1. Startseite
  2. Video
  3. Mehr als Bio in Vorpommern: Feldarbeit nur mit Pferden

Video

19.09.2019

Mehr als Bio in Vorpommern: Feldarbeit nur mit Pferden

Video: dpa

Der Kapellsche Hof ernährt eine sechsköpfige Familie. Dabei gehören gerade mal 20 Hektar Land dazu - und kein Traktor. Die gesamte Feldarbeit wird mit Pferden erledigt.

Karlsburg, 19.09.19: Auf dem Kapellschen Hof hält Beate Rzanny-Götz die Zügel fest in der Hand. Die 40-Jährige dirgiert die starken Arbeitspferde durch die enge Hofeinfahrt. Vom Hof nahe der Grabkapelle Steinfurth bei Karlsburg in Vorpommern-Greifswald geht es zu den eingezäunten Gemüseflächen. Das Wässern der Reihen übernimmt ihr Mann Willy Götz, Gründer des Hofes, auf dem die gesamte Feldarbeit nur mit Pferden erledigt wird. Die Götzes beteiligen sich am Samstag mit 61 anderen Höfen landesweit an der 12. Bio-Landpartie der Umweltorganisation BUND. Als üblichen Bio-Betrieb sehen sie sich aber nicht. O-Ton von Beate Rzanny-Götz, Landwirtin "Ja, wir machen biologische Landwirtschaft, aber speziell für unseren Betrieb haben wir den Begriff "ursrüngliche Landwirtschaft" geprägt. Wir versuchen viel mit unseren eigenen Energien, in diesem Fall acuh mit der Energie der Pferde, zu wirtschaften und ganz kleinteilig und viele Kreisläufe zu berücksichtigen." Inzwischen sind die Pferde vor einen nagelneuen Pflug gespannt. O-Ton von Beate Rzanny-Götz, Landwirtin "Die pflügen das Feld mit unserer Neuerrungenschaft, diesem Pflug. Den haben wir aus Amerika importiert von den Amish und das ist ein ganz tolles Gerät. wir hatten vorher so einen alten Pflug, der bei diesem trockenen Boden, den wir haben, überhaupt nicht reingegangen wäre. Und dieser Pflug ist spitze. Also, ich kann da oben sitzen und der pflügt wunderbar." 5000 Euro haben Götzes in das Gerät aus den USA investiert. Dort stellen Amish People noch Geräte für die Feldarbeit her, die in Europa kaum noch gebraucht zu finden sind. Die Eheleute bewirtschaften 20 Hektar, davon ein Drittel Ackerland. Der Betrieb wirft gerade so viel ab, dass die Familie mit vier Kindern zwischen acht und 15 Jahren davon leben kann. Ihr Mann verkauft zweimal wöchentlich auf Märkten in Zinnowitz und Heringsdorf auf Usedom Obst, Gemüse und Eier von den 60 Hennen. Kunden in Greifswald, Wolgast und im Dorf abonnieren Gemüsekisten. "Wir kaufen nur Kaffee und Klopapier", sagt Willy Götz augenzwinkernd.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren