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Binswangen

06.01.2020

Binswangen zeigt, dass freiwillige Leistungen noch ehrenhaft sind

Die Gemeinde Binswangen zeichnete zwei Vereine und sechs Ehrenamtliche für ihre Leistungen aus. Auf dem Bild: (von links) Zweiter Bürgermeister Walter Stallauer, Helmut Müller, Anton Kapfer, Martina Kraus (Musikverein), Silvia Lutz, Reinhard Wiedemann (Schützenverein), Helmut Wagner, Johann Storr, Walter Raschke und Bürgermeister Anton Winkler.
Bild: Brigitte Bunk

Die Gemeinde Binswangen zeichnete bei ihrem Neujahrsempfang zwei Vereine und sechs Ehrenamtliche für ihre Leistungen aus.

Ist es in der heutigen Zeit überhaupt noch ein Ehrenamt, im Vorstand eines Vereins zu sein? Diese Frage stellte Bürgermeister Anton Winkler beim Neujahrsempfang der Gemeinde Binswangen. Eingeladen waren Vertreter der Verbände, Vereine und Einrichtungen, „die dem öffentlichen Leben in unserer Gemeinde entscheidend Charakter verleihen und ohne die die anstehenden Aufgaben in den nächsten Jahren nicht bewältigt werden können“, hob der Bürgermeister hervor. In Zeiten, in denen die bürokratischen und rechtlichen Anforderungen und die Aufgaben eines Vorstands immer größer und anspruchsvoller werden, verwundere es nicht, dass immer mehr Vereine damit zu kämpfen haben, offene Stellen zu besetzen. Hingegen sei der Respekt, der früher einem Kommandanten oder einem Vorstand entgegengebracht wurde, mit der Situation in der heutigen Zeit kaum noch zu vergleichen. So könne man eher von freiwilligen Leistungen als von einem Ehrenamt sprechen. „Umso bemerkenswerter ist es, dass wir eine Vielzahl unterschiedlicher Vereine im Dorf nachweisen können, die das Dorfleben nachhaltig gestalten“, sagte Winkler und sprach ausdrücklich seinen Dank aus.

Nach sieben Jahren wieder Empfang in Binswangen

Nach sieben Jahren gab es wieder einen Neujahrsempfang in der Gemeinde Binswangen. Der Gemeinderat hatte beschlossen, den Musikverein für seine Jugendausbildung und den Schützenverein für seine sportlichen Leistungen zu ehren. Die Bürgermedaille mit Urkunde erhielten Silvia Lutz und Helmut Wagner. Den Bürgerbrief mit Medaille haben nun Anton Kapfer, Helmut Müller, Walter Raschke und Johann Storr inne. „Langjähriges kommunales und ehrenamtliches Engagement neben Beruf und Familie rechtfertigt es ohne jeden Zweifel, dass die Gemeinde und ihre Bürger denen danken, für die es eine Ehre und Verpflichtung zugleich bedeutete, sich in den Dienst des Gemeinwesens zu stellen“, führte Zweiter Bürgermeister Walter Stallauer aus. Den würdevollen musikalischen Rahmen verliehen der Feier die Klarischnättra, die zum Schluss die Gäste auch beim Singen der Bayernhymne begleiteten. Und die Sänger von „Z’all Viert“ brachten mit dem unverhofften Schluss ihrer Lieder die Gäste immer wieder zum Schmunzeln. Besinnlich wurde es beim Neujahrsgedicht von Erika Heindel.

Im Rückblick erinnerte Bürgermeister Winkler unter anderem an die Sanierung des Schillinghauses, die Einweihung der Schule inklusive Kindergarten und -krippe. „Bereits vor über 50 Jahren bin ich, wie auch viele andere hier, als kleiner Junge denselben Weg zur Schule gelaufen, wie ihn noch heute die Kinder dieser Gemeinde gehen.“ Damit betonte Winkler, dass es für eine kleine Gemeinde wie Binswangen einzigartig sei, diese noch zu haben. „Auch hier waren es zahlreiche freiwillige Helfer, die zum Erfolg dieses Projektes beigetragen haben.“ Im Rahmen der Dorferneuerung wurden der Raiffeisenweg, die Judengasse, das Gässle und die Bergstraße saniert. Der Breitbandausbau am Ziegelberg und dem Lindenbühl erfolgte, und das Baugebiet Zollstraße wurde erschlossen. Der neue Spielplatz an der Gartenstraße nach der Auflösung der alten Spielplätze an der Langenmantel- und der Hauptstraße werde den Kindern hoffentlich viel Freude bereiten. Der Neubau des Bauhofs steht an, mit integriertem Jugendtreff. Der habe gezeigt, dass er ein fester Bestandteil innerhalb der Gemeinde ist, und dies soll er auch künftig bleiben.

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Betreutes Wohnen für ältere Menschen?

Eine Überlegung wert wäre auch Betreutes Wohnen für die älteren Mitbürger. Die Gemeindekanzlei soll künftig barrierefrei im Erdgeschoss liegen und eine Planung der Innerortsentwicklung wird erstellt. „Damit möchten wir das Aussterben des Ortskerns, der unserer Gemeinde Charakter verleiht, verhindern“, betonte der Bürgermeister. Es gelte, die richtige Balance zwischen Innerortsentwicklung und der Ausweisung neuer Baugebiete zu finden.

Geehrt wurden folgende Einrichtungen und Personen:

Jugendausbildung des Musikvereins Binswangen: Die Ehrung, die Zweite Vorsitzende Martina Kraus entgegennahm, würdigt das unermüdliche Engagement für die Jugend, die durch das soziale Engagement lernen, wie man miteinander umgeht.

Schützenverein Frohsinn Binswangen: Unter anderem waren alle Schützen gemeinsam 16 Mal Meister der Gauoberliga im Gaurundenwettkampf. Im Bezirksrundenwettkampf stieg die Erste Mannschaft in die Schwabenliga Nord auf im vergangenen Jahr und ist damit die höchstklassig schießende Mannschaft im Landkreis Dillingen. Vorsitzenden Reinhard Wiedemann nahm die Ehrung entgegen, auch für Jugendarbeit, dank derer Jugendliche vor Ort ihrem Hobby nachgehen können.

Einzelne Personen ausgezeichnet

Die Bürgermedaille mit Urkunde erhielten:

SilviaLutz war 21 Jahre lang, von 1997 bis 2018, Vorsitzende des Binswanger Frauenbunds. „Leider wurde keine Nachfolgerin gefunden“, bedauerte Bürgermeister Anton Winkler, weshalb die Auflösung erfolgte. Silvia Lutz wirkt weiter als Bezirksleiterin und als Delegierte im Landesverband in München sowie als Mitglied im Kompetenzforum Soziales Leben.

Helmut Wagner war 24 Jahre lang, von 1977 bis 2001, Zweiter Vorsitzender des VdK Binswangen. 16 Jahre lang, von 2001 bis 2017, leitete er die Ortsgruppe. Dabei hat Helmut Wagner die Mitgliederzahl von 74 auf 108 gesteigert.

Bürgerbrief mit Medaille geht an:

Anton Kapfer ist seit 1973 Chorleiter des Gesangvereins Binswangen. Unter anderem hat er am 1982 erschienenen Heimatbuch mitgewirkt, war Vorsitzender des Organisationsgremiums der 800-Jahrfeier, Gemeinderatsmitglied von 1990 bis 2002, Mitverfasser des 1997 erschienenen Bildbands „So war’s …“ Seit 2000 ist er Vorsitzender des Förderkreises Synagoge, seit 2014 Gemeindearchivar und auf Landkreisebene seit 2007 Vorsitzender des Trägerkreises DLG Kultur und Wir. Anton Kapfer nahm die Ehrung entgegen auch für all die Menschen, die mit ihm gewirkt haben.

Helmut Müller gehörte von 1990 bis 2002 dem Gemeinderat an und engagierte sich beim TSV Binswangen, unter anderem von 1990 bis 1998 Erster Vorsitzender. Während dieser Zeit wurden der dritte Tennisplatz, das Trainingsspielfeld und die Sporthalle gebaut und das sportliche Angebot deutlich ausgeweitet.

Große Hilfe bei Baumaßnahmen in Binswangen

Walter Raschke war von 1996 bis 2014 Gemeinderatsmitglied und als Statiker stets eine große Hilfe bei zahlreichen Baumaßnahmen. Seit 2014 ist Raschke Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung. Außerdem war er 25 Jahre lang Kassenwart des Veteranen-, Soldaten- und Kameradschaftsvereins.

Johann Storr gehörte von 1984 bis 2014 dem Gemeinderat an, war von 2008 bis 2014 Zweiter Bürgermeister. Beim Musikverein war er von 1988 bis 2000 Zweiter Vorsitzender und spielte vom 15. bis zum 60. Lebensjahr die Klarinette. Vielen sei er durch seine humorvollen Moderationen gut in Erinnerung. Ebenso als Mittelfeldstratege beim TSV und in der Theatergruppe.

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