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Wertingen

25.11.2018

Besonderes Konzert in Wertingen: Jazz, der leuchtet

Der Künstler steht gänzlich hinter seiner Kunst zurück. Das Hören der Musik und das Wirken der Lichteffekte bestimmten das Konzerterlebnis „Jazz leuchtet in Wertingen“ – im wahrsten Sinne.

Vier Künstler sorgten in Wertingen für ein wunderbares Rendezvous von Musik und Licht

Es war für alle eine Premiere und auch ein wenig ein Experiment, was da am vergangenen Freitag im Festsaal des Wertinger Schlosses stattfand. Unter dem Titel „Jazz leuchtet in Wertingen“ hatte Initiator Julien Kneuse-Le Ray Ein Künstler baut Diamanten für das Modular-Festival, Graffiti: Zwischen Kunst und Ärger
einen besonderen Abend angekündigt.

Beteiligt waren, neben dem Lichtkünstler selbst, sein Kollege Victor Kosebach, der wie er in der Augsburger Kunstszene zuhause ist, sowie zwei Profi-Musiker aus Frankreich, Akkordeonist Philippe Mallard und Pianist Philippe Mira. Beide sind derzeit mit Chanson-Sängerin Catherine Le Ray, der Mutter von Kneuse-Le Ray, auf Tour durch Deutschland.

An diesem Abend nun sollte die instrumentelle Darbietung der beiden Musiker zusammen mit der visuellen Interpretation der Stimmungen, Rhythmen und Genres über Lichteffekte in das Sinnfeld der Zuhörer gelangen und dort verschmelzen. Mit selbst gebauten geometrischen Formen, die das Licht unterschiedlich reflektierten und bündelten, versuchten die Lichtkünstler, den akustischen Genuss der Musik zu verstärken.

Verschiedenste Jazz-Standards von Boogie bis Tango

Während die beiden Musiker verschiedenste Jazz-Standards von langsamen Stücken bis hin zu Boogie-Woogie-Rhythmen, von Musette-Walzern bis zum Tango, von der Marseilleise bis zu Grace Jones’ Song „I’ve seen that face before“ - mitunter charmant verfremdet, aber doch erkennbar – zu Gehör brachten, zauberten die beiden Lichtkünstler Stimmungen via Licht in allen Farben und Wärmegraden. Hatte der Zuhörer zu Beginn das Gefühl, in dunkler Nacht, bei Regen und Gewitter irgendwo draußen unterwegs zu sein, versetzte ihn das wechselnde Licht bald in die Atmosphäre einer nächtlichen Bar. Wähnte man sich eben noch im nächtlichen Schein einer Straßenlaterne irgendwo im Pariser Quartier Latin, befand man sich kurze Zeit später gefühlt auf einem orientalischen Fest mit warmem, schummrigem Rotlicht.

Mal meditativ und beruhigend, mal zum Tanz auffordernd. Fast unbemerkt ging langsam die „Sonne“ hinter den beiden Musikern auf und gewährte einen scheuen Blick auf die Künstler an Akkordeon und Flügel, die bisher fast ganz hinter den geometrischen Gebilden verschwanden. Diese erinnerten mal an die grauen Häuser einer Stadtsiedlung, mal an Gebirge oder Sanddünen, ein andermal an die Pyramide am Eingang des Pariser Louvre.

Im Zentrum der Wahrnehmung stand dadurch immer die gehörte Musik, sanft untermalt vom sich wandelnden Licht. Das Publikum nahm das Experiment begeistert auf, ließ sich bereitwillig ein auf diese synästhetische Reise und bat um eine Zugabe, die die Künstler gerne mit einem schmissigen Tango gaben. Experiment gelungen.

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