1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Der Ortsteil Hettlingen darf jetzt wachsen

Wertingen

16.11.2018

Der Ortsteil Hettlingen darf jetzt wachsen

Dieser Feldweg hinter dem Schützenheim in Hettlingen führt zum künftigen Neubaugebiet, in dem Einfamilien- und Doppelhäuser gebaut werden können.
Bild: Bärbel Schoen

Den Häuslebauern pressiert es schon, sieben Neubauplätze entstehen ab nächstem Jahr beim Schützenheim. Auch in Wertingen soll neuer Wohnraum entstehen.

Schon einmal behandelte der Wertinger Bauauschuss das Thema um ein neues Baugebiet in Hettlingen. Drei Jahre später sind jetzt Fakten geschaffen worden: Im Wertinger Ortsteil soll ab nächstem Jahr ein kleines Baugebiet beim Schützenheim mit sieben Bauplätzen entstehen. Am vergangenen Mittwoch stimmten die Räte dem Bebauungsplan einstimmig zu. Im März 2019 soll die Erschließung der ersten drei Grundstücke erfolgen. Die restlichen vier Areale können erst in Angriff genommen werden, wenn die Stadt die Flächen angekauft hat. Den Planungen nach könnten ab August 2019 die ersten Häuslebauer loslegen. Ortssprecher Franz Stepan drängte auf zügige Umsetzung: „Den Häuslebauern pressiert es, sie wollen vom Baukindergeld profitieren.“

Ortsplaner Markus Seitz von der Firma Opla stellte den Entwurf vor. Demnach sind Einfamilien- und Doppelhäuser zulässig, die Grundstücke rund 650 bis 1000 Quadratmeter groß. Das hohe Gefälle von etwa zehn Metern erfordert Erdwälle an den Grundstücksrändern. Ein Änderungsverfahren im Flächennutzungsplan sei nicht nötig.

Die Einwände der Behörden

Allerdings mussten 30 Behörden und Träger öffentlicher Belange im voraus um Stellungnahmen gebeten werden, unter anderem die Stadt Dillingen als betroffener Nachbar – was Alfred Schneid zu einer Bemerkung veranlasste: „Sieht so Bürokratieabbau aus?“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Das Landwirtschaftsamt fordert beispielsweise in seiner Stellungnahme eine Duldung der schon jetzigen Immissionen durch die Landwirtschaft. Die Zufahrten zu landwirtschaftlichen Wegen sollten weiter gewährleistet sein. Außerdem besteht der Wunsch, bei der Ortsrandeingrünung keine hohen Bäume zu pflanzen, weil sie Schatten auf Äcker werfen könnten. Auf Ablehnung stieß die Forderung des Amtes, den am neuen Baugebiet verlaufenden Wirtschaftsweg „staubfrei“ zu teeren. Johann Bröll, stellvertretender Bürgermeister, warnte vor hohen Kosten, an denen sich die Anlieger beteiligen müssten. Stadtbaumeister Anton Fink sprach von 20000 Euro, die anfallen könnten. Außerdem müsse der Feldweg frei bleiben für die Erschließung des zweiten Teils des Baugebiets. „Es macht keinen Sinn, erst hochwertig zu erschließen, dann wieder aufzureißen“, so Bröll.

Biergartenbetrieb muss in Kauf genommen werden

Das Dillinger Landratsamt weist zudem auf den laufenden Biergartenbetrieb beim Schützenheim hin. Vor allem im Sommer kann dieser zu Lärmbelästigungen bis 22 Uhr führen. „Wer hierher hinzieht, muss das in Kauf nehmen“, so die Räte. Dem Wunsch eines Bauwilligen nach moderner Bauweise wollte der Ausschuss nicht entsprechen: Er lehnte – wie schon zuvor in den Neubaugebieten Hohenreichen und Rieblingen – Flachdächer grundsätzlich ab. Sie seien für die Dörfer untypisch und würden zunehmend den schwäbischen Charakter verdrängen.

Neuer Wohnraum soll auch in Wertingen geschaffen werden. Der Bauausschuss behandelte den Antrag eines größeren Neubaus in der Gottmannshofer Straße 20. Das Gebäude mit sechs Wohneinheiten und zwölf Stellplätzen soll neben einer Waschstraße beim Autohaus Langer errichtet werden. Baurechtlich spräche nichts dagegen, sagte Anton Fink. Im Sinne einer Nachverdichtung sei das Vorhaben sogar zu begrüßen. Allerdings müsse der Bauherr durch einen Gutachter prüfen lassen, ob eine Wohnnutzung an dieser Stelle überhaupt funktioniert. Denn von der Waschstraße gehen Immissionen aus. Geplant sind zwei Vollgeschosse mit einer Wandhöhe von 6,8 Metern. Die Firsthöhe darf elf Meter nicht überschreiten. Eine Wendeplatte am Ende der Zufahrtsstraße soll für ungehinderten Verkehr von Lieferanten sorgen. Bröll: „Das muss alles vernünftig geprüft werden, sonst kommen später die Anwohner auf den Stadtrat zurück, wenn es Ärger wegen der Zufahrt und wegen Lärms gibt.“ Da es sich um ein Mischgebiet handelt, sei das Wohngebäude grundsätzlich möglich. Die Räte stimmten einhellig der Bauvoranfrage zu. Die Waschanlage könnte aber das „Zünglein an der Waage sein“ und letztendlich den Bau verhindern. Oder es heißt am Schluss: Entweder Haus oder Waschanlage.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren