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27.06.2019

Jahrelang Kinder missbraucht - Lügde-Prozess startet

Video: dpa

Auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen sollen jahrelang Kinder sexuell missbraucht worden sein. Ihre mutmaßlichen Peiniger stehen nun vor Gericht. Ihnen werden mehrere hundert Straftaten vorgeworfen.

Detmold, 27.06.19: Nach jahrelangem Missbrauch von Kindern in vielen Hundert Fällen beginnt am Donnerstag beim Landgericht Detmold der Prozess gegen drei Männer. Die erst Ende 2018 bekanntgewordenen Taten sollen sich vor allem auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen ereignet haben. Im Rahmen der Ermittlungen waren mehr als 40 Opfer identifiziert worden. Angeklagt sind nach Angaben des Gerichts nun die Gewalttaten gegen 34 Opfer. Die Staatsanwaltschaft Detmold wirft dem heute 56-jährigen Andreas V. vor, zwischen 1998 und 2018 insgesamt 23 Mädchen teilweise schwere sexuelle Gewalt angetan haben. Der 34-jährige Mario S. ist angeklagt, in 162 Fällen acht Mädchen und neun Jungen missbraucht zu haben. Der Mann soll die Gewalttaten über einen Zeitraum von 20 Jahren ab 1999 auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen und in seiner Wohnung verübt haben. Bei ihm wurden laut Anklage wie auch bei Andreas V. Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornografischem Material sichergestellt. Alle Opfer waren minderjährig, die jüngsten sollen im Kindergartenalter gewesen sein. Ein dritter Angeklagter soll an mindestens vier Webcam-Übertragungen teilgenommen und teils zu den Taten angestiftet haben. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sein Verfahren abgetrennt werden könnte. Alle drei Männer sind Deutsche und sitzen in Untersuchungshaft. Inzwischen wurden 28 Opfer als Nebenkläger zugelassen.

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