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Binswangen

30.06.2020

Binswangen bekommt eine „Mitfahrerbank“

Auf dem Bild stehend von links: Britta Wülfing, Elke Schubert, Carolin Sailer, Kreis- und Bezirksrätin Heidi Terpoorten, Volker Terpoorten, der Grünen-Kreissprecher und stv. Dritte Landrat Joachim Hien, Hans-Jürgen Schwarz, Gertrud und Ulrich Schrezenmeir, Zweiter Bürgermeister Walter Stallauer, Thomas Wippel. Sitzend von links: Erika Heindel, Erika Stempfle-Storr, Anna Storr. Anmerkung: Personen, die auf dem Bild nah beieinanderstehen, sind aus einem Hausstand.
Bild: Robinson Ringler

Auf die kann man sich auch setzen, wenn man nicht auf eine Mitfahrgelegenheit wartet.

Ohne Auto von Binswangen nach Wertingen – das ist bislang gar nicht so einfach, denn die Busse fahren selten, und der Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist auch nicht für alle leicht zu bewältigen, konstatieren die Binswanger Grünen in einer Pressemitteilung. Das soll sich künftig ändern, wenn es nach ihnen geht: Jetzt steht in der Ortsmitte eine „Mitfahrerbank“.

„Die Idee ist, dass man sich gegenseitig hilft“, erklärt Erika Stempfle-Storr, Sprecherin des Grünen-Ortsverbands, und weiter: „Wer eine Mitfahrgelegenheit braucht – egal ob alt oder jung –, setzt sich dorthin, aufmerksame Autofahrer achten darauf und bieten spontan eine kostenlose Mitfahrt an.“ Dieses Konzept ist schon an einigen anderen Orten in Deutschland erfolgreich, rund um den Ammersee stehen bereits mehr als 30 Mitfahrerbänke, verteilt in der Region rund um Landsberg/Lech. Die Binswanger Bank wurde nun vom Ortsvereinsmitglied Uli Schrezenmeir gebaut, der als Tischlermeister begeistert diese Aufgabe übernahm.

Man muss nicht auf ein Auto warten, um sich darauf zu setzen

Hintergrund für diese Idee der Binswanger Grünen ist der fehlende öffentliche Nahverkehr, der sich in der Region vor allem an den Schülern und Schulzeiten orientiert, in Schulferien oder am Wochenende stark eingeschränkt ist. Gertrud Schrezenmeir, die seit März auch Mitglied des Binswanger Gemeinderats ist, hat dabei noch eine andere Zielgruppe im Sinn: „Die Gottesdienste in Binswangen finden seit geraumer Zeit in einem anderen Rhythmus statt“, berichtet die Gemeinderätin. „Wer dann zum Beispiel am Sonntag stattdessen in Wertingen zur Kirche möchte, hat nicht unbedingt ein Auto. Mit der Mitfahrerbank möchten wir eine Möglichkeit bieten, sich auf einfache Weise eine Fahrgelegenheit zu beschaffen.“ Wenn es nach ihr geht, setzen sich Betroffene einfach zwanzig bis dreißig Minuten vor Beginn des Gottesdienstes dorthin und finden auf diese Weise Gleichgesinnte, die sie mitnehmen.

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Selbstverständlich ist die Bank nicht auf diesen Zweck oder in diese Richtung begrenzt. Denkbar sei ebenso, dass man eine Transportmöglichkeit nach Holzheim, Dillingen oder zum Zug nach Meitingen findet, meinen die Grünen. Der Ortsverband will nun beobachten, wie diese Idee in Binswangen angenommen wird und ob sich – wie in anderen Landkreisen – weitere Gemeinden dieser Idee anschließen. Mit Wertingen ist Stempfle-Storr bereits im Gespräch.

Gute Erfahrungen am Ammersee gemacht

Am Ammersee stünden die Bänke seit 2014 und es kämen Rückmeldungen, die optimistisch stimmten. Man wisse dort zu schätzen, dass der Wert der Mitfahrerbänke über die Transportmöglichkeit weit hinausgeht. Wie die Organisatoren auch auf ihrer Webseite stolz berichten, bringe die Lösung für die Mobilität im ländlichen Raum einige Vorteile mit sich, darunter nette Unterhaltung während der Fahrzeit, der Zusammenhalt werde gefördert und man lerne neue Leute kennen.(pm)

Autofahrer, die Mitfahrer mitnehmen, sind über ihre Kfz-Haftpflichtversicherung bei eventuellen Personenschäden abgesichert. Mitfahrer haben es in ihrer eigenen Verantwortung, bei wem sie mitfahren oder nicht mitfahren wollen. Man kann die Mitfahrgelegenheit auch höflich ablehnen. Natürlich können Spaziergänger die Bank auch als Ruhebank nutzen, eine Pflicht zum Mitfahren gibt es nicht. \u0009In Corona-Zeiten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Fahrer und Mitfahrer ratsam.

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