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Den Wertingern hilft Lamentieren nicht

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Kommentar Von Hertha Stauch
14.06.2019

Dass Priestermangel zum Problem wird, war zu erwarten. Jetzt heißt es, mit der neuen Situation umzugehen.

Die wehrhaften Türme der Martinskirche in Wertingen haben schon viele Zeiten und Unbilden überdauert. Dass jetzt der Priestermangel der katholischen Kirche einen neuen Sturm entfacht, der auch durch das Zusamtal fegt, war zu erwarten. Die Diskussionen um die derzeit äußerst schwierige Situation der Kirche, in der Priestermangel nur ein Problem ist, müssen an dieser Stelle nicht wiederholt oder vertieft werden. Lamentieren hilft nicht.

Denn wichtig ist für die Gläubigen und die praktizierenden Katholiken in Wertingen derzeit allein, wie sie mit dieser Situation zurecht kommen können, wie sie es schaffen, sich zu organisieren, in einer schweren Zeit zusammenzuhalten und sich nicht in kontroversen Standpunkten zu verlieren. Kirche ist eine noch immer lebendige Gemeinschaft, in der alles passieren kann, was das Leben ausmacht – Freude und Leid, Einigkeit und Streit, Liebe und Hass.

Religion und Kirche sind ein Teil, der unsere Kultur, unseren Jahreslauf und unseren Tagesablauf geprägt hat und immer noch prägt. Das sind Tatsachen, auch wenn niemand gezwungen ist, sich dazu bekennen. Jedem seine persönliche Freiheit – auch wenn diese bedauernswerterweise oft in Beliebigkeit endet. Es ist die dringende Aufgabe der Kirche, sich von innen heraus zu erneuern – auch beim Thema Priestermangel. Die Situation in Wertingen zeigt, dass dieser Prozeß gerade erst begonnen hat.

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