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30.07.2019

Ein Fluss, eine Fähre und eine Fährfrau - Leben an der Weser

Video: dpa

Wer andere über die Oberweser schippert, kann damit kaum reich werden. Aber kommt es darauf an, wenn man dafür an so einem idyllischen Ort lebt?

Wahmbeck, 29.07.19: Wahmbeck an der Oberweser - Ein paar Hundert Einwohner leben hier in Niedersachsen etwa 30 Kilometer westlich von Göttingen. Um über die Weser ins benachbarte Hessen zu kommen brauchen sie die Fähre - und Petra Ilsemann, als weit und breit einzige Fährfrau. Nur vom Wasser angetrieben verbindet der Kahn die beiden Bundesländer. Die 52-Jährige ist seit März mit an Bord. Vor ein paar Jahren war sie mit dem Motorrad in Wahmbeck - da hat sie sich sofort in den Ort verliebt. Jetzt - als Fährfrau des Ortes hat sie nur noch eine Sorge: den stürmischen Westwind. O-TON Petra Ilsemann, Fährfrau in Wahmbeck "Das ist dann schon manchmal so, dass ich bei Westwind, so ganz große Autos, was ich mir dann nicht zutraue, weil sie dann noch mehr Angriffsfläche bieten auch für den Wind, dass ich dann gern frage, obs was ausmacht, wenn wir nicht rüberfahren könnten." An diesem Sonnentag ist der Westwind kein Problem. Fährfrau Ilsemann kann ablegen. Sie packt einen stabilen Stecken und schiebt das Gefährt mit kraftvollen Stößen ins Wasser. Dann erfasst die Strömung die Fähre aus dem Jahr 1937 - und schiebt sie gemächlich dem anderen Weserufer zu. Weil sie an einem über den Fluss gespannten Stahlseil hängt, kann sie nicht abtreiben. Nach gut einer Minute ist die hessische Seite erreicht. O-TON Petra Ilsemann "Was wir nicht haben oder ganz gering sind Pendler und natürlich auch nicht zu meinen Arbeitszeiten. Ich beginn ja so Viertel vor Acht, Acht und da sind natürlich auch schon die meisten Pendler weg, die fangen ja viel früher an." Dafür fährt die Fährfrau viele Touristen - oft Fahrradfahrer - oder auch den ein oder anderen Handwerker über die Weser. Die Gemeinde freuts: Die Fährverbindung ist wichtig für den Tourismus und die Wirtschaft in der Region - und die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den langjährigen Fährmann war lange Zeit erfolglos.

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