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Bürgerversammlung

08.11.2017

Das Problem mit dem Radweg in Roggden

Die Verbindung zwischen Roggden und Hettlingen ist ein Thema, das die Bürger beider Ortsteile umtreibt. Ein Radweg ist von vielen gewünscht – doch unter den Landwirten herrscht Sorge über die etwaigen Folgen, zum Beispiel hinterlassener Müll. Deshalb ist wohl eine Route entlang der Ortsverbindungsstraße nicht möglich.
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Die Verbindung zwischen Roggden und Hettlingen ist ein Thema, das die Bürger beider Ortsteile umtreibt. Ein Radweg ist von vielen gewünscht – doch unter den Landwirten herrscht Sorge über die etwaigen Folgen, zum Beispiel hinterlassener Müll. Deshalb ist wohl eine Route entlang der Ortsverbindungsstraße nicht möglich.

Im Schützenheim des Wertinger Ortsteils diskutierten die Einwohner gut zwei Stunden mit dem Bürgermeister. Ein Hauptthema war der Verkehr.

Nach zwei Stunden lebhafter Diskussion kommentierte Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier die letzte Frage des Abends mit einem scherzhaften „Heute wollt’s ihr es aber wissen“, was großes Gelächter hervorrief. Der Speisesaal im Roggdener Schützenheim war brechend voll, und das Dorf präsentierte sich so, wie es auch der Statistik entsprach, die der Bürgermeister mitgebracht hatte. Sowohl alte als auch junge Roggdener waren zahlreich erschienen. Der Ort hat einen vergleichsweise niedrigen Altersdurchschnitt; von den 476 Einwohnern sind derzeit nur 79 über 60 Jahre alt. Dagegen gibt es 114 Roggdener, die jünger als 20 Jahre sind. Exemplarisch für den tollen gesellschaftlichen Zusammenhalt hob Lehmeier das Engagement der Roggdener Jugend „Zeit für Helden“ heraus, die viel ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde leisteten, ohne für ihre Dienste jemals öffentliche Anerkennung einzufordern. „Da könnt’s ihr wirklich stolz sein“, sagte der Bürgermeister.

Um die jungen Roggdener drehte sich in der Sitzung ein Themenkomplex. Genauer: um die Sicherheit der Kinder im Ort. Moniert wurde unter anderem, dass die jungen Roggdener keinen Bürgersteig nahe der Bushaltestelle begehen könnten – und dass sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden. Mancher Roggdener sieht daher die Kinder in Gefahr, wie sich in der Diskussion zeigte.

Lehmeier zeigte Verständnis für die Ängste der Bürger um den Nachwuchs. Doch sah er die Chancen für ein Umdenken nur gegeben, wenn die Polizei strikte und regelmäßige Kontrollen durchführe. „Ich sage ihnen: Die Leute fahren erst langsamer, wenn es im Geldbeutel wehtut.“ Er sagte zu, mit der Polizeichefin Martina Guß über das Thema zu sprechen.

Um andere Formen der Fortbewegung ging es in einem weiteren Fragenkomplex: einem etwaigen Radweg zwischen Roggden und Hettlingen. Es schien, als ob die Roggdener dem Projekt eher skeptisch gegenüber stehen. Otto Kanefzky sagte: „Wenn die Hettlinger unbedingt einen Radweg wollen, dann sollen sie auch den Grundbesitz zur Verfügung stellen.“ Wie sich auch auf Nachfrage des Roggdener Stadtrates Otto Horntrich (SPD) ergab, ist ein Fahrradweg entlang der Ortsverbindungsstraße nicht möglich, da die Hettlinger Landwirte den erforderlichen Grund nicht verkaufen wollen. Doch sollte ein Radweg über die „Roggdener“ Felder verlaufen, rechnet Kanefzky mit Müll und anderen unschönen Hinterlassenschaften. Da die Fahrradfahrer seiner Vermutung nach eher aus Hettlingen kommen, stimme das Gleichgewicht der Interessen nicht.

Sein Bruder Roland Kanefzky nannte die Pläne zum Radweg den „Witz des Jahrhunderts“ in Anbetracht des geringen Aufkommens an Radfahrern einerseits und den im Vergleich seiner Ansicht nach größeren Aufgaben des Ortes, beispielsweise die Aufbachbrücke. Zuvor hatte Lehmeier geschätzt, dass der Eigenanteil am Radweg für die Stadt leicht 300000 Euro betragen könne.

Die Aufbachbrücke muss neu gebaut werden, was seit mittlerweile fast zehn Jahren feststeht. Auch ein gut 50 Meter langes Stück der Kirchstraße muss in diesem Zuge ausgebaut werden. Zum mittlerweile zweiten Mal beginnt nun die Ausschreibung für das Projekt, das laut Lehmeier im Frühjahr 2018 starten und im Herbst des selben Jahres abgeschlossen werden soll. Die Kosten belaufen sich nach seinen Schätzungen wohl auf rund 650000 Euro. In früheren Planungsstadien war noch etwa eine halbe Million Euro veranschlagt worden. „Sie sehen, das ist nicht billiger geworden“, kommentierte Lehmeier. Grund sei die „irrwitzige“ Auftragslage am Markt.

Weitere Themen:

Der Wunsch kam auf, dass der Weg zur Kirche einfacher gestaltet werden solle: Hier bestehe eine Möglichkeit, ihn hinten am Schützenheim vorbei zu führen. Somit könnte insbesondere älteren Roggdenern erspart bleiben, 25 Stufen zu steigen.

Ludwig Frötschl bat Lehmeier, mehr „Hundetoiletten“ im Ortsgebiet aufzustellen. Insbesondere in der Nähe des Aufbachtals seien die Wege oft stark mit den Hinterlassenschaften der Hunde verunreinigt. Lehmeier äußerte Bedenken hinsichtlich der Tütchenspender mit Entsorgungseimern: Diese kosteten „erklecklich Geld“ – außerdem sei die Reinigung eine undankbare Aufgabe für die Arbeiter des Betriebshofes.

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