Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Brandstifter muss ins Gefängnis

19.10.2009

Brandstifter muss ins Gefängnis

Landkreis/Ulm (gert) - Wegen zweifachen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung in drei Fällen hat das Ulmer Schwurgericht unter Vorsitz von Gerd Gugenhan einen 32-jährigen Gelegenheitsarbeiter zu insgesamt 13 Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Bei der Brandlegung in Langenau am 10. April hat er den Tod zweier Menschen billigend in Kauf genommen. Allein für dieses Verbrechen erhielt der Angeschuldigte acht Jahre Haft.

Der psychiatrische Sachverständige Dr. Heiner Missenhardt, Bad Schussenried, hatte den Mann für voll schuldfähig erklärt und keine krankhafte Neigung zur Pyromanie feststellen können. Vielmehr habe er in den vergangenen zwei Jahren mehrere Brände aus Rache gelegt und "um seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu regulieren". Kein Affektstau, sondern eine allgemeine Unzufriedenheit sei jeweils der auslösende Faktor gewesen. Die Tatsache, dass der 32-Jährige als Kind von einem Nachbarn sexuell missbraucht worden ist, habe zu keiner Persönlichkeitsstörung geführt. Auch liege keine hirnorganische Erkrankung vor.

Aus Verärgerung auf dem Dachboden gezündelt

Es war am 10. April, als der aus Dresden gebürtige Mann seiner Verärgerung wieder einmal Luft machen wollte. Er war in Langenau bei seinem Bruder in einem Mehrfamilienhaus untergekommen. Er ärgerte sich, weil sein Bruder die Freundin aufnehmen wollte und weil ein erwarteter Scheck mit einer Lohnnachzahlung ausstand. Als er auf dem Dachboden war, zündelte er. Seinem Geständnis nach habe er lediglich ein paar Folien mit seinem Feuerzeug angezündet. Aus dem Gutachten eines Brandsachverständigen dagegen ging hervor, dass er an mindestens vier Stellen Feuer gelegt und einmal auch Benzin als Brandbeschleuniger verwendete.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das Gericht hielt es für erwiesen, dass der Brandleger anschließend wieder seelenruhig vor dem Fernseher saß und ein im Haus wohnendes älteres Ehepaar nicht vor der großen Gefahr gewarnt hat. Das schlafende Ehepaar, 82 und 84 Jahre alt, wurden erst durch die Schreie eines Nachbarn alarmiert und konnte sich in Sicherheit bringen. Weil er keinerlei Rettungsmaßnahmen ergriffen hat, obwohl er als schon erfahrener Brandstifter von der Gefahr hätte wissen müssen, erfolgte auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes.

Durch das Feuer, bei dem ein Sachschaden von knapp 300 000 Euro entstand, sind sein Bruder und das Ehepaar obdachlos geworden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren