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Das Flickwerk bei Hirschbach sollte aufhören

Kommentar Von Benjamin Reif
20.02.2021

Plus Warum nur wird der Plan, die Straße zwischen Hohenreichen und Langenreichen auszubauen, nicht endlich verworfen.

Eine Autofahrt von Hohenreichen nach Langenreichen macht keinen Spaß. Bis man das rettende Schild „Landkreis Augsburg“ am Horizont erblickt, haben Stoßdämpfer und Nerven aufgrund zahlreicher Risse und Schlaglöcher schon einiges mitgemacht. Für den Rest der Fahrt fragt man sich dann doch, warum in aller Welt hier nicht schon lange etwas Substanzielles geschehen ist. Bisher wurde nur regelmäßig das absolute Minimalprogramm absolviert, was im Wesentlichen daraus bestand, die auffälligsten Löcher und Risse notdürftig zu verkleben.

Von einem volkswirtschaftlichen Standpunkt ist das natürlich clever gedacht. Die Pendler auf dieser Strecke haben keine allzu große Lobby, denn die Staatsstraße 2382 ist für den Güterverkehr höchstens mittelmäßig wichtig, und das gesamte Verkehrsaufkommen überschaubar. Beim Ausbau wird gespart, und an den bewaldeten Straßenrändern lassen sich prima Blitzer aufstellen, um die geforderten 70 Stundenkilometer auch gewissenhaft zu kontrollieren.

Hohenreichener Straße im letzten Winkel des Zuständigkeitsbereichs

Die Straße liegt aus Sicht des zuständigen Staatlichen Bauamts Krumbach im wirklich allerletzten Winkel ihres Zuständigkeitsbereiches. Wie hoch die Wichtigkeit derselben dort eingeschätzt wird, weiß man nicht – ein Platz am unteren Ende der Skala wäre die informierte Prognose.

Diejenigen, welche das Pech haben, auf dieser Rumpelpiste öfter unterwegs sein zu müssen, können die uralte Story von dem eigentlich notwendigen Ausbau meist nicht mehr hören. Warum sich Grundstückseigentümer und das Staatliche Bauamt nicht einig werden, wird die Öffentlichkeit im Detail sowieso nie erfahren, denn Grundstücksverhandlungen laufen auch bei Behörden vertraulich ab. Es wäre höchste Zeit, diesen Plan einfach abzublasen, und der Straße einen komplett neuen Belag zu spendieren, anstatt immer nur Flickwerk zu betreiben.

Das 70er-Schild könnte man danach allerdings immer noch stehen lassen. Denn für Radfahrer bleibt die Strecke zwischen Hohenreichen und Langenreichen aufgrund eines fehlenden Radwegs so oder so gefährlich. Man wagt ja kaum mehr zu hoffen, dass ein solcher tatsächlich einmal gebaut werden könnte.

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