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09.07.2019

Prozess zum Mordfall Susanna vor Abschluss

Video: dpa

Der Mord an der 14-jährigen Susanna aus Mainz sorgte bundesweit für Entsetzen. Am Mittwoch verkündet ein Gericht das Urteil. Doch auch nach dem Prozess werden wohl Fragen offen bleiben, darunter die drängendste: Warum musste die Schülerin sterben?

Wiesbaden, 09.07.19: Die 14-jährige Susanna wurde nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft von dem irakischen Flüchtling Ali B. in der Nähe von Bahngleisen in Wiesbaden vergewaltigt und dann umgebracht. Nach knapp vier Monaten Prozessdauer will das Landgericht Wiesbaden jetzt das Urteil verkünden. Der gewaltsame Tod Susannas hatte die Menschen in der Region von Mainz und Wiesbaden und weit darüber hinaus aufgewühlt. Mehrere Tage wurde im Sommer 2018 vergeblich nach der vermissten Schülerin aus Mainz gesucht. Ihre in der Erde verscharrte Leiche fand die Polizei rund zwei Wochen nach ihrem Verschwinden in Wiesbaden-Erbenheim. Besonders war der Fall auch deshalb, weil Ali B. kurz nach der Tat mitsamt seiner Familie in den Nordirak ausgereist war. Die dort herrschenden Kurden übergaben ihn der Bundespolizei, die ihn nach Deutschland zurückbrachte. Hoch emotional wurde es am vorletzten Prozesstag, als die Mutter die schlimmste Zeit ihres Lebens beschreibt - als sie die Nachricht vom Tod Susannas erhielt. So emotional Susannas Familie auf der einen Seite, so kalt wirkt der Angeklagte. Eine Gutachterin attestiert dem 22-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung, er sei nicht zu Empathie fähig, er könne sich nicht in andere Menschen einfühlen. Sein Verteidiger Marcus Steffel meint, er könne deshalb keinem Erwachsenen in dem Alter gleichgestellt werden. Ali B. habe weder durch sein Elternhaus noch durch sein soziales Umfeld Kontrolle erfahren. Doch so richtig klar wird auch durch die Aussage von Ali B. nicht, warum Susanna sterben musste. Vergewaltigt habe er sie nicht, beteuert Ali B. vor Gericht. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft tötete er die 14-Jährige, um die Vergewaltigung zu verdecken. Sie fordert für ihn lebenslange Haft. Erkennen die Richter eine besondere Schwere der Schuld, ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

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