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Dillingen

08.04.2016

Bombe im Schweinestall: Sprengkommando rückt an

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Die Polizei hatte die Straße zwischen Holzheim und Dillingen ab der Abzweigung Richtung Wertingen vorsorglich gesperrt.
Bild: Jakob Stadler

Die Straße zwischen Holzheim und Dillingen war zwei Stunden gesperrt. Warum Elmar Waltl jetzt selbst Hand anlegen muss.

Für einen Moment ist die Aufregung groß. Denn am Freitagvormittag rückt ein Sprengkommando der Polizei in der Nähe des Theresienhofs im Süden von Dillingen an. Elmar Waltl hatte am Donnerstagabend in dem derzeit unbewohnten Anwesen mit einem Kompressor und Betonhammer den Betonboden des einstigen Schweine- und Ziegenstalls herausgerissen. Dabei stieß der Dillinger auf ein Metallteil, das er zunächst für ein Rohr hielt (wir berichteten).

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Waltl setzte seine Arbeiten fort. Allmählich kam ihm die Sache jedoch spanisch vor, denn das seltsame Ding schaute aus wie eine Bombe. „Zudem roch es aus dem Boden nach Schwefel“, sagte Waltl. Und er erinnerte sich an Erzählungen seiner Großeltern, die das Anwesen gekauft hatten. Damals sei ein Loch im Haus gewesen – verursacht von einer Fliegerbombe. Der 43-Jährige verständigte die Polizeiinspektion Dillingen, die wiederum ein Sprengkommando aus München zu Rate zog.

Am Freitagvormittag rückten die Experten an. Die Polizei sperrte die Straße zwischen Holzheim und Dillingen im Bereich des Anwesens großzügig ab. Die Sprengstoff-Experten stellten schließlich fest, dass es sich um eine 125 Kilogramm schwere Brandbombe handelt, von der keine Gefahr mehr ausging. Die Bombe, die keinen Zünder mehr hatte, war nach Angaben der Polizei offensichtlich nach dem Zweiten Krieg von den damaligen Besitzern des Anwesens senkrecht in den Boden des Stalles einbetoniert worden.

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Gegen 13 Uhr hob die Polizei die Sperrung der Staatsstraße wieder auf. Polizeisprecher Manfred Thiel sagte, dass Elmar Waltl umsichtig gehandelt habe, indem er den Fund der Inspektion meldete. „Wir hatten großes Glück, dass die Bombe nicht im Stadtgebiet gefunden wurde. Sonst hätten wir das ein oder andere Haus räumen müssen“, erläuterte Thiel. Das Anwesen der Familie Waltl befindet sich etwa zwei Kilometer südlich von Dillingen, kurz nach der Abzweigung in Richtung Wertingen.

Wie die Fliegerbombe an den Ort gekommen ist, konnte auch Thiel nicht sagen. Wurde sie im Zweiten Weltkrieg über Dillingen abgeworfen? Für Waltl geht jetzt der Umbau des ehemaligen Schweinestalls weiter. „Den Rest der Bombe darf ich jetzt selbst ausbauen“, sagte der 43-Jährige. Diese Arbeit hat das Sprengkommando nicht übernommen.

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