auf der Wanderung um den Stoffersberg kommt der Wanderer an Schloss Igling und Schloss Rudolfshausen vorbei.
Foto: Thomas Wunder

Die 686 Meter hohe Erhebung westlich von Landsberg bietet beim Wandern mehr als Wald und Wege. Auf der Wanderung zum Stoffersberg bewegen Sie sich auf den Spuren der Eiszeit.

Er ist die wohl markanteste Erhebung im Landkreis Landsberg. Im Osten von Holzhausen bei Buchloe erhebt sich der Stoffersberg 85 Meter über den Talboden. Er ragt inmitten alter Schotter der Eiszeit als einsam stehende Kuppe auf. Um die 686 Meter hohe Erhebung ranken sich viele wahre und unwahre Geschichten. Bei einer Wanderung rund um den Stoffersberg stößt man auf Relikte früherer Zeiten, aber auch auf Rüstungsbauten der Nationalsozialisten.

Wandertour bei Landsberg: Der Stoffersberg war eine Burg

Der Burgstall Stoffersberg ist eine abgegangene Höhenburg am Gipfel des Oberen Riedberges, den viele Bewohner noch heute Stoffersberg nennen. Vermutlich wurde die Burg im 12. Jahrhundert erbaut, wobei Turmfragmente eines spätrömischen Wach- oder Signalturms verbaut wurden. Der Name Stoffersberg weist auf die „Edlen“ von Staufen hin, die Vögte der Welfen von Wessobrunn waren. Im Spätmittelalter wurden Reste der Burganlage in Bauwerke der Umgebung, vermutlich auch in Kellerfragmenten von Schloss Igling integriert.

Sie wandern in Holzhausen bei Buchloe los

Start unserer Wanderung ist das Dorf Holzhausen. Der Ortsname weist auf eine Rodungssiedlung hin. Heute liegt es am Waldrand. Die Felder unterhalb des Stoffersbergs bewirtschaftet unter anderem Regens Wagner Holzhausen, eine Förderstätte für Menschen mit Behinderung, die im Jahr 1904 in Holzhausen gegründet wurde. Schon bald taucht der Wanderer aber in den Wald ein. Dabei kann er mehrere Varianten gehen, einen Abstecher zur leise dahin fließenden Singold machen oder direkt in Richtung Schloss Igling gehen. Dort befinden sich die Anlagen eines Golfclubs.

Der Ursprung des Schlosses liegt auf dem Stoffersberg. Als die dortige Burg um 1215 zerstört wurde, errichtete man weiter nördlich das heutige Schloss Igling, das seit 1866 im Besitz der Familie von Maldeghem ist. Wer die einzigartige Atmosphäre des Schlosses genießen möchte, kann ein Zimmer oder Appartement für zwei bis vier Personen buchen und sich in den Schlossstuben verwöhnen lassen.

Nach einer Rast in den Schlossstuben geht es weiter Richtung Süden. Nach einem leichten Anstieg lohnt ein Abstecher auf einen Waldweg Richtung Westen. Mitten im Wald taucht ein rundes Betonbauwerk auf. Es sind die Reste einer Rüstungsanlage der Nationalsozialisten. Die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft wollte dort hoch konzentrierte Salpetersäure produzieren. Doch Ende 1940 wurde das Vorhaben eingestellt, weil in den besetzten Gebieten bereits vorhandene Werke zur Verfügung standen.

Weiter geht die Wanderung zum Oberen Riedberg

Kehrt man zurück auf den Hauptweg, geht es in eine Senke und dann hinauf zum Oberen Riedberg. Dort steht heute eine Sendeanlage, die weithin sichtbar ist. Wer sich die Mühe und sich auf die Suche nach Hinweisen auf eine Burg machen will, muss hinter dem Sendemast einen Hügel hinaufsteigen. Dort oben deuten sich noch heute die künstlich angelegten Wälle, Doppelgräben und der langegestreckte Bergrücken an. Mehr allerdings nicht, denn im Spätmittelalter wurde das noch brauchbare Baumaterial in Bauwerke der näheren Umgebung integriert. Wohl auch Tuffstein in den Keller des Schlosses.

Etliche Sagen ranken sich um den Stoffersberg – etwa von drei wohltätigen Jungfrauen, den Tempelrittern, die auf der Burg gehaust haben sollen, oder einem schwarzen Hund mit feurigen Augen. Über Wahrheit und Unwahrheit lässt sich gut bei einem Bier im Biergarten in Holzhausen ratschen. Ein Besuch des Gasthauses, das mit selbst gebrautem Bier und frischer, saisonaler Küche wirbt, bildet den Abschluss unserer Wanderung um den Stoffersberg.