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La Bohème

06.08.2018

Der Goldglanz von großer Oper in Binswangen

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Die hochkarätigen Solisten: (von links) Susanne Katharina Pemmerl, Carmen Sánchez-Piva, Sang-Eun Shim, Oscar Quezada, Burkard Kosche und Tobias Neumann.

„Klassik am Dorfplatz“ wird zum romantischen Sommernachtstraum. Wie ein kleiner Ort mit 140 Akteuren ein respektables Bühnenspektakel meistert

Es muss nicht immer die Arena in Verona sein. Manchmal reicht auch ein idyllischer Dorfplatz, um imposante Szenerie für große Oper zu werden. Was im Tausend-Einwohner-Dorf Binswangen mit der Aufführung „La Bohème“ von Giacomo Puccini auf die Beine gestellt wurde, ist gelinde gesagt eine kleine Sensation. Man nehme einen mediterran anmutenden Sommerabend, Dutzende von ambitionierten Musikern und Sängern, fröhliche Kinder sowie engagierte Chorleute, mixe dies mit eindrucksvollen Solisten der Profibühne und fertig ist ein interessanter musikalischer Cocktail, für den sich im Vorfeld schon Rundfunk und Fernsehen interessierten.

Es ist die vierte große konzertante Aufführung in einer Fassung für Sprecher, Solisten, gemischten Chor und sinfonisches Blasorchester, die in dem kleinen Ort mit dem musikalischen Völkchen gestemmt wurde. Dass „Klassik am Dorfplatz“ auch jetzt wieder so überaus gut gelang, das ist nicht zuletzt dem sympathischen Christoph Günzel zu verdanken, der mit dem Binswanger Blasorchester Türöffner für einen grandiosen Erfolg wurde.

Der musikalische Leiter beim mittlerweile sehr angesehenen örtlichen Klangkörper hat offenkundig eine enorme Affinität zu großen Bühnenwerken. Er verfasste für das Orchester bereits zahlreiche Arrangements. Auch diesmal beeindruckte er mit seiner unverwechselbaren Handschrift ein vielköpfiges Publikum. Schnell war bei der Aufführung von „La Bohème“ klar, dass sich die engagierte Probenarbeit Günzels zusammen mit seinen Musikern und den beteiligten Laiensängern, insgesamt 140 Akteuren, überaus gelohnt hat.

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Auf dem Dorfplatz in Binswangen entfaltete sich ein Bühnenspektakel, welches das Künstlerleben im Paris der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abbildete. Leben, Lieben und Leiden ganz normaler Menschen zieht sich im Meisterwerk Puccinis durch die Operngeschichte von „La Bohème“.

Mit Melodien, die von ihrem Bekanntheitsgrad absoluten Weltrang genießen, berauschten die hochkarätigen Solisten, unter anderem von der Bayerischen Staatsoper, Susanne Katharina Pemmerl (Musetta/Sopran), Tobias Neumann (Schaunard/Bariton), Sang-Eun Shim (Rodolfo/Tenor), Carmen Sánchez-Piva (Mimi/Sopran), Burkard Kosche (Collino/Bass) und Oscar Quezada (Marcello/Bariton) das Publikum in italienischer Sprache. Ihre geschulten Stimmen voller Wohlklang zauberten Goldglanz auf das Kulturereignis im Schatten der altehrwürdigen Synagoge.

Die reizende Carmen Sánchez-Piva ersang sich mit ihrem strahlenden Sopran in der Partie als herzerweichende Mimi schnell die Sympathien des Publikums. Sang-Eun Shim berührte als Rodolfo in der weltberühmten Arie „Wie eiskalt ist dies Händchen“.

Auch die anderen Solisten nahmen die Zuhörer schnell für sich ein. Puccini hat es verstanden, genau für die Stimmen zu schreiben und die Instrumentation seiner Partituren ist sehr differenziert und meisterhaft erfolgt.

Was für leistungsstarke Klangkörper es im Landkreis Dillingen gibt, bewiesen an diesem Abend einmal mehr Sänger des Kammerchores „Calypso“ aus Höchstädt (Leitung Marianne Rieder) und des Gesangvereins Binswangen (Leitung Anton Kapfer) im Rahmen eines Projektchores.

Der Kinderchor Lilac Light aus Landshausen (Leitung Sabine Seidl) entzückte zusätzlich. Anton Kapfer füllte die Rolle des Sprechers bei der „La Bohème“-Aufführung mit Verve und Begeisterung aus. Er bringt mittlerweile Erfahrung in dieser ihm gut liegenden Rolle mit und schrieb die verbindenden Texte selbst. Schon mehrmals hat er bei den Binswanger Musikereignissen den Erzähler gegeben. Doch über allem beeindruckte bei diesem romantischen Sommernachtstraum das mittlerweile klassikerfahrene Große Blasorchester Binswangen mit seinem musikalischen Höhenflug.

Sein Leiter Christoph Günzel hatte einmal mehr seine vielfältigen Begabungen und sein ausgeprägtes Arrangement-Talent bewiesen.

Das Publikum verneigte sich mit stehenden Ovationen minutenlang vor allen Akteuren des Kulturevents. Dem Musikverein Binswangen ist erneut ein respektabler Erfolg gelungen, der die beeindruckende fachliche Qualität seiner Musiker und deren ansteckende Spielfreude dokumentiert. Auch die Profisolisten hatten dem ambitionierten Orchester auf dem Land hohen Respekt gezollt. Von der Lichttechnik war der Dorfplatz für den Opernabend in irisierendes Licht getaucht worden.

Vorsitzender Roland Wagner dankte für den Veranstalter Musikverein am Ende einer Vielzahl von Bürgern, die das musikalische Großereignis in Binswangen als Gemeinschaftsaufgabe gemeistert hatten.

Bei uns im Internet können Sie nochmals die schöne Atmosphäre auf dem Dorfplatz Binswangen auf vielen Bildern unserer Mitarbeiterin Brigitte Bunk nachvollziehen unter der Adresse

www.Wertinger-Zeitung.de/Bilder

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