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21.03.2009

DGB-Chef gibt sich auf dem Sofa kämpferisch

Peterswörth Zufall oder nicht, am Josefstag setzte sich der DGB-Landesvorsitzende und ehemalige Landtags- und Bundestagsabgeordnete Fritz Schösser (SPD) auf das Peterswörther Sofa. Das Thema Arbeit war somit Programm.

Moderator Bernhard Leo lenkte den redegewandten 61-Jährigen vor allem zu den kritischen Themen dieser Zeit. Leiharbeit etwa. "Früher dienten Leiharbeitsverträge dazu, die Spitzen in der Wirtschaft aufzufangen. Doch mittlerweile gibt es mehr befristete als unbefristete Verträge", machte er seinen Unmut darüber Luft.

Kritisch beäugt

Kritisch beäugte er die Riester-Rente. "Sie ist so hochgelobt. Aber die Rendite ist nicht gesichert. Noch dazu wird sie mit zehn Millionen Euro von der Regierung pro Jahr subventioniert", so Schösser. Seiner Meinung nach sei das Geld im Rententopf allemal besser angelegt. Weniger kritisch äußerte er sich zum Gesundheitswesen. Der alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrates des AOK-Bundesverbandes und der AOK-Bayern sprach sich für das deutsche System aus. "Der Geldbeutel darf nicht über die Gesundheit entscheiden. Wir sind so gut aufgestellt, wie sonst nur die skandinavischen Länder", betonte er. Er werde sich das System nicht kaputtreden lassen.

DGB-Chef gibt sich auf dem Sofa kämpferisch

Im Fall Opel sei er froh, dass er DGB-Vorsitzender in Bayern und nicht in Hessen sei. "Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise sind hier fatal. Opel braucht ein Wunder. Ich weiß aber nicht wo das herkommen soll", sagte er im Peterswörther Bürgersaal. Er wolle kein Schwarzmaler sein, aber er glaube, dass die Bundesbürger noch einige Zeit an den Folgen der Wirtschaftskrise zu knabbern hätten.

Auf die Frage, ob sich der öffentliche Nahverkehr nicht die falsche Zeit für seinen Streik ausgesucht hätte, konnte Schösser nur müde lächeln. Schösser: "Ich bin seit 1962 Mitglied in der Gewerkschaft. Seither gab es noch nie einen günstigen Zeitpunkt für einen Streik." Mit Blick auf das Wahljahr 2009 bat er das Publikum, weder radikal zu wählen, noch den Urnengang völlig sein zu lassen. "Nach ökonomischen folgen immer politische Krisen. Ich hoffe, dass heuer die CDU/CSU und die SPD Geschlossenheit zeigen und es zu keiner Schlammschlacht kommt", betonte er.

Zu fortgeschrittener Stunde beantwortete Fritz Schösser Fragen aus dem Publikum. Etwa, ob eine fristlose Kündigung einer Supermarkt-Kassiererin wegen eines Betrags von 1,30 Euro gerechtfertigt sei.

Das sei nicht verhältnismäßig gewesen, so Schösser. "Was soll man nach so einer Strafe erst mit einem Herrn Zumwinkel machen?", fragte er in den Raum. Auf Nachfrage distanzierte er sich von den Gewerkschaftlern, die im Aufsichtsrat gemeinsam mit dem ehemaligen Post-Chef für ihn nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen hätten.

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