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Wandern um den Oberrieder Weiher und Oberegger Stausee: Die Klasse des Wassers

Eingetaucht in gleißendes Licht: Der Oberrieder Weiher ist zu jeder Jahreszeit eine Attraktion für eine Wanderung. Zuweilen scheint hier die Zeit beim Wandern still zu stehen.
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Eingetaucht in gleißendes Licht: Der Oberrieder Weiher ist zu jeder Jahreszeit eine Attraktion für eine Wanderung. Zuweilen scheint hier die Zeit beim Wandern still zu stehen.
Foto: Peter Bauer

Auf der Wanderung zwischen Oberrieder Weiher und Oberegger Stausee gibt es Wunderbares zu entdecken: Gleißendes Licht, seltene Wasservögel und Schätze aus Abrisshäusern. Wandern Sie auf Wegen am Wasser.

Mit der Erklärung ist das nicht ganz einfach. „Wir gehören zu Breitenthal“, sagt die Mitarbeiterin dem Anrufer am Telefon. „Aber wir sind ein einsam gelegener Gutshof zwischen Deisenhausen und Ingstetten. Wo stehen Sie denn?“ So oder so ähnlich laufen Telefongespräche öfter ab, wenn Menschen im Antikwerk Gut Glaserhof anrufen. Es sind viele Anrufer, viele Kunden. Denn das, was es im Antikwerk Gut Glaserhof gibt, ist begehrt. Es sind Möbel oder Baumaterialien, vom Jugendstilfenster bis hin zu Landhausdielen aus dem vorigen Jahrhundert. Die Firma Antikwerk mit Marc Pollack an der Spitze kauft sie beispielsweise aus Abrisshäusern auf und restauriert sie.

Auf Gut Glaserhof, einem 1742 erbauten Gutshof, ist vieles davon ausgestellt. Ein bemerkenswerter Kontrast zu den glatten Kanten, den meist grauen Flächen, die Banken, Arztpraxen und sonstige Büro- und Arbeitsräume dominieren. „Viele Jüngere sind auch in solchen Wohnungen aufgewachsen“, sagt Marc Pollack. Wenn sie erwachsen werden, suchen sie etwas anderes für ihr Zuhause. Viele von ihnen kommen zum Glaserhof.

Wandern um den Oberrieder Weiher und Oberegger Stausee

Wer hier Station macht, begegnet bisweilen einem bemerkenswert durchmischten Publikum. Gut gekleidete Paare, die sogar aus dem Raum München oder dem Raum Stuttgart kommen und hier auf der Suche nach dem ganz besonderen Möbelstück sind, geben sich mit Radlern oder Wanderern gewissermaßen die Klinke in die Hand. Der Glaserhof mit seinem Café ist auch bei Radlern und Wanderern eine begehrte Zwischenstation. Denn in den Dörfern Mittelschwabens sind die Dorfgasthäuser selten geworden. Zudem gilt der Roggenburger Wald als eine Art „Niemandsland“ zwischen den Kreisen Günzburg und Neu-Ulm. So kehrt man, wenn man in dieser Gegend wandernd oder radelnd unterwegs ist, gerne im Glaserhof ein.

Wanderung: Beim Wandern die Zeit vergessen

Manchmal beschleicht einen hier das Gefühl, die Zeit hinter sich zu lassen. Das geschieht oft während unserer Wanderung, die um den Oberrieder Weiher und den Oberegger Stausee führt. Der Oberrieder Weiher ist als Badesee in den Sommermonaten ausgesprochen belebt, aber an kühleren Tagen kann es hier auf eine kaum vermutete Weise ruhig sein. Und vor allem dann entfaltet der See seine ganze optische Klasse. Wendepunkt unserer Runde ist der Oberegger Stausee. Seit 1988 sind der Weiher und seine Umgebung Naturschutzgebiet. Viele nennen ihn „Vogelparadies“. Es sind nicht nur die uns geläufigen Stockenten, Höckerschwäne oder auch Graugänse, die hier Station machen. Immer wieder sind auch beispielsweise Reiherenten, Tafelenten, Gänsesäger oder Singschwäne zu sehen. Ein Fernglas sollte man hier auf alle Fälle im Gepäck haben. Das kann auch an Orten nützlich sein, wo wir das zunächst gar nicht vermuten würden. In den von Joseph Dossenberger (1721 bis 1785) gestalteten Kirchen von Deisenhausen und Breitenthal erleben wir bei den Werken von Johann Baptist Enderle (1725 bis 1798), Konrad Huber (1752 bis 1830) oder Johann Baptist Dollenbacher (1815 bis 1866) eine besondere malerische Klasse. Mit dem Fernglas lässt sich manches Detail entdecken – auch der wohltuende Kontrast dieser Malerei zu den grauen Flächen und glatten Kanten der „Designer“-Kultur der Gegenwart.