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Zusamaltheim

15.09.2019

Das neue Leben von Pony Pumuckl in Zusamaltheim

Es tobt gerne und es hat rote Haare: Seinem Namensvetter ist das Pony „Pumuckl“ durchaus ähnlich.

Eine spektakuläre Operation rettet dem Tier das Leben. Es wurde mit einer Fehlstellung der Beine geboren – heute tobt das Fohlen ungestüm in Zusamaltheim.

Ungestüm tobt „Pumuckl“ das Pony mit seinen Punkten, roter Mähne und rotem Schweif über die Wiesen. Dabei steht ihm seine rote Mähne wild zu Berge, das rote Schwanzhaar bewegt sich wild im Wind. Vor Freude springt Pumuckl in die Luft. „Er nimmt schon auch mal Reißaus und läuft von Zusamaltheim bis nach Roggden“, sagt die Tierärztin Katja Schlippenbach und schmunzelt. Das war nicht immer so.

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Das Zusamaltheimer Pony Pumuckl kam mit einer Fehlstellung zur Welt

Pumuckl wurde im April mit einer schweren Fehlstellung der Beine geboren. Anfangs tobte der kleine Kerl noch trotz seiner schweren Behinderung lebhaft über die Wiesen. Doch seine Fehlstellung wurde von Tag zu Tag schlimmer. Die Ärzte sind sich einig, nur eine äußerst komplizierte Operation kann den kleinen Racker vor dem Einschläfern retten. Um dies zu ermöglichen, kommt ein Gemeinschaftsprojekt in Gang. Die Tierärztin Dr. Schlippenbach erwirbt das kleine Fohlen und seine Mutter für 500 Euro. Beide Tiere werden entlaust, entwurmt, die Hufe der Mutter werden korrigiert und bekommen eine Tetanusimpfung. Ein Pferdefachtierarzt macht eine Vielzahl von Röntgenbilder von Pumuckls verkrümmten Vorderbein.

Unterstützung aus ganz Deutschland rettet Pumuckl

Die Tierärztin aus Zusamaltheim ist auf der Suche nach möglicher Hilfe und schickt Bilder von dem kleinen Wirbelwind Pumuckl an verschiedene Pferdeorthopäden – und sie bekommt Antwort. Alle Spezialisten raten zu einer operativen Korrektur in Zürich oder in Berlin. Die Operation ist hoch kompliziert. Tierfreunde sichern spontan eine finanzielle Beteiligung an den hohen Kosten zu. Der operierende Professor an der Universität in Berlin arbeitet zu einem reduzierten Preis. Die Tierarzthelferinnen unterstützen bei der Versorgung. Dr. Schlippenbach bringt Pumuckl mit Freunden und Kollegen nach Berlin und fährt noch in derselben Nacht nach Zusamaltheim zurück, um dort den Praxisbetrieb weiterzuführen. Spezialisten an der Universität Berlin fertigen anhand der Bilder aus der Computertomografie 3D-Drucke. Die Spezialisten proben an diesen Modellen die Schnittführung für die bevorstehende Operation.

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Einmal muss Pumuckl noch nach Berlin

Diese gelingt: Inzwischen zeigt sich der ersehnte Therapieerfolg. Pumuckls Bein wird immer gerader und seine Hufe haben fast eine korrekte Form. Allerdings muss Pumuckl in den kommenden Wochen noch einmal eine letzte Operation in Berlin über sich ergehen lassen. Eine Schraube muss aus seiner Wachstumsfuge entfernt werden. Nach ärztlicher Prognose wird Pumuckl ein schmerzfreies Leben führen und weiter seinen ausgeprägten Bewegungsdrang ausleben können.

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