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Wertingen

25.07.2019

Das „Haus der kleinen Füße“ wird zu klein

Das „Haus der kleinen Füße“ in Villenbach wird zu klein. Ab September werden 46 Mädchen und Buben das Kinderhaus besuchen – eigentlich ist es nur für 40 ausgelegt.
Bild: Symbolfoto: Alexander Kaya

Mehr Kinder als vor sechs Jahren erwartet besuchen heute den Kindergarten in Villenbach. Die Gemeinderäte beschäftigte diesbezüglich mal wieder das liebe Geld.

Ab September besuchen 46 Mädchen und Buben den Kindergarten in Villenbach – mit Sondergenehmigung des Landratsamts. Denn eigentlich wurde das im September 2013 eröffnete „Haus der kleinen Füße“, wie die Villenbacher Einrichtung liebevoll genannt wird, nur für 40 Kinder gebaut. Um keine der angemeldeten jungen Villenbacher abweisen zu müssen, haben sich die Gemeindevertreter, der Arbeiter-Samariter-Bund als Träger und die Mitarbeiter Gedanken gemacht, wie der vorhandene Platz sinnvoll genutzt werden könne. So wird unter anderem ein Raum, in dem bisher Stühle gelagert werden, hinzugenommen. Außerdem wird ein Fußweg entlang des Kindergartens zeitweise gesperrt, um den Kindern dort Bobbycarfahren zu ermöglichen. Der Turnraum im Keller wird künftig zum Turnen hergenommen. Bisher nutzten ihn Jugendliche der Feuerwehr, die sich inzwischen im neuen Feuerwehrhaus treffen können. So fällt der Weg zur Sporthalle weg und die Zeit kann für die Turnstunden selbst verwendet werden.

Das "Haus der kleinen Füße" ist für 40 Kinder ausgelegt

Dass die Mitarbeiter gut mit der neuen Situation zurechtkommen werden, daran ließ ASB-Geschäftsführer Joachim Keil in der Ratssitzung am Montag keinen Zweifel: „Wir lösen Probleme bedarfsorientiert während des Betriebs.“ Doch er stellte klar: „Mit der jetzigen Erweiterung sind wir am Limit.“ Das bedeutet, wie Zweiter Bürgermeister Reinhard Langenmair erklärte, dass eine Erweiterung unumgänglich ist, wenn künftig ohne Ausnahmegenehmigung 50 Kindern, also zwei Gruppen mit jeweils 25 Kinder, ausreichend Platz haben sollen. Sowohl zum Spielen und für kreative Einzelarbeit oder bei Förderbedarf. Mit einer Gegenstimme beschließt das Gremium, einen Planer zu beauftragen, der abklärt, welche Möglichkeiten zur Erweiterung es gibt. Michael Stegmiller würde lieber im Vorfeld abklären, ob die Gemeinde ein geeignetes Grundstück bekommt. Denn das Gebäude aufzustocken, sei aufgrund der Bauweise nicht möglich.

Die Kindergartengebühren werden künftig voraussichtlich um drei Prozent jährlich angehoben. Die Geschwisterermäßigung für das zweite Kind liegt dann bei 25 Prozent – bisher 35 Prozent –, und für das dritte Kind, das gleichzeitig die Einrichtung besucht, zahlen die Eltern überhaupt keine Gebühren. Nur wenn die höher sind als 100 Euro, müssen Eltern bei Kindergartenkindern inzwischen überhaupt etwas dazubezahlen. Diesen Betrag bekommt die Einrichtung vom Staat. Konkret zahlen die Villenbacher deshalb jetzt fünf Euro bei mehr als 35 Wochenstunden (105 Euro Gebühr). 110 Euro kostet die Belegung bei 40 bis 45 und 115 Euro bei mehr als 45 Wochenstunden. Der Grund für den Antrag ist, dass die ASB-Mitarbeiter den Eltern deshalb bei der Anmeldung nie sagen können, wie sich die Gebühren entwickeln, und haben auch selbst keine genauen Zahlen. Denn die Villenbacher warteten bisher stets ab, wie die Zusamaltheimer ihre Gebühren regeln. Einen großen Sprung, also die Gebühren an die Wertinger Sätze anzupassen, wo die Höchstgebühr ab September bei 154,80 Euro liegt, wollten die Räte nicht. Der ASB-Geschäftsführer formuliert deshalb den Antrag nochmals, der Beschluss wird in der nächsten Sitzung gefasst.

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Weitere Themen im Gemeinderat waren:

Bauanträge: Einstimmig genehmigten die Räte den Neubau eines Familienhauses im Gladiolenweg in Villenbach sowie die Tektur zum Neubau einer Halle und eines Blockheizkraftwerks im Container an der Villenbacher Straße in Wengen. Die Tektur war nötig, weil die Halle anders gebaut wurde als der ursprünglich genehmigte Plan. Auch dem Abbruch eines Dachgeschosses, um auf die Grundmauern eines bestehenden Hauses neben der Kirche in Riedsend ein neues zu bauen, stimmten die Räte zu.

Bauanfragen: Das erste Stockwerk des Gasthauses Wipfler, heute Tölk, könnte verkauft werden. Der neue Eigentümer plant sieben Fremdenzimmer samt der dazugehörigen Stellplätze. Die Metzgerei und die Gaststätte bleiben, erklärte Zweiter Bürgermeister Langenmair. Doch die Gemeinde bräuchte einen anderen Festsaal, und das Wahllokal müsste auch verlegt werden. Für Letzteres stünden die Räume der Gemeinde zur Verfügung. Die Gemeinde bittet das Landratsamt, die Nutzbarkeit und die Einfahrt zu prüfen. Mit einer Gegenstimme gibt der Rat die Anfrage weiter.

Radweg: Die Gemeinde Villenbach würde für den Ausbau beziehungsweise die Sanierung der Straße von Villenbach nach Rischgau keinen Zuschuss bekommen, auch nicht für die Arbeiten an der Brücke. Dafür fließt zu wenig Verkehr zwischen den Orten. Deshalb schlug Dritter Bürgermeister Dieter Meißle nach Rücksprache mit den Sachverständigen vor, den Radweg mit einer separaten Radbrücke zu bauen. Die Räte stimmten zu, die Planungen entsprechend fortzuführen.

Lagerhaus: Die Rischgauer Straße soll in die Dorferneuerung ebenso aufgenommen werden wie die Umgestaltung des Lagerhauses, das als Jugendheim genutzt wird. Bisher ist nur die Gestaltung des Umfelds enthalten, doch auch am Haus selbst sind größere Maßnahmen notwendig. Beispielsweise ist das Dach undicht. Das Gemeindegremium hat keine Einwände, die Abstimmung im Rat kann jedoch erst erfolgen, wenn der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft zugestimmt hat.

Verkehrsspiegel: Gegenüber der Ausfahrt Mitterfeldstraße zur Hauptstraße wird ein Verkehrsspiegel angebracht. Auslöser war ein anonymer Brief an das Landratsamt, dem eine Verkehrsschau mit der Polizei und dem Ordnungsamt folgte. Am besten wäre es, die Mauer zurückzusetzen. Zweiter Bürgermeister Langenmair berichtete jedoch, dass die Anwohner dem nur zustimmen, wenn sicher sei, dass das Haus nicht absinke. Deshalb wird die Gemeinde einen Fachmann zurate ziehen.

Kirchensanierung: Wie die Pfarreien Wengen und Riedsend bekommt auch Villenbach acht Prozent Zuschuss für die Sanierung der Pfarrkirche.

Bürgerversammlungen: Dieses Jahr findet wieder in allen Ortsteilen eine Bürgerversammlung statt, voraussichtlich Ende September. Dann könnte auch Bürgermeister Werner Filbrich wieder im Dienst sein.

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