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Buttenwiesen

21.03.2015

Chorgemeinschaft vor dem Aus

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Verein soll zum Jahresende aufgelöst werden

Anni Mengele ist Kassiererin und Ehrensängerin bei der Chorgemeinschaft Buttenwiesen. Seit ihrem 22. Lebensjahr hat sie unzählige Lieder in der Gruppe gesungen. Doch nun kommt Wehmut bei der 75-Jährigen auf: „Leider müssen wir zum Jahresende unseren Verein auflösen“, bedauert sie die Entwicklung in den zurückliegenden Monaten.

Immer mehr ältere aktive Mitglieder seien verstorben oder hätten mit dem Singen in der Chorgemeinschaft aufgehört. Nachwuchs kam keiner hinzu, nennt Anni Mengele die Hauptgründe für die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Der Versuch, sich mit anderen Chören wie in Oberthürheim oder in Roggden zusammenzuschließen, habe auch nicht den erhofften Erfolg gebracht. „Auch dort fehlt der Nachwuchs“, weiß Vorsitzender Ulrich Käsbohrer. Der heute 83-Jährige ließ sich 2006 an die Spitze der Buttenwiesener Chorgemeinschaft wählen, nun findet er keinen Nachfolger. Was Käsbohrer aufgrund des Nachwuchsmangels im Verein nicht überrascht: „Wer will das noch machen, wenn es zu keiner Blutauffrischung kommt?“, stellt er eine berechtigte Frage.

Zur jüngsten Jahreshauptversammlung seien gerade einmal 17 Personen erschienen. Darunter Bürgermeister Norbert Beutmüller und Leonhard Wöger, welche die Neuwahlen durchziehen sollten. Doch dazu kam es nicht, weil sich im Verlauf der Versammlung immer mehr herauskristallisierte, dass der seit 1870 bestehende Verein zum Jahresende mangels Interesse aufgelöst werden muss. Beim Kreischorverband Dillingen und beim Chorverband Bayerisch Schwaben haben sich die Buttenwiesener bereits abgemeldet. Die alte Vorstandschaft mit Ulrich Käsbohrer und Anni Mengele bleibt bis zum endgültigen Aus noch kommissarisch im Amt.

Einiges von dem Geld, welches auf den Konten des Vereins liegt, soll bei kleineren Zusammenkünften und einem Ausflug teilweise noch ausgegeben werden, sagt Kassiererin Anni Mengele. „Der Rest geht für karitative Zwecke an die Gemeinde“, ergänzt Ulrich Käsbohrer. Und was geschieht mit dem Klavier, das dem Verein gehört und seit Jahren im Bürgersaal neben dem Rathaus steht? Käsbohrer und Mengele wissen darauf noch keine Antwort. Auch was mit den zahlreichen Notenblättern, welche im Vereinsschrank im Obergeschoss des Bürgersaals lagern, passieren soll, darüber haben sie sich noch keine Gedanken gemacht. Dass sie eines Tages für die Jugend doch noch interessant werden können, glaubt Ehrensängerin Anni Mengele nicht. „Ich merke es an meinen Enkeln, die eine ganz andere Vorstellung von Musik und Liedern haben.“ "Wochennotiz Seite..

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