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Wandern bei Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell: Zither-Maxl auf der Pirsch

Wanderung bei Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell: Heute ist das Kühbacher Schloss im Privatbesitz der Familie Beck-Peccoz. Wandern Sie dort vorbei.
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Wanderung bei Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell: Heute ist das Kühbacher Schloss im Privatbesitz der Familie Beck-Peccoz. Wandern Sie dort vorbei.
Foto: Gerlinde Drexler

Sie wandern durch herrschaftliches Gebiet: Herzog Max in Bayern, Vater von Kaiserin Sisi, besaß um Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell ein ausgedehntes Jagdrevier und Schlösser. Die Wanderung führt durch diese Orte.

Nur ein Katzensprung war es für Herzog Max in Bayern von seinem Wasserschloss bis zur Schlosswirtschaft in Unterwittelsbach. Dort mischte er sich gerne unters Volk und schlug die Zither an. Angeblich soll ihn ja dabei auch öfter seine Tochter Elisabeth – genannt Sisi – spätere Kaiserin von Österreich und Ungarn – begleitet haben. Das Schloss ist heute im Besitz der Stadt Aichach. Die Spuren der Wittelsbacher sind bei einer Wanderung rund um die Stadt an der Paar und Kühbach lebendig. Unter dem Namen Sisi-Schloss ist das Wasserschloss der Wittelsbacher heute besser bekannt.

Die Wandertour führt durch Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell

Die Tochter von Herzog Max soll sich hier aufgehalten und im Park Reitübungen gemacht haben – heißt es zumindest. Denn historisch verbürgt ist das nicht. Doch der Mythos lebt: Rund um Sisi drehen sich die Sonderausstellungen, die jedes Jahr zu einem anderen Thema im Schloss stattfinden. Die Kapelle daneben hat Herzog Max im neugotischen Stil mit einem orientalischen Altar einrichten lassen. Die Idee für diesen außergewöhnlichen Altar brachte er von einer Orientreise mit.

Der Herzog, im Volk auch als Zither-Maxl bekannt, weil er das Instrument leidenschaftlich gern spielte, besaß um Unterwittelsbach, Kühbach und Rapperzell ein ausgedehntes Jagdrevier – seine zweite Lieblingsbeschäftigung. Vermutlich kam er damals auch bei Wöresbach vorbei. Bis Ende des 19. Jahrhunderts standen hier vier Bauernhöfe, die dann wegen der unwirtlichen Verhältnisse aufgegeben wurden. 1967 wurde der letzte Hof abgerissen. Heute erinnert nur noch eine Scheune an die Einöde.

Schloss Rapperzell ist beim Wandern einen Abstecher wert

Von Schloss Rapperzell, das nur wenige Kilometer von Wöresbach entfernt liegt, war Herzog Max Jagdpächter. Die Gebäude des rund 300 Jahre alten Schlosses sind noch original erhalten. Es ist heute in Privatbesitz, am Wochenende können Teile des Gebäudes und der Garten besichtigt werden. Dann hat auch das Café geöffnet. Das Schloss Kühbach, das Herzog Max 1839 kaufte, ist heute in Privatbesitz der Familie von Beck-Peccoz. Die offene Dreiflügelanlage entstand aus dem Benediktinerinnenkloster St. Magnus, dessen Gründungsurkunde aus dem Jahr 1011 stammt. Die bronzenen Steinböcke vor dem Portal zeigen das Wappentier der Freiherren von Beck-Peccoz.

Der Biergarten im Schlossgarten lädt im Sommer zur Einkehr ein. Unmittelbar neben dem Schloss ist die Pfarrkirche St. Magnus. Die ehemalige Klosterkirche der Benediktinerinnen wurde ebenfalls um das Jahr 1000 erbaut. Das massive Untergeschoss des Turmes mit dem Rundbogenfries stammt noch aus romanischer Zeit. Die heutige Barockkirche entstand im 17. Jahrhundert. Das Innere ist geprägt von einer reichen Stuckdekoration. Die Gemälde am Hochaltar und fünf Nebenaltären stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Wanderung zu den Wittelbachern

Ihren Namen haben die Wittelsbacher, die ursprünglich in Scheyern lebten, von ihrer Stammburg in Oberwittelsbach übernommen. Die Burg, die 1209 völlig zerstört wurde, stand dort, wo heute die prachtvolle Burgkirche „Beatae Mariae Virginis“ steht. Der Legende nach wurde die Kirche mit Steinen der zerstörten Burg vergrößert. Relikte des Bergfrieds werden im Turmunterbau der Kirche vermutet. An die Wittelsbacher erinnert das Nationaldenkmal auf dem Burgplatz bei der Kirche. Es hat die Form eines neugotischen Fialtürmchens und wurde 1834 eingeweiht.