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Wandern durch den Holzwinkel: Die Spur des Falken

Wanderung durch den Holzwinkel: Schon als Bub war Martin Menter von Greifvögeln fasziniert. Heute führt der Falkner in seinem Park bei Konzenberg Besuchern die Tiere vor.
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Wanderung durch den Holzwinkel: Schon als Bub war Martin Menter von Greifvögeln fasziniert. Heute führt der Falkner in seinem Park bei Konzenberg Besuchern die Tiere vor.
Foto: Ronald Hinzpeter

Auf einer Wanderung durch den Holzwinkel ist die Faszination der Greifvögel zu beobachten. Bussarde, Rotmilane und Falken können beim Wandern auf der Jagd gesichtet werden.

Kuscheltiere sehen wahrhaftig anders aus. Sie haben keine scharfen Schnäbel und keine spitzen Krallen. „Das sind tödliche Waffen“, sagt Martin Menter. Denen gilt es mit Respekt zu begegnen. Er krault seine Greifvögel trotzdem, streicht ihnen durchs Gefieder und drückt seinen Kopf gegen ihren. Martin Menter ist ein großer Vogelversteher – und das schon seit seiner frühesten Kindheit. Seine Leidenschaft für das majestätische Raubgeflügel hat er später zu seinem Beruf gemacht, ist Falkner geworden und hat vor elf Jahren bei Konzenberg seinen Greifvogelpark eröffnet.

Wandertour durch den Holzwinkel: Hier leben rund 80 Tiere

Diese führt der Falkner nachmittags seinen Gästen vor, die sich dieser Faszination natürlich nicht entziehen können, die von einem Adler, einem Geier oder einem Uhu ausgeht – und seit es Harry Potter gibt, weiß jedes Kind, dass Schnee-Eulen Hedwig heißen und als Zauberer-Postboten einen deutlich höheren Coolnessfaktor besitzen als langweilige Brieftauben. Die taugen einem flinken Greif allenfalls als Nahrung.

Wie die Tiere jagen, lässt sich wunderbar in der freien Wildbahn beobachten: „Man muss nur Ohren und Augen aufmachen. Man kann von der Natur so viel lernen, wenn man nicht nur in den Computer schaut“, sagt Martin Menter. Eine Wanderung durch den Holzwinkel bietet dazu die beste Gelegenheit. Dort schweben vor allem Mäusebussarde, Rotmilane und Falken durch die Luft – natürlich nicht aus Spaß, sondern weil sie jagen.

Beim Wandern lässt der sich Turmfalke bei der Jagd beobachten

Der Turmfalke steht bei der Jagd in der Luft und rüttelt heftig mit den Flügeln. Bei weichherzigen Naturen drängt sich unweigerlich der Gedanke auf, dass nun vermutlich eine Maus dran glauben muss. Andererseits erwischt es in dieser Gegend auch größeres Getier, dem weniger eine tödliche Kralle als vielmehr ein Stückchen Blei den Garaus macht. Davon künden die vielen Jägerstände, die wir auf unserem Weg zwischen Eichenhofen und Hafenhofen sehen.

Hier ist es ruhig und beschaulich. Wenn ein Traktor vorbeituckert, dann könnten Freunde traditionsreicher Landmaschinen schon mal glänzende Augen bekommen, doch hier sind sie wie selbstverständlich noch im Einsatz. Eigentlich sollte einmal ein kleines Museum für das Gerät vergangener Tage in einem Hafenhofer Anwesen entstehen, doch der Sammler starb, bevor er seine Errungenschaften der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Nur noch das holzgeschnitzte Schild mit der Aufschrift „Museum“ kündet davon, was hier einst geplant war.

Schloss Haldenwang ist auf der Wanderung zu erspähen

Leider auch nicht zu besichtigen ist das Schloss Haldenwang, das ziemlich romantisch zwischen den Bäumen hervorleuchtet, denn es befindet sich in Privatbesitz und wird bewohnt. Es soll da mal ein Gespenst … Aber das würde sich dem Wanderer eh nicht zeigen.

Deshalb ist es gut, ein wenig die Beschaulichkeit zu genießen, in den Himmel zu schauen und den Greifvögeln zuzusehen, wenn sie ihre Kreise ziehen. Martin Menter hat schon recht: Man muss nur Ohren und Augen aufmachen.