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10.10.2019

Nach dem Angriff in Halle: Trauer, Bestürzung und Wut

Video: dpa

In Halle versucht ein schwer bewaffneter Mann in eine Synagoge einzudringen. Als er scheitert, tötet er zwei andere Menschen. Nicht nur in der Stadt in Sachsen-Anhalt sitzt der Schock am Tag danach tief.

Halle/Berlin, 10.10.19: Einen Tag nach dem tödlichen Angriff in Halle ist die Bestürzung in Deutschland groß. Vor der Synagoge in der Stadt, in die der Täter offenbar eindringen wollte, waren am Morgen Kerzen zu sehen. Auch vor dem Döner-Imbiss, in dem ein Mann starb, wurde den Opfern gedacht. Schon in der Nacht hatten sich Bürger der Stadt versammelt. O-TON Florian Haase, Anwohner "Ich finde es einfach nur fair, wenn man dann jetzt sagt, dass man Anteil nimmt. Einfach noch mal hier ist, einfach noch mal ne Schweigeminute einlegt. So was hätte ich mir nie vorstellen können, dass sowas passiert." In Berlin versammelten sich am Abend Menschen zur Solidaritätsbekundung vor der Neuen Synagoge in der Oranienbruger Straße. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an der Veranstaltung teil. Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli hatte dazu aufgerufen. O-TON Sawsan Chebli, SPD-Politikerin "Ich möchte, dass sie weiter hier leben. Ich möchte, dass sie frei leben. Ich möchte, dass sie sicher leben. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen." Die Rabbinerin Gesa Ederberg schilderte die Stimmung in der jüdischen Gemeinde zu Berlin. O-TON Gesa Ederberg, Rabbinerin "Wir haben Angst. Ich habe von mehreren Gemeinde-Mitgliedern E-Mails und Anrufe bekommen, dass sie heute zum höchsten Feiertag des Jahres nicht in die Synagoge kommen, weil sie Angst haben. Die Kinder wissen: "Die Synagoge, das ist da, wo die Polizei steht. So wachsen unsere Kinder auf, das ist die Wirklichkeit in Deutschland. Das wird jetzt alles nochmal schlimmer und sichtbarer und da kommt ein brauner Sumpf hoch, von dem wir alle glaube ich dachten, der ist nicht mehr da." In Halle werden heute auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundesinnenminister Horst Seehofer erwartet.

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