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27.06.2019

Lebensretter: Patient erzählt von Leben mit Kunstherz

Video: dpa

Aufgrund von einem "eklatanten Organspendermangel" greifen Herzchirurgen zu neuen Mitteln. Kunstherzen sind die Alternative - angefangen hat alles vor fünf Jahren mit Kurt-Josef M..

Hannover, 27.06.19: Das weltweit erste Kunstherz rettete vor fünf Jahren Kurt-Josef M. aus Hessen das Leben. Der heute 61-jährige hätte ansonsten keine Lebenschance gehabt. O-TON Kurt-Josef M. "Zuvor gings bei mir bergab. Das heißt, ich hatte noch 13 Prozent Herzleistung. Hatte Ohnmachtsanfälle bedingt durch den Sauerstoffmangel im Blut. Und der wurde wiederhergestellt durch die zusätzliche Pumpe - durch das "HeartMate3", wo eben die nötige Blutmenge wieder in Umlauf kam. Diesbezüglich Trägheit vermindert, Leistungsfähigkeitet wieder vergrößert und ein ganz anderer Lebensstandard wie vorher." Heute kann Kurt-Josef M. reisen, laufen gehen oder Motorradtouren machen - vor der OP war daran nicht zu denken. Wie so ein Kunstherz funktioniert, erklärt Professor Jan Schmitto von der Medizinischen Hochschule Hannover. Er setzte Kurt-Josef M. vor fünf Jahren den Herzersatz ein. O-TON Prof. Jan Schmitto, Bereichsleiter Herzunterstützungssysteme "Unter künstlichen Herzen im eigentlichen Sinne versteht man Herzunterstützungssysteme, also künstliche Pumpen. Pumpen, die Blut aus dem linken Ventrikel heraussaugen und an der Hauptschlagader wieder zuführen." Notwendig sind Kunstherzen vor allem aufgrund eines "eklatanten Organspendermangels" in Deutschland. Im vergangenen Jahr standen etwa 1000 Menschen auf der Warteliste für eine Herztransplantation, aber nur 300 Spenderherzen standen zur Verfügung. Bundesweit werden mittlerweile rund 1000 Kunstherzen verschiedener Hersteller pro Jahr implantiert. Für den gesundheitsbedingten Frührentner Kurt-Josef M. ist das mechanische Gerät ein "reiner Glücksfall". Er hat sich längst an den Metallgegenstand im eigenen Körper gewöhnt. Momentan geht es ihm gut - und was bringt die Zukunft? O-TON Kurt-Josef M. "Warten wir es ab. Auch das kann niemand voraussagen."

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