1. Startseite
  2. Video
  3. Forscher benennen Menschenaffen nach Sänger Udo Lindenberg

Video

06.11.2019

Forscher benennen Menschenaffen nach Sänger Udo Lindenberg

Video: dpa

Vor fast zwölf Millionen Jahren war in der Region des heutigen Unterallgäu ein Menschenaffe zumindest zeitweise schon auf zwei Beinen unterwegs. Das schließen Forscher aus Knochenfunden.

Tübingen, 06.11.19: Der aufrechte Gang des heutigen Menschen soll sich nach jüngeren Funden einer internationalen Forschergruppe in Europa und nicht wie bislang angenommen in Afrika entwickelt haben. Der neu entdeckte mögliche Vorfahr von Mensch und Menschenaffe habe sich wohl bereits vor fast zwölf Millionen Jahren auf zwei Beinen fortbewegen können. Die Forscher der Universität Tübingen haben der bislang unbekannten Menschenaffenart den Beinamen  Udo gegeben - nach Sänger Udo Lindenberg. O-Ton Madelaine Böhme, Professorin für Paläoklimatologie an der Universität Tübingen "Es ist schon einer außergewöhnliche Seltenheit, dass man in Deutschland Menschenaffenfossilien findet. Aber wirklich spektakulär ist die Rekonstruktion des Bewegungsapparates von dieser neuen Art und neuen Gattung, denn dieser Menschenaffe,den wir Danuvius guggenmosi nennen, dieser Menschenaffe stand und lief zweibeinig wie wir selbst." Die Funde stellten die bisherige Sichtweise auf die Evolution der großen Menschenaffen und des Menschen grundlegend in Frage. Das Forscher-Team hatte zwischen 2015 und 2018 in einem Bachlauf der Tongrube "Hammerschmiede" im Unterallgäu 37 Einzelfunde gemacht. O-Ton Herbert Hofer, Bürgermeister der Gemeinde Pforzen "Also wir haben eine Lehmgrube, die schon seit dem 19. Jahrhundert aktiv ist. Da hat man schon entsprechend Ziegel gemacht. Und sie ist immer noch aktiv, das heißt eine Firma baut da immer noch Lehm ab. Und im Zuge des Lehmabbaus ist es natürlich auch möglich diese entsprechenden Funde auch bergen zu können." Nach Einschätzung des Forscher-Teams dürften weitere Funde die Erkenntnisse aus dem Danuvius-Fund stützen. Von einem Weibchen wurden bereits Zähne, ein Finger und ein kompletter Oberschenkel ausgegraben. Auch von einem jungen Exemplar liegen gut erhaltene Reste vor.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren