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Bürgerversammlung

14.11.2017

Ärger um den Breitbandausbau in Bocksberg

Bürgerversammlung Hinterbuch soll schnelles Internet bekommen. Doch jetzt kann das, was ausgeschrieben war, nicht gebaut werden

Bocksberg Als Katastrophenszenario in Perfektion bezeichnet Laugnas Bürgermeister Johann Gebele das Thema Breitbandausbau in Hinterbuch und dem Osterbucher Baugebiet Schlehlefeld. Warum er sich maßlos ärgert, erklärt er bei der ersten von drei Laugnaer Bürgerversammlungen im Bürgerhaus Modelshausen.

Eigentlich sollte die Firma miecom den Auftrag nun umsetzen. Wie in den bereits gut versorgten Ortsteilen sollte die Glasfaser bis zu den Verteilerkästen mit der neuen Technik gezogen werden, damit die vorhandenen Telefon-Kupferleitungen zur Versorgung der einzelnen Häuser reichen. Doch vor Baubeginn erklärte miecom, dass das, was in der Ausschreibung stehe, so nicht gebaut werden könne. Die Standorte in Bocksberg liegen zu nahe beieinander. Das Signal könne nicht störungsfrei übertragen werden. Die Nachfrage bei der Firma Telekom brachte dieselbe Antwort.

Der Bürgermeister macht seinem Ärger Luft: „Wofür beauftragen wir Büros?“ Denn: „Damit wird so viel Geld verbraten, das bei anderen wichtigen Dingen fehlt.“

Das sei auch beim Thema Windkraft so gewesen, bei dem die Gemeinde 18000 Euro für Planungen investiert hat. Das sei nötig gewesen, um nicht Freiwild für Investoren zu sein. Denn die hätten aufgrund der damaligen Rechtslage an den verschiedensten Stellen Windräder bauen können, ohne Rücksicht auf die Belange der Bürger. Dann kam plötzlich die 10H-Regelung und alle Planungen waren vom Tisch.

Wie damals richtete die Gemeinde sich auch beim Thema Breitband nach den Vorgaben, um die 80-prozentige Förderung zu erhalten. Sie beauftragte ein Planungsbüro damit, herauszufinden, welche Gebiete noch mit weniger als 25 Megabit pro Sekunde versorgt sind und damit die Voraussetzungen erfüllen. Die Machbarkeitsstudie schloss sich dem Erkundungsverfahren an, dann die Ausschreibung.

Die nächste Hürde, die nun genommen werden muss: „Ein Förderantrag kann nicht geändert werden, wir können ihn nur auflösen und einen neuen stellen.“ Da dieses Programm noch bis Ende 2018 läuft, sollte die Gemeinde Laugna auch dann noch berücksichtigt werden. Nun soll der Glasfaseranschluss in Hinterbuch bis an jedes Haus gezogen werden.

„Das Gebiet, das am schlechtesten versorgt war, wird zum bestversorgten“, hob Laugnas Bürgermeister Johann Gebele heraus, der darüber alles andere als glücklich ist. Denn der Eigenanteil für die Gemeinde steigt von 30000 Euro auf 45000 Euro.

Weitere Themen aus der Bürgerversammlung:

Urnengräber In den Friedhöfen in Modelshausen, Laugna und Osterbuch sollen Urnengräber angelegt werden. Wie in Villenbach sollen die Grabplatten am Boden liegen, umgeben von Kies. So ist anders als bei übereinanderliegenden Nischen auch möglich, Blumen oder einen Weihwasserkessel abzustellen. Altbürgermeister Günter Meitinger regt an, dass um die Urnengräber herum Gras wachsen solle, das sei weniger „kalt“. Außerdem fände er besser, wenn die Einzelnen selbst entscheiden könnten, ob eine Grabplatte den Bereich komplett oder zum Teil abdeckt, oder sie es selbst anpflanzen können.

Feuerwehrhaus Der Lagerraum soll als eigenes Gebäude neben dem Feuerwehrhaus gebaut werden. So können verschiedene Dinge ausgelagert werden und im Feuerwehrhaus beispielsweise das notwendige WC eingebaut werden.

Ortsdurchfahrt Gebele dankte den Anwohnern: „Ihr habt die letzten Jahre viel ertragen müssen.“ Den Arbeitern der Firma Strabag bescheinigte er, dass sie alles getan hätten, um die Unannehmlichkeiten für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Auto- und Lkw-Fahrer dagegen hätten nicht den notwendigen Verstand bewiesen, standen immer wieder direkt vor den Baufahrzeugen und mussten umständlich zurückrangieren. In Richtung Staatliches Bauamt, in dessen Auftrag der Straßenausbau durchgeführt wurde, meinte er: „Die Geduld, die der Staat hat, so was gibt es in der freien Wirtschaft nicht.“ Das würde nicht funktionieren.

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