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Wertingen

22.04.2015

Asylhelfer wollen endlich aktiv arbeiten

Die Bereitschaft zu helfen, ist bei den Wertingern sehr groß. Mithilfe von Asyl-Expertinnen Sigrid Zimmermann und Margot Laun (rechtes Bild) wurden nun acht Arbeitskreise gebildet, in denen sich jeder nach seinen Talenten einbringen kann.
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Die Bereitschaft zu helfen, ist bei den Wertingern sehr groß. Mithilfe von Asyl-Expertinnen Sigrid Zimmermann und Margot Laun (rechtes Bild) wurden nun acht Arbeitskreise gebildet, in denen sich jeder nach seinen Talenten einbringen kann.

Unterstützer bilden Arbeitskreise. Sie bereiten sich erwartungsvoll auf Flüchtlinge in Wertingen vor

Sie stehen in den Startlöchern und können es kaum erwarten, helfen zu dürfen: 81 Menschen aus Wertingen wollen sich für Flüchtlinge, die ab Juni in Wertingen erwartet werden, engagieren. Dazu traf sich am vergangenen Montagabend bereits zum zweiten Mal ein Teil der potenziellen Asylhelfer zusammen mit Bürgermeister Willy Lehmeier, Karl Benz und zwei Expertinnen in Sachen Asyl, Margot Laun und Sigrid Zimmermann.

Nachdem sie schon vor zwei Wochen das Handwerkszeug einer guten Asylarbeit an die Hand bekommen haben, ging es dieses Mal um den Aufbau einer Struktur und um die Vernetzung aller Beteiligten.

Der Helferkreis wird von der Stadt unterstützt, wenn es um finanzielle Dinge, Versicherungen oder Räume geht, bestätigte Lehmeier. Die Organisation jedoch solle in die Hände der Asylhelfer selbst gelegt werden. Nur so könne die Willkommenskultur gelingen, meinte Margot Laun vom Augsburger Beratungszentrum für Flüchtlinge. Die Dozentin arbeitet seit 2005 am Freiwilligenprogramm „Tür an Tür“, das ursprünglich aus einem Kirchenasyl entstanden ist.

Sie und ihre Kollegin Sigrid Zimmermann standen den Wertingern auch beratend zur Seite, beispielsweise zu Fragen einer Vereinsgründung oder der Übernahme von Patenschaften. Beide Punkte sollen allerdings später auf die Tagesordnung. Laun: „Das ergibt sich im Laufe des Kennenlernens.“

Am Montagabend kristallisierten sich nach einer Ideensammlung acht Arbeitskreise heraus, die sich unter anderem den Themen Organisation, Deutschunterricht, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitgestaltung, Behördengänge, Dolmetscherhilfe und Krisenmanagement widmen werden.

Asylhelferin Larisa Enke, die vor 20 Jahren selbst einmal aus Tadschikistan fliehen musste, schlug die Gründung eines offenen Asyl-Kulturzentrums vor, andere Helfer konnten sich ein „Café International“ in Wertingen gut vorstellen. Bürgermeister Willy Lehmeier bot an, die beiden Flüchtlingsunterkünfte – den Augsburger Hof und das ehemalige Raucherstüble – im Vorfeld zu besichtigen. Die Einrichtungen wurden von der Regierung von Schwaben für fünf Jahre angemietet. Sobald sie von den privaten Investoren renoviert worden sind, werden die Räume von der Regierung ausgestattet. Lehmeier: „In der Regel dauert das drei Wochen. Erst dann werden die Flüchtlinge zugewiesen.“

„Wo schlägt Ihr Herz, wo wollen Sie sich einbringen“, forderte Sigrid Zimmermann die Asylhelfer auf, sich in den Arbeitskreisen zu formieren. Jeder könne sich nach seinen Fähigkeiten einbringen und praktische Lebensbegleitung leisten. In Deutschland engagiert sich übrigens ein Drittel der Menschen, ein Drittel könnte sich das vorstellen, ein Drittel sagt nein. 73 Prozent der Deutschen setzen sich für Fremde ein, weil es ihnen Freude macht, zitierte Zimmermann aus einer Studie.

Am Montag, 11. Mai, um 19 Uhr, findet das nächste Treffen im Wertinger Schloss statt.

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