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Gemeinderat Villenbach

27.09.2018

Der Villenbacher Postweg und sein Mobilfunkmast

Der Mobilfunkmast am Villenbacher Postweg führt immer wieder zu Diskussionen.
Bild: Brigitte Bunk

Trotz der politischen Entscheidung gegen den Standort kann dort noch eine Antenne angebracht werden. Wie es jetzt weitergeht.

Für den Villenbacher Gemeinderat ist das Thema Mobilfunkmast am Postweg noch nicht abgeschlossen. Die Ortsvertreter hatten zwar im Februar beschlossen, dass die Digitalfunkantenne auf der Wengener Halde ihren Standort findet. Die Telekom sieht aber keine Veranlassung, die geplante Mobilfunkantenne nicht am bestehenden Mast am Postweg anzubringen, welcher dem Unternehmen gehört.

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Der 30 Meter hohe Mast an der Wengener Halde gehört der Firma O2, an welche die Telekom Miete zahlen müsste. Damit hätten zwar Riedsend und Wengen die bessere Versorgung, für die Handynutzer in Villenbach und Rischgau ändere sich aber nichts.

Kommt die Mobilfunkantenne in Villenbach?

Georg Wiedenmann, der bei der Ratssitzung am Montag Zuhörer war, äußerte die Erwartung: „Riedsend kriegt trotzdem noch einen Mast.“ Er ist einer der Anwohner am Postweg, die sich Gedanken machen, wie sie einen Ausbau des Mobilfunkmasts in ihrer Straße verhindern können.

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Dazu haben sie laut Bürgermeister Werner Filbrich einen Anwalt eingeschaltet, zu einem Termin Mitte August wurde er selbst ebenso eingeladen.

Dabei erfuhr er: „Die Gemeinde kann eine Mobilfunkanlage nur verhindern, wenn sie einen Bebauungsplan aufstellt, der besagt, dass im Postweg keine Mobilfunkanlage rechtlich zulässig ist.“ Bisher gibt es keinen solchen Plan für dieses Gebiet. Die Kosten dafür lägen inklusive Rechtsberatung bei rund 10000 Euro, wie die Nachfrage beim Planungsbüro OPLA ergab.

Nachdem der bisherige Mast samt der bereits sendenden Vodafone-Antenne Bestandschutz genießt, könnten nur künftige Anlagen verhindert werden. Dass diese Verhinderungsstrategie rechtlich haltbar sei, bezweifelte Ratsmitglied Stefan Geis. Noch dazu, weil die „Altlast“ bereits bestehe. Deshalb riet er von dem Vorhaben ab, dass Bürgermeister Filbrich sich mit dem Anwalt der Bewohner treffe, um die weitere Vorgehensweise abzuklären. Er meinte: „Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als zu verhandeln.“

Letztendlich war sich das Gremium einig: Bürgermeister Filbrich lädt den zuständigen Mitarbeiter der Firma Telekom zur nächsten Ratssitzung ein und klärt bis dahin ab, wie die Genehmigung des Masts am Postweg vor geschätzt 25 Jahren abgelaufen ist.

Zahlreiche weitere wichtige Themen im Villenbacher Gemeinderat

Weitere Themen, die im Gemeinderat Villenbach behandelt wurden:

Lagerhaus Schon mehrere Jahre ist das Jugendzentrum im Villenbacher Lagerhaus untergebracht. Dafür werden nun auch die baurechtliche Voraussetzung geschaffen, die Nutzungsänderung besprach der Rat im Rahmen der Bauanträge. Aufgrund des fehlenden Fluchtwegs wird der Dachboden geschlossen. Den Ausgang aus dem Keller wird eine Tür oder ein größeres Fenster in Notsituationen ermöglichen.

Busverbindung Bürgermeister Filbrich stellte die derzeitigen dürftigen Möglichkeiten vor, mit dem Bus von Villenbach nach Augsburg und wieder zurückzukommen. Bei den wenigen Personen, die den Bus überhaupt nutzen, halten die Räte es auch nicht für sinnvoll, 10000 Euro und mehr auszugeben, um nur eine feste Verbindungen zusätzlich zu finanzieren. Kann ein Rufbus ermöglicht werden? Wie kann die Verbindung nach Welden verbessert werden, von wo aus stündlich eine Verbindung nach Augsburg besteht? Die Suche nach einer Verbesserung der Situation geht weiter.

Dorferneuerung Das Gremium stimmt dafür, Förderungen im Rahmen des Programms „Innen statt außen“ und „Flächenentsiegelung“ zu beantragen. Walter Maier und Ludger Klinge vom Amt für Ländliche Entwicklung haben das angeregt. So könnte beispielsweise ein Zuschuss zum Abriss des Gasthauses Heichele in Hausen beantragt werden. Denn hier soll der innere Ortsbereich umgestaltet und damit attraktiver werden. Ratsmitglied Geis warnte davor, dass es kontraproduktiv sei, sich zu verpflichten, nur innerorts zu bauen, wo die Gemeinde doch darauf setzt, neues Baugebiet außerorts zu schaffen. Filbrich betonte: „Wenn die Eigentümer innerorts keine Grundstücke freigeben, können wir nur außerorts planen, das ist trotzdem möglich.“ Das war auch sein erster Gedanke.

Kirchensanierung Zwischen dem Kirchturm und dem Dachraum über dem Kirchenschiff wird eine Dachgaube gebaut. Die ermöglicht künftig den Zugang zum Dach, der bisher nur möglich war, wenn die Orgel beiseite gerückt wird. Der Rat stimmte dem Bauantrag zu. Die Kosten des gemeindlichen Zuschusses betrifft das nicht, denn der bezieht sich auf den bei der Genehmigung eingereichten Kostenvoranschlag.

Bienenhaus Ein Imker in Hausen darf das gewünschte Bienenhaus bauen. Aufgrund der Größe wäre es eigentlich gar nicht genehmigungspflichtig. Doch der Standort befindet sich auf einem Streifen, der ursprünglich für die Ortsrandeingrünung gedacht war. Filbrich erklärt: „Nachdem das Baugebiet erweitert wurde, wird die hier nie kommen.“

Biogasanlage Der Erweiterung der Lagermöglichkeit für Gülle im Bereich einer Biogasanlage in der Villenbacher Gemarkung Unterried stimmte der Rat zu. Die ist laut dem Landwirt nötig, weil die zeitlichen Ausbringungsmöglichkeiten aufgrund der neuen gesetzlichen Regelung weiter eingeschränkt wurden.

Bürgerversammlung Am heutigen Donnerstag, 27. September, um 19.30 Uhr findet die Bürgerversammlung für die gesamte Gemeinde im Gasthaus Tölk statt. Hierzu sind alle Bürger aus Villenbach und den Ortsteilen eingeladen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Digitalfunkantenne: Teilsieg für die Anwohner des Postwegs

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