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Schließung

11.05.2015

Das Ende weiterer Bankfilialen

Spätestens in 24 Monaten werden die Kunden der VR-Bank in Binswangen (Bild), Zusamaltheim, Laugna und Wortelstetten vor verschlossenen Türen stehen.
Bild: Veh

Die Vorstände der VR-Bank sprechen von einem Prozess. Innerhalb von 24 Monaten werden insgesamt zehn Filialen wegfallen. Warum das genaue „Wann“ noch unklar ist

Irgendwann hat er’s mal ausprobiert, online seine Bankgeschäfte zu tätigen. „Dann klappte irgendwas nicht.“ Und Anton Winkler kehrte wieder zurück zu seiner Bank.

Das war für den Binswanger Bürgermeister vor einem Jahr noch ganz einfach, Sparkasse und VR-Bank betrieben eine Filiale vor Ort. Bei der einen regelte er die Geschäfte der Gemeinde, bei der anderen die privaten. Diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei.

Nachdem die Sparkasse ihre Filiale im vergangenen November dicht gemacht hatte, verkündete jetzt auch die VR-Bank die Schließung. Und das betrifft nicht nur Binswangen, sondern insgesamt zehn Filialen der VR-Bank Lech Zusam.

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24 Monate haben die verantwortlichen Vorstände für den Prozess eingeplant. Angefangen haben sie jetzt in der Region Wertingen. Neben Binswangen sind die Filialen in Zusamaltheim, Laugna und Wortelstetten betroffen.

"Die Kunden mit in die Zukunft nehmen"

Wann die Schließung in den einzelnen Orten genau ansteht, werde sich im Laufe der nächsten Monate zeigen. „Der Prozess ist nicht so einfach, wir versuchen ihn vernünftig zu machen“, sagte Vorstand Ulrich Kain gestern gegenüber unserer Zeitung. „Wir wollen die Kunden an die Hand und mit in die Zukunft nehmen“, verdeutlichte er das Anliegen, die Kunden zu behalten.

Gleichermaßen „anständig“ wolle man auch mit den Mitarbeitern umgehen. Kain betonte, dass mit den Entwicklungen keine betriebsbedingten Kündigungen verbunden seien. „Der Wiedererkennungspartner für den Kunden ist der Mitarbeiter.“ Konkret sollen Mitarbeiter samt Kunden somit zu nahe gelegenen Filialen überwechseln.

Auch Villenbach und Emersacker behalten ihre Filialen

In der Region Wertingen bleiben neben der Zusamstadt die Filialen in Villenbach und Emersacker bestehen. Über weitere Filialen im angrenzenden Landkreis Augsburg wollte Ulrich Kain gestern gegenüber unserer Zeitung keine Aussagen machen. Man habe erst mit den Mitarbeitern und Bürgermeistern vor Ort zu sprechen.

Entschieden und bei der Vertreterversammlung Ende vergangener Woche in der Stadthalle Gersthofen verkündet hatten die Schließungen die Vorstände Georg Schneider, Ulrich Kain und Jürgen Reinthaler. Letzterer erklärte als Generalbevollmächtigter der VR-Bank Handels- und Gewerbebank: „Das ist kein Rückzug, sondern angesichts der Verlagerung vieler Geschäfte ins Internet eine Frage der Effizienz beim Aufwand“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung.

Onlinebanking und ein persönlicher Ansprechpartner - beides ist wichtig

Für das zukünftige Geschäft sei insbesondere die Beratungsqualität von großer Bedeutung. Vor den rund 180 anwesenden Vertretern definierte Vorstand Georg Schneider „Qualität“.

Neben Girokonto, einfachem Onlinebanking und Geldversorgung sei ein „persönlicher konstanter Ansprechpartner wichtig für eine hochwertige Betreuung“. Die Mitarbeiter seien in der Region verwurzelt – „auch wenn das mal zwei Kilometer weg ist“.

Um weiterhin erfolgreich in der Region tätig sein zu können, dürfe die VR-Bank den aktuellen Trend des Onlinebankings sowie die derzeitige Nullzinspolitik nicht ignorieren. Schneider: „Wir müssen aus eigener Kraft handeln, dürfen nicht abwarten.“

Wo Kunden künftig Geld abheben können, bleibt fraglich

Handeln heißt für die VR-Bank das Schließen von Filialen und damit Kostensenkung. Für Binswangens Bürgermeister Winkler bedeutet es: „Ich werd’s wohl wieder mit Online-Banking probieren.“ Ob er sein Geld künftig noch in Binswangen abheben kann, ist fraglich. Wie Ulrich Kain gestern erklärte, spielen hier die Kosten ebenso eine Rolle wie die technischen und räumlichen Möglichkeiten.

Gemeinsame Automaten mit der Kreissparkasse, wie es sie beispielsweise in Gundremmingen, Westendorf, Westheim oder Gablingen gibt, seien im Landkreis Dillingen momentan nicht in Sicht.

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