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Wertingen

14.05.2019

„Dauerhaft kein Kaplan“ mehr in Wertingen

Kaplan Pater Robin (links) wird ab September von Wertingen weggehen. Damit wird Stadtpfarrer Rupert Ostermayer (rechts) der einzige katholische Priester innerhalb der Pfarreiengemeinschaft Wertingen sein. Im Rücken hat er allerdings ein Team ehrenamtlicher und pastoraler Mitarbeiter. Sie machten am Mittwoch einen gemeinsamen Ausflug.
Bild: Birgit Hassan

Plus Aufgrund des Priestermangels wird Pater Robin Anfang September die Zusamstadt verlassen. Für Wertingens Stadtpfarrer Rupert Ostermayer kam die Nachricht der Diözese äußerst überraschend.

Er war dem jüngsten Gottesdienstanzeiger der Pfarreiengemeinschaft Wertingen beigelegt, ein Brief von Stadtpfarrer Rupert Ostermayer. In ihm verkündet er den Mitgliedern seiner drei Pfarreien Wertingen, Gottmannshofen und Binswangen, dass „aufgrund gewisser Engpässe beim Priesternachwuchs“ die Kaplanstelle in Wertingen ab 1. September 2019 „dauerhaft nicht mehr besetzt“ werde. Generalvikar Harald Heinrich habe ihn darüber in einem kurzen Telefonanruf informiert.

Wie die Presseabteilung der Diözese auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, sei dies grundsätzlich die Vorgehensweise: Wenn etwas ansteht, werden zunächst die pfarrliche Gremien – Pfarrer, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und pastorale Mitarbeiter – direkt informiert. Die Aufgabe des Pfarrers sei es dann, die Gemeindemitglieder zu informieren. Das hat Rupert Ostermayer mit seinem Brief getan, und darin auch zum Ausdruck gebracht, wie es ihm damit geht.

Wertingens Pfarrer Rupert Ostermayer zeigt sich enttäuscht

„Mit dieser Nachricht war nicht zu rechnen“, schreibt er gleich zu Beginn. Vielmehr sei man in den örtlichen Gremien ja schon seit mehreren Jahren darauf gefasst, dass die „Raumplanung 2015“ umgesetzt werde. Ziel ist es dabei, die beiden Pfarreiengemeinschaften Wertingen und Zusamaltheim zusammenzuführen. Dieser erwartete Schritt komme nun (vorerst) nicht. „Sondern unsere Pfarreiengemeinschaft wird hart beschnitten!“ Ostermayer fordert in dem Brief alle dazu auf, sich zu erinnern, bei wie vielen Gelegenheiten entweder er selbst oder der Kaplan anwesend waren. „Dann können Sie erahnen, in wie vielen Bereichen einschneidende Veränderungen auf uns alle warten.“ Dagegen sei die notwendige Umstellung der Gottesdienstzeiten vom vergangenen Jahr noch eine Kleinigkeit gewesen.

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Allen werde künftig viel abverlangt – den Gemeinden an Flexibilität, den Ehrenamtlichen an zusätzlicher Arbeit und den Hauptamtlichen im Pfarrhaus. Er selbst werde damit leben müssen, „dass alle priesterlichen Dienste allein auf mir ruhen und damit der Druck bestimmt nicht weniger wird“, schreibt der Stadtpfarrer offen über seine Befürchtungen. „Fromme Sprüche helfen mir zurzeit wenig“, sagt er und will daher auch den Menschen in seinem Arbeitsumfeld keine mitgeben: „Die Realität der ’Kirche in moderner Zeit’ holt uns jetzt genauso ein wie die oft unverständlichen, manchmal kurzsichtigen Macht-Entscheidungen des Kirchenapparates.“

"Fromme Sprüche helfen mir zurzeit wenig", sagt Ostermayer

Vom geplanten Ausflug der kirchlichen Gruppen ließ sich Ostermayer allerdings am Dienstag keineswegs abbringen. Mitglieder des Pfarrbüros, des katholischen Kindergartens Binswangen, der Pfarrgemeinderäte sowie Organisten, Meßner und Reinigungskräfte starteten mit einer Stadtführung am Wertinger Schloss. Dort erklärte und zeigte Wolfram Stadler anhand alter Fotografien zunächst, wie sich die Umgebung des Schlosses im Laufe des Jahres gravierend verändert hat. Veränderungen, die die Menschen bei der Stadtführung erst im Vergleich wirklich wahrnahmen. Weiter ging es zum gemeinsamen Mittagessen nach Rain und zu einer Kirchenführung in Neuburg.

Mit dabei war unter anderem Kaplan Pater Robin, der erst seit Herbst in Wertingen weilt und eigentlich zwei Jahre hätte bleiben sollen. „Er wird in einer großen Seelsorgeeinheit gebraucht“, hatte Ostermayer in seinem Brief die bisherigen Informationen von Seiten der Diözese mitgeteilt. Am Rande des Ausflugs teilte er am Dienstag gegenüber unserer Zeitung noch mit, dass er selbst zwar alles andere als begeistert über die neue Situation sei, diesen Schritt allerdings mit begleiten wolle. Wie man mit der neuen Situation umgehen werde, würden die Gespräche vor Ort in nächster Zeit zeigen.

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