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Wandern zwischen Dirlewang und Katzbrui: Auf stillen Pfaden

Wanderung zwischen Dirlewang und Katzbrui: Beim Wandern auf Schotterwegen ist festes Schuhwerk gefragt.
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Wanderung zwischen Dirlewang und Katzbrui: Beim Wandern auf Schotterwegen ist festes Schuhwerk gefragt.
Foto: Anika Zidar

Auf der Wanderung zwischen Dirlewang und Katzbrui liegt ein einsames Idyll. Wandern Sie die Wege durch Wald und Wiesen!

Wer sich auf diese Wege wagt, muss sich vor allem auf eines gefasst machen: Unerhörte Stille. Schon fast anstrengend ruhig ist es an vielen Stellen zwischen Dirlewang und der Katzbrui-Mühle. Und diejenigen, die dem Wanderer in Wald und Wiesen begegnen, sind gut an einer Hand abzuzählen.

Wandertour ab Dirlewang: Die Natur beim Wandern im Mindeltal genießen

Aus der Ferne sind im Mindeltal noch schwach die Motorengeräusche der Straßen zu vernehmen, nur einen Kilometer später dominieren im Wald längst die Vögel. Immer wieder fließt von irgendwo ein winziges Bächlein heran, unzählige Ströme haben sich ihren Weg um den 702 Meter hohen Roßkopf gebahnt. Unter den Sohlen knirschen hier und dort mal größere Kieselsteine, insgesamt sind die Schotterwege am Waldrand aber gut befestigt. Dem Wanderer bietet sich hier ein steter Wechsel zwischen warmen Sonnenstrahlen und kühlen Schattenetappen, denn abwechselnd säumen dichte Nadelwälder und freies Feld den Wegesrand. Hin und wieder fliegen Hummel oder Schmetterling über die sattgrünen Wiesen – sonst weit und breit nichts. Gestört wird das Idyll erst mehrere Kilometer weiter von einem Lastwagen, der sich auf der Straße nach Unteregg den Berg hinauf quält. Und noch eine weitere Straße muss der Wanderer bei Unteregg wenig später überqueren. Beide sind aber verkehrsarm und ein paar Schritte weiter beginnt im nächsten Forst wieder die Stille. Biegung um Biegung, Hügel um Hügel und Pfütze um Pfütze arbeitet man sich auf dem teilweise doch sehr feuchten Waldboden voran.

Auf den Wanderwegen bei Unteregg brauchen Sie festes Schuhwerk

Spätestens jetzt lohnt die Entscheidung für ein etwas festeres Schuhwerk. Aber wie sollte der Waldboden auch trocknen? Südöstlich von Unteregg stehen die Nadelbäume so dicht, dass kaum Licht in den Wald dringt. Es duftet nach Fichtenholz, da erschallen die Schreie eines Greifvogels. Und an der nächsten Lichtung sieht man ihn am Himmel seine Kreise ziehen. Als nach acht Kilometern und einer halben Dorfumrundung Unteregg erreicht ist, wirken seine großflächigen Höfe und Bauernhäuser regelrecht urban. Milchkühe stehen ­kauend in ihren Ställen, auf einer Koppel mitten im Ort stehen zwei Pferde. Doch Menschen sind auch hier kaum zu sehen. Also nichts wie raus aus dem Ort, weiter in Richtung der Katzbrui-Mühle! Kurz vor dem Dörfchen Bittenau kommt der Wanderer an noch mehr Kühen vorbei. Fleckvieh, Braunvieh, Holstein: Alles steht auf der Weide am Hang versammelt – und mustert neugierig jede Bewegung, die sich auf der verkehrsarmen Verbindungsstraße tut. Wer den Blicken nicht widerstehen kann, für den ist die Grotte an der Westernach-Quelle der perfekte Ort zum Verweilen. Doch so versonnen wie die Tiere lässt es sich nach fast neun Kilometern schon nicht mehr Entspannen. Denn leise aber beharrlich macht sich der Appetit bemerkbar. Und der führt auf direktem Weg zur Einkehr in die noch eineinhalb Kilometerentfernte Katzbrui-Mühle.

Auf der Wanderung ist bei der Katzbrui-Mühle Zeit für eine Rast

So schön das Umfeld mit der Quelle, den fast durchsichtigen Mühlteichen und der Kapelle auch sein mag: Den ausgehungerten Wanderer treibt der Hunger zuerst in die Gaststube – und bei sonnigem Wetter natürlich in den Biergarten. Nach einer deftigen Brotzeit sind die Energiereserven aufgefüllt und der Blick wach für die wunderbare Natur im Katzbrui-Tal. Aus dem führt der Weg zunächst wieder heraus, schlängelt sich auf Treppen durch den Wald und an einem Feldrand entlang, bis nach ein paar hundert Metern Treppen zurück ins Tal und zur Mariengrotte führen. Auch hier bietet es sich an, noch einmal innezuhalten, denn der Rückweg nach Dirlewang ist noch ziemlich weit. Hinauf und hinunter geht es nicht nur bis nach Köngetried, dessen Kirchturm schiefer ist als der bekannte Turm von Pisa. Auch danach sind im Staatsforst um den Roßkopf noch viele Hügel zu bewältigen. Vielen Menschen wird man auch dort nicht begegnen, wo sich Crescentia- und Kneipp-Wanderweg kreuzen. Angenehme Stille ist es, Einöde aber keinesfalls. Denn wo die Langeweile droht, hüpft flink ein Eichhörnchen die Nadelbäume hoch, es zeigt sich eine Herde Rehe am Waldrand oder man blickt unversehens wieder in große braune Kuhaugen. Die Unterhaltung organisiert hier die Natur.