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Lehrstellenoffensive

18.04.2015

Buben ins Handwerk, Mädchen ins Büro?

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Die meisten Schüler haben bereits ihre Lehrstelle – oder sie gehen weiter auf die Schule

Insgesamt 70 Schüler werden Ende des Schuljahrs voraussichtlich die Mittelschule Wertingen abschließen. 27 Jungen und 18 Mädchen, bereiten sich in der neunten Jahrgangsstufe zurzeit auf die Prüfungen zum Qualifizierten Hauptschulabschluss vor, zusätzlich 13 Jungen und zwölf Mädchen im Mittlere-Reife-Zweig.

Ein starker Trend bei den Jungen geht bei beiden Sparten in Richtung Handwerk und Industrie, auch einige Mädchen haben sich dafür entschieden. Die Mädchen zieht es aber, vor allem im M-Zweig, eher in Richtung Büro. Auch die schulische Weiterbildung steht bei beiden Sparten hoch im Kurs. Der erweiterte M-Zweig in Dillingen, die Fachoberschule, die Berufsfachschule Höchstädt und die Einführungsklasse im Wertinger Gymnasium werden nächstes Schuljahr besucht.

Während alle Schülerinnen und Schüler des M-Zweigs bereits wissen, was sie nach ihrem Abschluss machen, steht das für acht Jungen und sechs Mädchen der Regelklassen noch nicht fest. Für sie bietet die Lehrstellenoffensive unserer Zeitung, die heute beginnt, eine weitere Chance, ihren Weg zu finden. Denn sie möchte Bewerber und Firmen in der Region zusammenbringen.

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Bei den zwei Firmen, bei denen die WZ nachgefragt hat, stehen die Neuzugänge im September allerdings schon fest. Bei der Firma Creaton beginnen zwei Industriekaufleute ihre Ausbildung und ein Fachinformatiker. Laut Kristin Draeger von der Personalabteilung werden dieses Jahr in Wertingen keine gewerblichen Auszubildenden eingestellt. Die Lehrstellen werden nach Bedarf angeboten, also wenn eine Übernahmemöglichkeit besteht. Generell kommen bei Creaton mehr Bewerbungen für die kaufmännischen Berufe an, doch auch der Standort entscheidet, ob Lehrstellen besetzt werden können. So steht am Standort Guttau (Sachsen), der eher abgelegen ist, noch eine Ausbildungsstelle für eine Fachkraft für Lagerlogistik zur Besetzung an und in Höngeda (Thüringen) für einen Elektroniker für Betriebstechnik und einen Industriekeramiker. Natürlich könnten sich auch Mädchen bewerben. Insgesamt sechs Auszubildende sind derzeit bei der Firma Reitenberger Bau im Laugnaer Ortsteil Asbach beschäftigt: drei Maurer, jeweils ein Bauzeichner und eine Bauzeichnerin und ein Bürokaufmann. Zwei angehende Maurer beginnen im September, wie Ulrich Reitenberger junior bestätigt. Der negative Touch, den Bauberufe haben, sei heutzutage nicht mehr gerechtfertigt, meint der Geschäftsführer der Firma mit 120 Mitarbeitern. „Der Bau hat einen wahnsinnigen Wandel erlebt.“ Andere Arbeitstechniken, gute Bezahlung und wesentlich bessere Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als beispielsweise bei einem Bauzeichner.

Hält Reitenberger beim Berufsinfoabend in der Mittelschule Wertingen seine Vorträge, informieren sich viele, die durchaus Potenzial für den handwerklichen Beruf hätten, nur über die Tätigkeit des Bauzeichners. Auch die fehlenden Arbeitszeiten im Winter sind heutzutage kein Argument mehr. Stunden auf dem Arbeitszeitkonto, welche über den Sommer aufgebaut werden, gleichen sich im Winter aus. Die Chance auf die Übernahme nach der Lehre ist ebenfalls groß, sagt Reitenberger: „Wir haben Bedarf. Wer entsprechende Leistung zeigt, wird auch übernommen.“

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