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Welttag des Theaters

27.03.2015

„Als ob du eine andere Welt betrittst...“

In die Rolle eines anderen zu schlüpfen, macht den Laiendarstellern der Theatergruppe Gottmannshofen viel Spaß. Auf dem Bild: (von links) Karl Wachinger, Caroline Klein, Werner Schuster, Gerd Klein und Sabrina Sailer.
Bild: Brigitte Bunk

Laiendarsteller bringen erfolgreich Stücke auf die Bühne. Morgen Premiere in Gottmannshofen

Die heiße Phase läuft. Seit Montag probt die Theatergruppe des Schützenvereins Gottmannshofen täglich im Landgasthof Stark für ihre Aufführungen. Premiere ist am morgigen Samstag, 28. März, um 20 Uhr. Nur am heutigen Freitag, dem Welttag des Theaters, haben die Darsteller Pause. Im Gegensatz zu den großen Bühnen der Welt bringen in unserer Region Laiendarsteller ehrenamtlich ihre Freizeit ein. Der Erlös geht an den Verein. Was reizt die Einzelnen daran? „Jemand anderes zu sein ist interessant“, meint Marie-Christin Eberhardt. Werner Schuster ergänzt: „ Der schönste Moment ist, wenn man oben steht und die Leute klatschen.“ Nachdem die Schützenjugend angefangen hatte, zu Weihnachten Sketche aufzuführen, sei es der große Traum seines Vaters gewesen, einen Dreiakter zu zeigen. Seit 30 Jahren setzen die Gottmannshofener das um. Erst waren nur Schützen dabei, dann wurde der Kreis ausgeweitet.

Seit Anfang Januar, als man bei der ersten Leseprobe den Text des Stücks „Wellness auf dem Guterlhof“ miteinander durchgegangen ist und an den Formulierungen gefeilt hat, ist viel geschehen. Die Proben fanden bald auf der Bühne statt und der Bühnenbau wurde fertiggestellt. Welche Kleidung der Einzelne bei der Aufführung trägt, ist klar, wie Patrizia Thiel und Ingrid Schneller die einzelnen frisieren und schminken steht ebenfalls fest.

Spätestens am Samstag kommt das Lampenfieber, wenn man hört, wie die Gäste reinlaufen, meint Marie-Christin Eberhardt. „Dann stehst du hinter der Bühne mit dem Textbuch, legst es zur Seite, machst die Tür auf und siehst die vielen Leute vor dir. Das ist, als ob du eine andere Welt betrittst“, erklärt Spielleiter Ludwig Speer, der Wert auf die gute Qualität des Stücks legt, aber auch darauf, dass es in unsere Gegend passt. Klatschen die Zuschauer bei der ersten Pointe und am Schluss des Stücks, sind das wunderschöne Momente, sind sich alle sieben Mitspieler einig.

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In Laugna wurde die Saison Mitte Januar im Bürgerhaus beendet. Traditionell ist die Premiere dort am Ersten Weihnachtsfeiertag, zwölf Vorstellungen waren wie gewohnt schon lange vorher ausverkauft. „Wir sind eine tolle Gruppe, jeder hat Spaß am Zusammenhalt“, erzählt Hermann Rager-Kempter, Vorsitzender des Theatervereins. Um die Zeit der Vorbereitungen und der Proben durchzuziehen, gehört eine gewisse Leidenschaft dazu, ist ihm klar.

Denn auf jeden Einzelnen kommt es zu 100 Prozent an. Wenn einer ausfällt, muss das Stück abgesagt werden. Allerdings gab es in 53 Jahren noch keine Saison, in der nicht gespielt wurde. Sogar mit Fieber und Durchfall sind schon Darsteller auf der Bühne gestanden. Alles wird in Bewegung gesetzt, um die Vorstellungen durchzuziehen, nachdem sich die Zuschauer auf einen schönen Abend freuen.

Der Nachwuchs in Laugna steht in den Startlöchern. „Die Jugendgruppe ist ganz scharf auf’s Theaterspielen und macht es gut“, sagt Rager-Kempter erfreut. So ist gewährleistet, dass die Tradition weitergeführt wird.

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