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Unternehmertreffen

29.11.2019

Chefs fordern ein schnelleres Internet

Beim vierten Binswanger Unternehmertreffen gab Tobias Miessl (Mitte) einen Überblick über den Glasfaserausbau und die Digitalisierung. Die Wirtschaftsreferenten Reiner Bühler (links) und Thomas Wippel hatten die Binswanger Geschäftstreibenden eingeladen.
Bild: Bunk

Binswangen hat dabei große Fortschritte gemacht. Was Firmen neben der Glasfaser dringend brauchen

Die nächsten drei Jahre ist die Firma miecom ausgelastet. Was Inhaber Tobias Miessl statt Aufträgen dringend bräuchte, sind weitere Mitarbeiter. In seinem Vortrag beim Treffen der Binswanger Unternehmer im Schillinghaus präzisiert er: „Tiefbauer, die viel arbeiten wollen.“ Das Verlegen von Leitungen für Glasfasernetze ist gefragt. Denn die Digitalisierung schreitet voran. Firmen arbeiten papierlos, lagern ihre Daten in Clouds aus. Seit 2009 ist miecom als Betreiber öffentlicher Glasfasernetze in Bayerisch-Schwaben aktiv. Ein etwa 1000 Kilometer langes Glasfasernetz über 60 Gemeinden hinweg hat die Binswanger Firma errichtet und knapp 1800 Haushalte per FttB, also „Fiber to the Building“, verbunden. Das bedeutet, der Glasfaseranschluss reicht direkt bis ins Haus, womit Bandbreiten bis 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gebucht werden können.

Über 100 solcher Anschlüsse gibt es auch schon in Binswangen. Im nächsten Jahr soll ein neues Förderprogramm aufgelegt werden, mit dessen Hilfe der Ort weiter erschlossen werden könnte. Denn für das Verschicken von großen Dateianhängen oder Abspeichern in Clouds reicht das schon heute kaum aus. Aber derzeit gibt es keine Förderung, denn die Gemeinde hat eine 99-prozentige Abdeckung mit Bandbreiten von 50 Mbit/s. Die Glasfaser reicht bis zum Schaltkasten, weiter fließen die Daten durch die Kupferleitung bis zum einzelnen Haus. Entsprechend langsamer, je weiter das vom Schaltkasten entfernt ist.

In den zurückliegenden Jahren wurden bei Baumaßnahmen in einzelnen Straßenzügen bereits Leerrohre für eine zukünftige Glasfaserinfrastruktur mit verlegt, aber eben ohne die dazugehörigen Kabel einzubringen. Das ist momentan auch nicht geplant. Dennoch erklärt der Experte: „Damit ist Binswangen die fortschrittlichste Gemeinde der VG Wertingen.“

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Zum vierten Mal trafen sich rund 20 Unternehmer mit den Binswanger Wirtschaftsreferenten Thomas Wippel und Reiner Bühler sowie Bürgermeister Anton Winkler und weiteren Gemeinderäten. Reiner Bühler zeigte auf, wie wichtig so ein Treffen ist: „Wir können nur reagieren, wenn wir von den Problemen wissen.“ Circa 45 aktive Unternehmer gibt es derzeit in der Gemeinde, hauptsächlich Einzelunternehmer mit ein bis zwei Mitarbeitern, erläutert Bühler. Insgesamt 210 Arbeitsplätze liegen innerhalb des Orts, 107 Mitarbeiter sind aktuell bei der Firma Gumpp und Maier beschäftigt.

Als neue Unternehmerin im Ort begrüßte Bühler die Physiotherapeutin Martina Sperl, die ihre Praxis in der Bauernstraße hat. Franz Seitz berichtete über die Glasverarbeitung und Montage in der Halle im Gewerbegebiet. Auch er sucht Mitarbeiter, Glaser und Flachglasmechaniker.

Elke Kuhn hat Binswangen mit ihrer Praxis für Mediation und Coaching ebenso verlassen wie Can Türksel mit seiner Spenglerei. Auch das Interconti hat geschlossen, aus gesundheitlichen Gründen hat Günther Kraus aufgehört.

Der schlechte Zustand des Wegs am Herdweg, der zum Stützpunkt und zur Firma Insektenschutz Eser führt, war ebenfalls ein Thema beim Unternehmertreffen. Nachdem der Bauhof dort in den nächsten Jahren entsteht, wird der Weg erschlossen, bestätigte Bürgermeister Winkler.

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