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13.06.2009

Der Zillen-Ritter ist ein Meister seines Fachs

Lauingen/Gundelfingen Wasser, so sagt Georg Bayer, war schon immer sein Element. Für sein Hobby ist das keine schlechte Voraussetzung. Denn im Zweifel landet Georg Bayer am Ende genau darin - im Wasser. Und zwar immer dann, wenn doch ein Gegner stärker, standfester war als er selbst. Der Gundelfinger ist einer der Lauinger Fischerstecher. Beim internationalen Turnier am kommenden Samstag ist er dabei.

Angefangen hat alles vor mehr als 20 Jahren. Georg Bayer saß mit seinem Bruder und Arbeitskollegen zusammen. Die waren bereits Fischerstecher und suchten lediglich einen Trainingspartner. Bayer willigte ein. Die ersten Versuche, auf der neun Meter langen, schmalen Zille, wie das Boot der Fischerstecher genannt wird, stehen zu bleiben, scheiterten. Bei der Erinnerung an die ersten Versuche lächelt der Familienvater. Beim ersten Mal fliegt man immer ins Wasser, meint er. Unzählige Male schlägt kühles Nass noch über seinem Kopf zusammen, bis endlich er am Ende seinen Gegner mit der langen Alulanze von der Zille stößt. Es gebe Naturtalente, sagt Bayer. Bei ihm hat es zwei Jahre gedauert, bis sich der erste Erfolg eingestellt hat. Bis er auf dem kleinen Podest der Zille stehen blieb.

Vielleicht 30 auf 30 Zentimeter ist die Fläche groß, auf der die Fischerstecher Halt suchen. In einer Hand halten sie ihre lange Lanze. An deren Spitze ist ein Gummipfropfen angebracht. Die Lanze muss auf die Brust des Gegners treffen. Schlagen oder springen ist strengstens verboten - wer es doch tut, wird disqualifiziert. Mit Kraft gilt es dann, den anderen vom Boot ins Wasser zu drücken. Kneifen gilt übrigens nicht: Wegdrehen oder ducken ist verboten.

Georg Bayer ist ein Meister seines Faches. Er trainiert den Nachwuchs der Fischerstecher. "Wer neu zu uns kommt, der darf an meiner Brust trainieren." Etwa 16 Fischerstecher gibt es bei der Lauinger Wasserwacht. Und wenn es zu Turnieren geht - etwa nach Donauwörth oder Neuburg - sind auch die Frauen und Kinder dabei. Maria und Magdalena heißen die Töchter von Georg Bayer. Seit sie auf der Welt sind, sei er nicht mehr so oft ins Wasser gedrückt worden, sagt der Papa. Neben dem Fischerstechen schwimmt der Heizungs- und Lüftungsbauer auch noch bei der Wasserwacht. Und er bildet Taucher aus. Das Wasser ist eben einfach sein Element.

Nachwuchs: Wer Interesse hat, kann sich bei Georg Bayer melden, Telefon 09073/997949.

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