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19.06.2009

Bestseller-Autor Ganghofer auf Zelluloid

Welden 47 Millionen Bücher. So viele Exemplare hat außer Karl May kein anderer deutscher Schriftsteller verkauft. Ludwig Ganghofer und seine Heimatromane sind Generationen vertraut. In Welden, wo Ganghofer sechs Jahre seiner Kindheit verbrachte, wird ab sofort an die zahlreichen Verfilmungen seiner Bücher erinnert. Seit Donnerstag zeugen im Ganghofer Saal des Gasthofs Hirsch Fotos, originale Kinoplakate oder Drehbücher von den fast ebenso beeindruckenden Erfolgen, die Ganghofers Heimatromane auf Zelluloid von den 30ern bis hinein in die 70er-Jahre feierten.

"Ludwig Ganghofer war eine spannende Persönlichkeit, ein Intellektueller und innovativ in vielen Bereichen", sagt Götz Beck, Tourismusdirektor der Regio Augsburg. Mehr als 50 Verfilmungen zählt Ganghofer-Experte Günther Hitzler bis dato, bis zu sieben Versionen existieren von einzelnen Büchern. Filme wie "Der Edelweißkönig" oder "Das Schweigen im Walde" profitierten davon, dass Ganghofers Romane "eigentlich Drehbücher waren", erklärt Hitzler.

Viele seiner Geschichten basieren auf Kindheitserinnerungen des kleinen Ludwigs in Welden. Hitzler: "Das war die Prägungsphase für ihn." Nun sind Exponate aus sieben Filmen auf insgesamt fünf Stellwänden im Gasthof Hirsch zu bestaunen. Auf grüner Grundfarbe und mit einem Bergpanorama als Spitze, liebevoll gestaltetet von Ullrich Styra: "Die Natur und die Berge sind bei Ganghofer allgegenwärtig." Auch für manch einen Kenner des Autors bieten die zeitgenössisch im Kino-Ambiente der 30er-Jahre gehaltenen Vitrinen Überraschungen. So werden die Pläne des Autors für ein eigenes Lichtspielhaus am Königssee im Detail präsentiert. Die Exponate hat Klemens Kugelmann erworben. "Ich bin stolz, dass jetzt wieder ein weiterer Schritt getan ist", sagt er. Aber Beck und Kugelmann haben mit dem berühmten Sohn des Landkreises - er wurde zum ersten Ehrenbürger Weldens ernannt - noch weit mehr vor. Geplant ist ein Erlebnispfad (siehe Infokasten). Auch ein Ganghofer-Theaterstück ist angedacht.

Ulrich Gerhardt vom Landratsamt sieht in der neuen Ausstellung ein weiteres Mosaiksteinchen, um "Alleinstellungsmerkmale" der Region zu transportieren: "Es ist wichtig, eigenständige Profile zu entwickeln." Von Ganghofer ist Gerhardt bereits derart eingenommen, dass ihm kürzlich ein drolliger Fauxpas unterlief: Während der Geburtstagsfeier seiner Frau stellte er eine Musikerin als Frau Ganghofer vor. Die Dame hieß Schmalhofer mit Nachnamen.

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