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Stadtrat

28.02.2019

Bald darf Wertingen sich selbst feiern

Wertingen wurde am 11.11.1122 das erste Mal in einem Schriftstück erwähnt. Das ist im Jahr 2022 genau 900 Jahre her. Doch nicht nur dieses Jubiläum gibt es bald zu feiern: 2024 wird es 750 Jahre her sein, dass Wertingen als Stadt erwähnt wurde. Schon jetzt wird überlegt, wie das gefeiert werden kann.
Bild: Stadt Wertingen

Gleich zwei wichtige Jubiläen für die Zusamstadt stehen an. Die ersten Vorschläge für die Feierlichkeiten fallen jedoch bescheiden aus.

Ginge es nach der Geschichte, müsste Wertingen eigentlich eine Faschingshochburg sein. Denn das Datum der ersten urkundlichen Erwähnung der Zusamstadt ist kurios: Es ist der 11.11.1122, an dem das erste Mal in einem mittelalterlichen Dokument der Name Wertingen fällt. Zum traditionellen Faschingsbeginn am 11. November 2022 werden es somit genau 900 Jahre sein. Doch nicht nur das, zwei Jahre später gibt es gleich ein weiteres Jubiläum zu feiern. Im Jahr 2024 wird es genau 750 Jahre her sein, dass in einem mittelalterlichen Dokument das erste Mal von Wertinger „Bürgern“ die Rede ist – der Beweis, dass die Gemeinde im Zusamtal zu einer Stadt erhoben wurde und damit größere Selbstverwaltungsrechte bekam.

Über diese beiden Jubiläumsjahre informierte Wertingens Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein die Stadträte bei der Sitzung des Gremiums am Mittwoch. So könne sich der Stadtrat schon früh damit auseinandersetzen, in welcher Form diese Jahre gefeiert werden sollen. Die Vorschläge des Stadtarchivars waren bescheiden. „Wir wollen mit möglichst geringen Beträgen schöne Ergebnisse erzielen“, sagte Mordstein. „Großprojekte“ wie ein eigenes Jubiläumsfest oder ein Buch stehen nicht auf seiner Agenda. Diese seien zum einen nicht sehr nachhaltig, denn nach anfänglichem Überschwung verflöge nach seiner Einschätzung das Interesse für die Historie der Stadt schnell wieder. „Solche Projekte würden das Budget des Heimatmuseums zu stark beanspruchen“, fügt der Stadtarchivar hinzu.

Wird das Wertinger Jubiläum nur klein gefeiert?

Vielmehr plant Mordstein eine Serie von Vorträgen, Ausstellungen und Veröffentlichungen, welche die Geschichte der Zusamstadt in vielen Facetten beleuchten soll. An Themen für Vorträge und Veröffentlichungen mangelt es Mordstein nicht: So bieten sich in seinen Augen etwa die Geschichte des Wertinger Schlosses, die der ersten Bewohner des Zusamtals, die Geschichte der Pappenheimer oder das dunkle Kapitel der Zeit des Nationalsozialismus in Wertingen geeignete Themen hierfür. Bleibt die Organisation nur bei dem Heimatmuseum und der Stadt, dürften sich die Kosten in engen Grenzen halten, so kostet ein Vortrag etwa kaum mehr als ein paar hundert Euro Gage für den Redner. Für die Gestaltung von Vitrinen und ähnlichem könne die Stadt natürlich noch bessere Ergebnisse erzielen, wenn dies von externen Profis übernommen werde – allerdings dürften dann die Kosten erheblich steigen, sagte Mordstein.

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Bei den Stadträten erweckte das Thema großes Interesse. Eine Vielzahl von Vorschlägen wurde eingebracht. So schlug der parteilose Stadtrat Peter Seefried vor, Autoaufkleber zu entwerfen. Zweiter Bürgermeister Johann Bröll (CSW) sprach sich allgemein für ein Logo für die Jubiläumsjahre aus. Dr. Frieder Brändle (Freie Wähler) würde es gerne sehen, wenn die Feierlichkeiten von einer Social-Media-Kampagne begleitet würden, um das Interesse der jungen Stadtbevölkerung zu wecken. Reinhold Wörle (Freie Wähler) regte an, den Turnus der Ausrichtung des Wertinger Stadtfestes für die Jubiläumsjahre zu überdenken. Da immer an ungeraden Jahreszahlen ausgerichtet wird, fiele das Stadtfest auf das Jahr 2023 und damit genau zwischen die beiden Jubiläumsjahre. Bürgermeister Willy Lehmeier äußerte dazu den Gedanken, dass dies nicht zwangsläufig schlecht sein müsse, da sich so noch eine zusätzliche Möglichkeit zur Wertschätzung der Stadtgeschichte ergeben würde.

Die Musikschule wird von Wertingen weiter gefördert

Ebenfalls Thema der Stadtratssitzung war der Kooperationsvertrag der Stadt Wertingen mit der Musikschule – vor allem geht es darum, dass die Stadt Geld bereitstellt, dass die Musikschule eigenständig verwenden kann. In den vergangenen Jahren waren das jeweils rund 200000 Euro. Bisher hatte es dafür nur mündliche Zusagen, aber keinen Vertrag gegeben. Zu diesem Thema stellten sich Schulleiterin Heike Mayr-Hof und Geschäftsführerin Karolina Wörle vor und berichteten von den Qualitäten der Einrichtung. 29 Lehrer unterrichten in der Zusamtaler Musikschule derzeit 646 Schüler. Die neue Außenstelle der Musikschule in Bissingen werde sehr gut angenommen, wie Mayr-Hof berichtete.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Dr. Johann Popp, würdigte die Musikschule als einen der Eckpfeiler in der überregionalen Bedeutung Wertingens. „Sie ist eine feste Größe mit dauerhaften Erfolgen“, sagte Popp. Ebenso lobende Worte fand Kulturreferent Dr. Frieder Brändle (Freie Wähler): „Jeder hier investierte Euro ist ein guter Euro.“ Die Musikschule trage zu einem guten Miteinander bei und sei darüber hinaus auch ein Arbeitgeber. Otto Horntrich (SPD) lobte die „tolle Arbeit, die tolle Konzerte möglich macht.“

Peter Seefried stimmte nicht ganz so harmonisch in das Konzert der Lobpreisungen ein. Er wolle als Stadtrat „keinen Freibrief“ ausstellen, Gelder für die Kulturförderung bereit zu stellen. Hier sei stets eine Prüfung notwendig. Doch auch Seefried attestierte der Musikschule, in der „Bundesliga“ zu spielen, und stimmte wie alle anderen Stadträte auch der Festschreibung des Kooperationsvertrages zu.

Der Kommentar unseres Redakteurs zur Musikschule: Wertinger Musikschule: Seefried hat recht

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