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Binswangen

13.07.2015

Barocke Klänge in der Synagoge

Das Duo Aliquot aus Eisenach (Simona Balan und deren Ehemann Gheorghe) gab ein Gastspiel mit zwei Violen d’amore beim Konzert der Orchestervereinigung Höchstädt-Binswangen.
Bild: Walter Ernst

Duo Aliquot aus Eisenach gewinnt die Musikfreunde mit höchster Professionalität. Beifall für die Orchestervereinigung

Binswangen Es waren außergewöhnliche Klänge, welche die Synagoge in Binswangen beim Konzert der Orchestervereinigung Höchstädt-Binswangen erfüllten. Musik des Barock und der Klassik bot das Orchester unter Leitung von Werner Bürgle, aber vom Duo Aliquot bekam man nicht nur deren historische Instrumente erklärt sondern diese gaben dem Konzert auch den Titel. „Viola d’amore“.

Nicht Violine, nicht Liebe, nicht italienisch, Simona Balan, Ehefrau des Solisten Gheorghe Balan zeigte sich erfreut, Gelegenheit zu bekommen, etwas Licht in das Schattendasein dieses einzigartigen Instruments zu bringen, das von Afrika über Spanien nach Europa gekommen sein soll. Das Instrument selbst, etwas größer als die Bratsche und auch klanglich mit bis zu acht Saiten noch reizvoller zu spielen. Dass auch die Komponisten nahezu unbekannt seien, liege am Instrument, betonte sie, aber das Duo unterstrich mit der Sonata von Luigi Borghi gleich mit ihrem ersten Hörgenuss, dass dies völlig zu Unrecht sei.

Äußerst konzentriert bot Gheorghe Balan zusammen mit den Streichern der Orchestervereinigung das „Concerteo für Viola d’amore in D-Dur“ von Antonio Martinelli einen Vortrag, bei dem er nahezu alle Spielvarianten dem Instrument abverlangte. Seine Leidenschaft für das Instrument war beim Solisten unverkennbar, während seine Duopartnerin immer wieder mit einem Lächeln ihre Freude an der Musik mit der Viola d’amore zum Ausdruck brachte. Es machte einfach Freude, das Ehepaar musizierend bei seinem Gastspiel in Binswangen erleben zu können, das auf Vermittlung von Viktoria Link zu Stande kam.

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Vom musikalischen Standpunkt betrachtet, geriet die Orchestervereinigung gegenüber dem Duo Aliquot etwas ins Hintertreffen, aber das war so gewollt und mit dem Konzerttitel überschrieben. Die Suite „The Married Beau“ von Henry Purcell und Ausschnitte aus der Ouvertüre zur Oper „Berenice“ von G.F. Händel boten bemerkenswerte Momente, die Stärken des Orchesters auszuspielen.

Dazu gehörten auch das Cembalo, bespielt von Thea Waschke und Werner Bürgle mit dem Violoncello, die zusammen mit Gheorghe und Simona Balan die Ouvertüre ex A von Wilhelm Ganspeck musikalisch glänzen konnten. Eine Fuge des Duos von Anton Huberty und mit einem abschließenden Solovortrag von Antonio Vivaldi beendete Gheorghe Balan ein außergewöhnliches Konzerterlebnis.

Keine Frage, dass das, trotz hochsommerlicher Temperaturen mehr als aufmerksame Publikum von den Akteuren zwei Zugaben abverlangte. Wer diese außergewöhnlichen Klänge der Viola d’amore versäumt hat sei vertröstet, denn Simona Balan hat mehr Informationen zum Instrument für den nächsten Auftritt angekündigt. (we)

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