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06.08.2019

Weniger Vögel im ältesten Seevogelschutzgebiet Deutschlands

Video: dpa

Ob Sturmmöwe, Brandseeschwalbe oder Küstenseeschwalbe: Die Bestände vieler Brut- und Zugvögel auf der kleinen Ostsee-Insel Langenwerder nehmen ab. Die Vogelwarte kann nur gegen einen Teil der Ursachen ankämpfen.

Langenwerder, 06.08.19: Wie das Gemälde eines Impressionisten liegt die kleine Insel Langenwerder vor dem größeren Poel flach in der Ostsee. Die malerische Insel ist Deutschlands ältestes Vogelschutzgebiet. O-Ton Veiko Lehsten, Klimafolgenforscher "Wir befinden uns jetzt zum Ende der Brutzeit. Das heißt, wir hören im Hintergrund noch die Sturmmöwen. Die Jungen sind im wesentlichen fertig, einige von denen werden noch gefüttert, aber die meisten sind schon flügge und dementsprechend nimmt der Krach auch ab." Der Klimafolgenforscher stapft durch die raue Schönheit zu Reusen am Strand und zu dünnen Netzen, die überall auf der Insel gespannt sind. Er geht die Runde mehrmals am Tag, auf der Suche nach Vögeln, die sich verfangen haben. O-Ton Veiko Lehsten, Klimafolgenforscher "Über die letzten Jahrzehnte sehen wir größtenteils einen Rückgang insbesondere der Charaktervogelart hier der Sturmmöwe, was wohl größtenteils damit zusammenhängt, dass sich die landwirtschaft umgestellt wird und die Sturmmöwen auf den Äckern nichts mehr zu fressen finden, was sie verfüttern können hauptsächlich durch den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und dadurch, dass nicht mehr geegt wird." In den 1980er Jahren brüteten auf Langenwerder noch 5000 Sturmmöwen-Paare. Dieses Jahr sind es 2000. Sie haben gerade einmal 900 Jungtiere aufgezogen, von denen viele wohl nicht flügge werden. Auch die Bestände anderer Brut- und Zugvogelarten nehmen ab. Wer den rauen Charme der Insel hautnah erleben will, für den bietet die Vogelwarte außerhalb der Brutsaison Führungen an.

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