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Wertingen

21.02.2020

Bauer sucht Verbraucher

Patrick Buchler, Schüler der Wertinger Landwirtschaftschule, leitet mit seinem Vortrag eine der Informationsrunden ein. Junge Menschen der Montessori-Fachoberschule diskutierten anschließend mit den etwa gleichaltrigen Landwirten.
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Patrick Buchler, Schüler der Wertinger Landwirtschaftschule, leitet mit seinem Vortrag eine der Informationsrunden ein. Junge Menschen der Montessori-Fachoberschule diskutierten anschließend mit den etwa gleichaltrigen Landwirten.
Bild: Andrea Baumann

Plus Junge Landwirte und Schüler der Montessori-FOS kommen ins Gespräch. Zwei Welten prallen aufeinander. Die Veranstaltung zeigt Wege auf.

Ist die Landwirtschaft zu weit weg vom Verbraucher oder ist der Verbraucher zu weit weg von der Landwirtschaft? „Das Problem ist nicht, dass wir in zwei verschiedenen Welten leben, sondern dass wir verschiedene Blickwinkel haben“, sagt Robert Knittel, Lehrer der Wertinger Landwirtschaftsschule. Und so besuchen an diesem Vormittag Schüler der Montessori-Fachoberschule die jungen Landwirte. Um einander besser zu verstehen, treffen sie hier aufeinander. „Das Wichtigste ist, mit den Leuten selbst zu reden“, findet Patrick Buchler, einer der Landwirte.

Die Landwirte sprechen über die „gesunde Kuh“ oder Bodenfruchtbarkeit

In kleinen Gruppen wollen sie sich kennenlernen und austauschen. Zunächst halten die Landwirte jeweils einen kurzen Vortrag. Dabei geht es um ihre Arbeit. So sprechen sie beispielsweise über die „gesunde Kuh“ oder Bodenfruchtbarkeit. Buchler schildert in seinem Vortrag sein Praktikum in den USA. Dort hat er einige Monate auf einem landwirtschaftlichen Betrieb verbracht, um neue Eindrücke außerhalb Deutschlands zu bekommen. Buchler berichtet: „Dort werden zum Teil Pflanzenschutzmittel verwendet, die hier schon längst verboten sind.“

In einem anderen Vortrag erzählt Matthias Offinger von Biogas. Nachhaltigkeit spiele hier auch eine große Rolle. Patrick Semmler wechselt dann über zum Maisanbau. „Was haltet ihr eigentlich davon?“, fragt ein Landwirt nach dem Vortrag, „der Maisanbau hat hier in der Gegend einen schlechten Ruf.“ Nach kurzer Stille lautet die Antwort eines MOS-Schülers: „Eigentlich kann ich da gar nicht so genau urteilen, ich bin ja nur Verbraucher; ihr kennt euch da viel besser aus.“

Bauer sucht Verbraucher

Nach dem letzten Vortrag von Tobias Hertle über Braugerste lockert er kurz die Stimmung: „Bier ist ein Grundnahrungsmittel und deswegen ist der Anbau wichtig.“ Dann beginnt die etwas ernstere, allgemeine Diskussionsrunde. Die Landwirte setzen sich mit den MOS-Schülern zusammen. Bei Fragen von „Wie geht ihr mit Massentierhaltung um?“ bis hin zu „Was haltet ihr von der Schlachtung?“ können sich die jungen Landwirte einigen: „Man muss beide Seiten betrachten – sowohl die Wirtschaft als auch den Tierschutz.“ In den Medien würden nur die schlechten Seiten – und das zu übertrieben – gezeigt, meinen die Landwirte. Dabei gäben sie auf die Tiere acht.

Montessori-Schüler ist positiv überrascht

Dann bitten die Landwirte um Rückmeldungen der Montessori-Schüler. Sie loben die interessanten, leicht verständlichen Vorträge. „Um ehrlich zu sein, war ich zuerst voll unmotiviert“, meint eine Schülerin, „aber ich bin positiv überrascht.“ Ihnen sei wichtig, zu erfahren, wie die Realität der Landwirte aussieht. Was die Landwirte den etwa gleichaltrigen Verbrauchern an diesem Vormittag mit auf den Weg geben wollen, ist die Anregung, Fragen offen zu stellen, wenn es welche gibt: „Informiert euch zuerst, bevor ihr urteilt, hinterfragt die Medien kritischer.“ Schließlich einigen sich beide Seiten darauf, dass sie mehr kommunizieren müssen. Mit mehr Zusammenarbeit würden sich die Probleme innerhalb der Landwirtschaft besser lösen lassen. Als die Räume sich leeren und die Schüler wieder gehen, erklärt Heike Kahler, Leiterin der Montessori-Schule, gegenüber unserer Zeitung, wie zufrieden sie mit dem Projekt sei: „Es ist etwas entstanden.“

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