Newsticker

Robert-Koch-Institut meldet erstmals mehr als 19.000 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Bange Fragen um das Freibad

Gemeinderat

01.04.2015

Bange Fragen um das Freibad

Einigen wird das Thema „zu heiß gekocht“. Andere wollen es schnell hinter sich bringen

Eine große „Fangemeinde“ des Lauterbacher Freibades hatte sich zur Sitzung des Gemeinderats Buttenwiesen am Montagabend eingefunden. Die Wasserwacht, die den Badbetrieb managt, interessierte sich brennend dafür, wie es mit der beliebten Freizeitanlage nun weitergehen soll. Mit ihren angespannten Gesichtern aber war die Wasserwacht nicht alleine. Auch unter den Gemeinderäten fühlten sich einige sichtlich unwohl bei der Diskussion des Themas und wollten den Ball flach halten. Josef Kienmoser, Gemeinderat aus Lauterbach, gestand, dass die Versäumnisse bei der Genehmigung des Bades zwar unbestritten seien, dass es „mir aber nicht gefällt, wie das Thema an die Öffentlichkeit gebracht wurde“. Kienmoser plädierte dafür, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und gleich eine ganz neue Sanierungs-Planung für das marode Bad einzureichen.

Bürgermeister Norbert Beutmüller stellte jedoch klar, „dass das so nicht geht“. Zunächst müsse das bestehende Bad aus rechtlichen Gründen legitimiert werden, da es ja keine offizielle Bestriebserlaubnis dafür gebe. Zwei Schritte seien notwendig, um die Freizeitanlage wieder auf Vordermann zu bringen, sagte der Bürgermeister: „Die uralten Pläne müssen überarbeitet und der derzeitigen Situation angepasst werden“. Erst danach könne die Generalsanierung angegangen werden, für die es wieder eigene Pläne geben müsse. Es sei auch zeitlich gar nicht möglich, alles auf einmal zu machen, betonte Beutmüller, denn sonst wäre das Bad bis zur Saison nicht legitimiert.

Gerhard Kaltner bezweifelte, ob haftungsrechtliche Gründe gegen eine Betriebserlaubnis sprechen können. „Wer sagt denn, dass wir das Bad so nicht weiter betreiben können?“, versuchte der Enkel des früheren Lauterbacher Bürgermeisters Georg Kaltner, in dessen Amtszeit das Freibad gebaut wurde, die bisherige Situation zu rechtfertigen. Für die bestehende Freizeitanlage müsse es einen Bestandsschutz geben, forderte Gerhard Kaltner. „Wir schicken das Bad in eine unkontrollierbare Richtung“, meinte er, „die Frage steht im Raum, ob wir überhaupt eine Genehmigung kriegen“. Auch Reinhard Badke wollte „das Thema nicht so heiß kochen“, betonte aber, dass „wir schnellstmöglich das korrigieren müssen, was in der Vergangenheit entstanden ist“. Der Zeitpunkt sei jetzt richtig, ein neues Nutzungskonzept für die Anlage zu forcieren.

Thomas Seefried gab zu bedenken: „Wir müssen das alles schnell über die Bühne bringen, sonst wird das Bad zugemacht“. Zweiter Bürgermeister Christian Knapp, der als Einziger gegen die Badgenehmigung stimmte, erinnerte daran, dass sich „von 1973 bis 2015 die Vorschriften geändert haben“. Deshalb müsse die Gemeinde im Landratsamt anfragen, welche Unterlagen jetzt dezidiert gebraucht würden. Knapp wollte das Amt nicht gänzlich aus der Verantwortung entlassen: „Für mich ist das Landratsamt nicht ganz aus dem Schneider“, sagte er. Auch Albert Stöckinger, dienstältestes Ratsmitglied, „wunderte“ sich, „dass das Landratsamt damals keine Einwände hatte“.

Dass das Freibad kein Einzelfall war, gab Bürgermeister Beutmüller im Laufe der Diskussion zu verstehen: „Wir hatten im Jahr 2005 einen ähnlichen Fall beim Lauterbacher Schützenheim“. Damals sei bekannt geworden, dass es für das Heim keine gaststättenrechtliche Erlaubnis gegeben hatte. „Dort musste auch nachgebessert werden“, berichtete Beutmüller. Der Unterschied zu heute sei nur der, dass „der Schützenverein keine Diskussion über das Thema geführt hatte“. "Kommentar

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren