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02.09.2019

Mauergedenken in Instagram-Zeiten

Video: dpa

Smartphones, Selfiestangen, Kameras. Die East Side Gallery an der Spree ist ein Touristenmagnet. Vor fast 30 Jahren hatten Künstler die Ostseite der Mauer bemalt und in eine Galerie verwandelt. Was wissen die Besucher, die hier nur Selfies knipsen?

Berlin, 23.08.19: Die East Side Gallery ist ein Touristenmagnet. Street Art statt grauer Betonelemente erinnern an die friedliche Wende und den Fall der Mauer vor fast 30 Jahren. Seit vergangenem Jahr gehört die Freiluft-Galerie zur Stiftung Berliner Mauer. O-Ton Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer: "Die East Side Gallery ist natürlich erst einmal aufgrund ihrer Geschichte ein ganz wesentlicher Bestandteil des Sperrsystems Berliner Mauer, aber der Hauptschwerpunkt dieses Ortes ist natürlich die künstlerische Aneignung aus dem Jahr 1990. Das ist die wesentliche Schicht dieses Ortes, dieses Denkmals, was wir dort auch vermitteln wollen." Über 100 Künstler aus 21 Ländern hatten die Mauer damals umgestaltet. Somit bekam der Abschnitt an der Mühlenstraße eine neue Bedeutung. Heute strömen Millionen Besucher zu der Mauer an der Spree. Aber wissen junge Leute noch, was es mit der Mauer auf sich hat und warum sie bemalt wurde? O-Ton Junge Frau: "Eigentlich nicht, also genau wissen wir es eigentlich nicht. Ne." Selfiestangen, Smartphones und Kameras gehören anscheinend zu einem Besuch historischer Orte dazu. Andere Touristen haben sich aber vorher gut informiert. O-Ton junger Mann: "We all know the historical importance this monument the berlin wall has in the history in humanity and modern history." "Wir wissen um die historische Wichtigkeit, die dieses Monument, die Berliner Mauer, hat, für die Menschheitsgeschichte und die moderne Geschichte." O-Ton Axel Klausmeier: "Man muss die Leute, das ist ja ein Grundprinzip der Bildungsarbeit, man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Wir müssen uns sehr genau übverlegen, wie können wir die Menschen erreichen. Klassische Führung, mehr Apps oder brauchen wir vielleicht nur ein paar großflächige Plakate?" Noch ist also viel zu Tun. Doch was ist mit den Künstlern von damals? Einer von ihnen ihnen ist Jim Avignon. Für die East Side Gallery hat er ganz eigene Gedanken. O-Ton Jim Avignon, Künstler: "In den letzten 30 Jahren ist das Thema Streetart ja erst entstanden und richtig groß geworden. Es gibt auf der ganzen Welt Künstler, die sich möglicherweise stärkere Arbeiten zum Thema Mauern auf der Welt oder zum Thema Mauer in Berlin liefern könnten. Persönlich würde ich mir wünschen, dass die Mauer als solche stehen bleibt, vielleicht in Verbindung mit einem Museum, aber kuratiert jedes Jahr neu an Künstler gegeben wird, die dort für ein Jahr Arbeiten ausstellen." Für die Zukunft gibt es also viele Ideen. Was sagen eigentlich diejenigen, die den Mauerfall noch miterlebt haben? O-Ton Eheleute Zeile: "Wenn die jungen Leute nur hierherkommen, um die Kunst zu sehen, sehen sie doch ein Stück weit von der Vergangenheit und befassen sich damit, dass es früher eine Mauer gab, die die Stadt geteilt hat."

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