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Villenbach

21.11.2018

Besserer Mobilfunk für Rischgau und Villenbach

Am Mobilfunkmast im Villenbacher Postweg sollen noch Antennen der Telekom angebracht werden, um Villenbach und Rischbau besser zu versorgen. Bisher sind nur die von Vodafone angebracht, obwohl der Mast der Telekom gehört.
Bild: Brigitte Bunk

Die Telekom baut Antennen auf ihren Mast im Postweg. Nicht alle sehen das als die beste Lösung. Wie die Handynutzer die Strahlenbelastung mit beeinflussen.

Auch wenn die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen und nochmals ein Gutachten bezahlen würde, wäre der Mobilfunkmast in Villenbach damit nicht abgewendet. Mit einer Gegenstimme sprach sich deshalb der Villenbacher Gemeinderat dafür aus, diesen Weg nicht weiter zu gehen.

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Vorher hatten die Ratsmitglieder ausgiebig diskutiert. Sie wollten wissen, warum die Antennen am künftigen Digitalfunkmast an der Wengener Hald zwar die Rettungskräfte bei ihren Einsätzen versorgen, die Telekom trotzdem ihre Antennen am unternehmenseigenen Mast am Villenbacher Postweg anbringe. Dagegen wehren sich die Anwohner (wir berichteten über einen Teilsieg für die Anwohner des Postwegs) – nun mithilfe von Rechtsanwalt Thomas Kaupa. Der kam am Montag ebenso wie Erwin Walch von der Telekom zur Sitzung ins Villenbacher Rathaus.

Villenbach momentan von Altenmünster mit versorgt

Walch ließ keinen Zweifel daran, dass der vorhandene Mast im Postweg für alle Seiten die beste Lösung sei. Er stellte klar: „Die hohen Emissionen bringt das Handy.“ Je weiter der Mobilfunkmast weg sei vom Gerät, umso mehr müssten sich die Anlage und die Handys „anstrengen“. Nachdem Villenbach momentan von Altenmünster und Zusamaltheim her versorgt werde, fahren die Antennen laut Walch volle Leistung. Ebenso die Empfangsgeräte, also die Handys am Ohr oder in der Hand der Nutzer, die gerade telefonieren oder im Internet surfen möchten.

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Erstaunt fragten die Ratsmitglieder nach. Walch erklärte: „Die unterhalten sich. 1500-mal pro Sekunde wird für jedes einzelne Gerät die Sendeleistung auf das Minimum heruntergeregelt.“ Ein riesiger Regelmechanismus sei da im Gange, um die Belastung so niedrig wie möglich zu halten.

Zur Sprache kommt an dem Abend auch die Baugenehmigung des Masts. Die Unterlagen aus dem Jahr 1982 haben sowohl Bürgermeister Werner Filbrich als auch Walch dabei, alle Nachbarn hatten mit ihrer Unterschrift zugestimmt. Ratsmitglied Stefan Geis befürchtet, vor allem weil die noch schnellere Versorgung im G5-Netz vor der Tür steht: „Wir verteilen noch mehr Sendeleistung.“ Je mehr Nutzer mit ihrem Gerät im Netz seien, umso höher sei die Gesamtbelastung. Also hänge das wieder vom Nutzungsverhalten ab, erläutert Walch. Nicht einmal, wenn ein Handy scheinbar ungenutzt am Tisch liege, sei Pause. Je nachdem, wie oft das Gerät beispielsweise die WhatsApp-Nachrichten aktualisiere oder E-Mails abrufe, gehe es ins Netz. Und je weiter weg es vom Sendemast sei, umso mehr Leistung müssten beide bringen. Das wirke sich sogar auf den Akku aus, der sich genau aus diesem Grund in schlecht versorgten Gebieten schneller entlade.

Mit der Antenne auf dem Mast im Postweg verbessere sich die Versorgung von Rischgau und Villenbach erheblich. Würde die Telekom die Anlage an der Wengener Halde positionieren, gäbe es wegen der Entfernung nirgends eine gute Versorgung. Die Alternative wäre eine Antenne auf einem Haus, die läge dann rund zehn Meter tiefer als am Postweg, was für mehr Strahlungsbelastung sorge.

Als Bürgermeister Filbrich Rechtsanwalt Kaupa das Wort erteilte, meinte der: „Dass die Emissionsbelastungen unterhalb der Grenzwerte liegen, ist nicht wegzudiskutieren. Aber die Belastung besteht.“ Er verwies auf das Rücksichtsnahmegebot im Interesse der Bewohner und das vorliegende Gutachten, das eine gute Versorgung von der Wengener Halde aus bestätige.

Riedsend und Wengen profitieren nicht

Riedsend und Wengen profitieren von der Anlage am Postweg nicht. „Dafür wäre eine eigene Sendeanlage zum Beispiel am Sportplatz nötig, die 20 Meter hoch sein muss, das lässt sich momentan wirtschaftlich nicht abbilden“, erklärt Walch. Der Telekom-Mann verweist auf das neue Förderprogramm, mit dem gegen Funklöcher gekämpft wird. Doch Bürgermeister Werner Filbrich dämpft die Hoffnungen: „Wir liegen in keinem weißen Fleck.“

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