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14.03.2009

14 000 registrierte Waffen im Landkreis Dillingen

Landkreis Dillingen Nach erschütternden Bluttaten, wie dem Amoklauf in Winnenden, beginnt stets aufs Neue eine Diskussion um Waffenbesitz und Waffenrecht. Der 17-Jährige hatte sich die Schnellfeuerwaffe im Schlafzimmer seines Vaters geholt. Könnte eine weitere Verschärfung des Waffenrechts solche Wahnsinnstaten verhindern? Darüber wird nach dem Amoklauf heftig diskutiert.

Allein im Kreis Dillingen sind 14 000 Waffen registriert. Die Wertinger Zeitung sprach mit Ulrich Winter, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Dillingen, über die bestehenden Richtlinien und Gesetze zum Waffenbesitz.

Eintragungspflicht nicht für alle Waffen

Eine Eintragungspflicht bestehe nicht für alle Waffen. PTB-Waffen (Schreckschuss-, Reizstoff-, und Signalwaffen) sowie Luftdruckwaffen müssten nicht registriert werden, informiert Winter. Eine Eintragungspflicht in eine Waffenbesitzkarte bestehe jedoch für "alle Waffen, die über mehr als 7,5 Joule Auftreffenergie verfügen". Die 3200 Waffenbesitzer im Landkreis müssten allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um eine Waffenbesitzkarte zu erhalten, erklärt Winter. Die besitzberechtigten Gruppierungen, Sportschützen, Jäger und Sammler müssten Sachkunde und ein Bedürfnis zum Waffenbesitz nachweisen. Des Weiteren müssten diese Personen zuverlässig und persönlich geeignet, im Sinne von geistig und körperlich fit, sein. Bei Sammlern komme noch hinzu, dass ein Gutachten vorgelegt werden müsse, erläutert der Fachbereichsleiter. Aus diesem müsse eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem festgelegten Sammelthema hervorgehen.

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Das Erben stelle im Waffenrecht einen Spezialfall dar. "Allerdings dürfen Nachlassempfänger über keinerlei Munition verfügen und die Waffe muss grundsätzlich mit einem Blockiersystem versehen werden", so der Mitarbeiter des Landratsamtes. Der Schütze in Winnenden gelangte an seine Waffe durch eine Unachtsamkeit des Vaters: Die Schnellfeuerwaffe war frei zugänglich im Schlafzimmer aufbewahrt, die übrigen Waffen in einem Schrank. Ulrich Winter sagt, dass ein Waffenbesitzer einen Nachweis über die Anschaffung eines zertifizierten Waffenschrankes vorlegen müsse.

Die Waffen müssten dann in diesem ordnungsgemäßen Schrank getrennt von der Munition verwahrt werden. "Man kann natürlich nicht alle 3200 Waffenbesitzer kontrollieren", sagt der Fachbereichsleiter. Ab und an und vor allem in Verdachtsmomenten finde allerdings eine Kontrolle statt. Soll nun eine erneute Verschärfung des Waffengesetzes erfolgen? "Eine Waffengesetzverschärfung seitens des Gesetzgebers trifft nur die gesetzestreuen, legalen Waffenbesitzer", sagt Ulrich Winter: "Ein Krimineller lässt sich nicht davon abhalten, sich Schusswaffen zu besorgen und diese auch einzusetzen, selbst wenn ein absolutes Waffenbesitzverbot bestünde."

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