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Zusamtal

11.01.2019

Der Winter schlägt im Zusamtal Kapriolen

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Ein Autofahrer ist am Donnerstag bei Rieblingen von der Staatsstraße abgekommen. Der Wagen überschlug sich und landete im Straßengraben. Wenig später prallten in der Nähe (Hintergrund) ein Auto und ein Lkw zusammen. Der Beifahrer im Pkw erlitt dabei Verletzungen. Bisher lief der Wintereinbruch im Zusamtal ohne schwere Unfälle ab.
Bild: Berthold Veh

Die Räumdienste kämpfen in diesen Tagen gegen die Glätte auf den Straßen im Landkreis Dillingen. Für Autofahrer ist der Weg zur Arbeit eine Geduldsprobe. Die Unfallbilanz im Zusamtal überrascht

Der Fahrer des blauen Autos weicht gerade noch rechtzeitig auf den Gehweg aus. Nur ganz knapp verfehlt er den weißen Passat vor sich. Zwei Fußgänger winken wild und versuchen, ein paar Autofahrer von der Staatsstraße weg durch das Wohngebiet zu locken. Es ist eine Szene in diesen Wintertagen auf der hügeligen Strecke zwischen Holzheim, Ellerbach und Fultenbach. Wer am Mittwoch und Donnerstag mit dem Auto oder dem Bus zur Arbeit musste, brauchte auch im Landkreis Dillingen nicht nur viel Geduld, sondern auch volle Konzentration: Die Straßen waren stellenweise so eisig, dass ein Vorankommen kaum bis gar nicht möglich war. Holzheims Bürgermeister Erhard Friegel kennt das Problem, speziell auf diesen Strecken im Aschberg. Er sagt: „Viele haben mich morgens angerufen. Ich habe es mitbekommen.“ Neben der Staatsstraße 2023 bei Fultenbach ist auch die Staatsstraße 2028 bei Eppisburg in Friegels Kommune betroffen.

Der starke Schneefall und die Minustemperaturen haben am Mittwoch- und Donnerstagmorgen nicht nur im Aschberg für Chaos gesorgt. Viele Strecken, sowohl überregional als auch im Kreis Dillingen, waren rutschig und eisig. Der Winter hat uns fest im Griff. Im Bereich der Dillinger Polizeiinspektion hat es allein am Mittwochmorgen sechs Unfälle gegeben, einen davon in Eppisburg. Eine 18-jährige Autofahrerin war um 7.25 Uhr in Eppisburg auf der Ritter-von-Eppo-Straße in Richtung Binswangen unterwegs. Aufgrund spiegelglatter Fahrbahn und Gefälle rutschte ihr Auto dabei in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und prallte dort mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. Beide Unfallbeteiligte blieben unverletzt, allerdings waren ihre Fahrzeuge nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Es entstand ein Sachschaden von circa 18000 Euro.

Polizeichefin: "Man sollte langsam tun"

Im Zusamtal allein fällt die Unfallbilanz glimpflich aus. Die Leiterin der Polizeistation Wertingen, Martina Guß, sagt: „Hier ist bei dem Wintereinbruch bisher fast gar nichts passiert.“ Die Autofahrer seien offensichtlich vorsichtig gefahren. „Man sollte langsam tun und sich den winterlichen Straßenverhältnissen anpassen“, rät die Wertinger Polizeichefin. Sie ist selbst täglich von Augsburg in die Zusamstadt unterwegs. Am Mittwoch sei auf der B2 gar nichts mehr gegangen. Am Donnerstag nahm Guß den Weg über den Holzwinkel und Emersacker. „Natürlich sind, wenn es im Winter schneit, die Straßen am Morgen schneebedeckt“, sagt Guß. Da müsse man dann eben langsam fahren.

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Am Donnerstagvormittag krachte es auf der Staatsstraße bei Rieblingen. Zunächst kam gegen 9 Uhr ein Autofahrer von der schneebedeckten Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich und landete im Straßengraben, der Fahrer blieb unverletzt. In der Nähe prallten kurz darauf ein Lastwagen und ein Auto zusammen. Der Autofahrer hatte, wie Guß informiert, gesehen, dass sich der Wagen überschlagen hatte. Er verringerte seine Geschwindigkeit. Ein nachfolgender Lkw-Fahrer bremste ebenfalls, fuhr jedoch auf das vordere Auto auf. Die Beifahrerin im Pkw erlitt dabei leichte Verletzungen, sie wurde vorsorglich ins Zentralklinikum nach Augsburg gebracht.

Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, zu prüfen, ob ihre Fahrzeuge die erforderliche Bereifung besitzen. Autos mit Sommerbereifung dürfen bei winterlichen Verhältnissen nicht gefahren werden. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass die Sicht durch die Scheiben und die Beleuchtung nicht beeinträchtigt ist.

Täglich landen bis zu 100 Tonnen Salz auf den Straßen

Manfred Wiedemann, Leiter des Kreisbauhofes in Dillingen, ist in diesen Tagen im Dauereinsatz. „Derzeit ist es kritisch, weil über einen kurzen Zeitraum viel Schnee während des Berufsverkehrs herunterkam“, sagt er. Die acht Fahrzeuge des Kreisbauhofs bringen aktuell, zusammen mit den sieben Fahrzeugen der Straßenmeisterei Dillingen des Freistaats 90 bis 100 Tonnen Salz am Tag auf die Straße. Die Frühschicht ist ab 3.30 Uhr im Einsatz. Selbst wenn ein Fahrzeug während seiner Route die Nachricht erhält, dass es woanders heftig schneie, könne es nicht einfach so kehrtmachen, sagt Wiedemann. Das würde die gesamte Einsatzplanung durcheinander bringen. Zur Planung überprüft Wiedemann mehrere Wetterdienste, bespricht die Lage mit Kollegen und entscheidet anschließend, welches Fahrzeug wo zum Einsatz kommt und ob es einen Schneepflug braucht. Am Mittwoch war Volleinsatz, sagt Wiedemann. „Unsere Spätschicht wird bis 22 Uhr beschäftigt sein.“ Während einer Extremwetter-Situation seien die Schichten „ausdehnbar“, die herrsche aber noch nicht vor. (mit sb, jovos, how und pol)

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