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Landkreis Dillingen

08.05.2015

Das Megathema Bildung nimmt im Landkreis Fahrt auf

Wie kann man junge Menschen im Landkreis halten? Wie kann man junge Familien davon überzeugen, dort zu bleiben? Ein Baustein dafür ist die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“.
Bild: dpa

Der Landkreis Dillingen will seinem Ruf als Bildungsregion gerecht werden. Jetzt war Startschuss für einen Zertifizierungsprozess. Was dabei  herauskommen soll.

Wie kann man junge Menschen im Landkreis halten? Wie kann man junge Familien davon überzeugen, dort zu bleiben? Ein Baustein dafür ist die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“. Denn, wie Landrat Leo Schrell gestern sagte: „Die Zukunftsfähigkeit eines Landkreises hängt maßgeblich von der Bildung junger Leute ab.“ Deswegen sei Bildung ein Megathema. Gestern wurde im Landratsamt vor etwa 80 Gästen der Startschuss für den Zertifizierungsprozess gegeben. Ziel dieses Prozesses ist es, dass zum Beispiel Schulen und Jugendhilfe besser zusammenrücken, erklärte Richard Steuerer von der Regierung von Schwaben. Der Landkreis Dillingen sei für eine Bildungsregion prädestiniert, findet Hubert Lepperdinger: „ Dillingen ist ja auch ein Synonym für Bildung“, lobte der Vorsitzende der Konferenz der Schulaufsicht. Mit diesem Landkreis seien dann fast alle in Schwaben der Initiative angeschlossen.

Und schon jetzt ist einiges passiert. So wurden zum Beispiel im Oktober vergangenen Jahres 134 Bildungsträger im Landkreis um Vorschläge gebeten. Und wie sich nun zeigte, sprühen sie förmlich vor Ideen: „77 haben geantwortet und uns 328 Projekte mitgeteilt“, sagte Christian Weber von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt.

Die Projekte verteilen sich auf insgesamt fünf verschiedene Themensäulen, die Lepperdinger vorstellte. Allein für Säule eins, „Übergänge organisieren und begleiten“, gibt es laut Schulamtsleiter Wilhelm Martin über 100 Projekte. Martin leitet den Arbeitskreis für Säule eins.

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Lepperdinger fügte an, dass IHK und HWK täglich über mangelnden Ausbildungsnachwuchs klagen. „Wir brauchen jeden. Und wir haben auch die Verpflichtung, jedem jungen Menschen eine Zukunft zu bieten“, appellierte Lepperdinger. Nach der Auftaktveranstaltung gestern wird nun ein Konzept erarbeitet, das ins Bewerbungsverfahren geht und im Anschluss steht eine Bewertung und zum Schluss ein Qualitätssiegel. „Entscheidend ist, dass in dem Konzept ein Mehrwert für Kinder und Jugendliche erkennbar ist“, betonte Ministerialdirigent Stefan Graf vom Kultusministerium. Das Säulenkonzept soll dabei eine Hilfe sein.

Laut Lepperdinger ist das Projekt mit dem Siegel aber noch nicht abgeschlossen: „Bildung ist ein Prozess.“

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion sagte Landrat Schrell, ebendiesen Prozess müsste man jetzt im Landkreis verankern. Wichtig ist es Susanne Ahle, Vertreterin des Jugendhilfeausschusses, dass die umgesetzten Ideen mit Leben gefüllt werden. Themen, wie etwa die Inklusion müsste man auch zu den jungen Menschen tragen, ihnen vorleben. „Nur wenn wir alle Beteiligten mitnehmen, dann haben wir eine Chance.“ Deswegen bedauerte sie, dass an der gestrigen Veranstaltung keine Schüler teilgenommen hatten.

Als konkretes Beispiel für die Vernetzung einer Bildungseinrichtung stellte Karin Leo, Schulleiterin der Lauinger Realschule, die verschiedenen Verbindungen ihrer Einrichtung vor, etwa zu Firmen, sozialen Einrichtungen, Dienstleistern, der Agentur für Arbeit. „Das Schlagwort ist ‚Netzwerk‘“, ergänzte dazu Günter Hirschmann, Geschäftsführer des Arbeitskreises „Schule/Wirtschaft“. Er verwies auf Schulpartnerschaften. Im Landkreis Dillingen gibt es davon inzwischen zwölf Stück. „Schwabenweit sind wir damit die Nummer eins“, sagte Hirschmann. Auch die Lauinger Realschule wird nach Karin Leos Worten im Herbst eine Partnerschaft besiegeln, mit dem Unternehmen Gartner.

Bayernweit nehmen laut Ministerialdirigent Graf über 60 Landkreise und kreisfreie Städte an der Initiative Bildungsregion teil, manche haben das Zertifikat schon. „Schwaben ist praktisch vollständig dabei – ganz Schwaben ist eine Bildungsregion“, betonte er.

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