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Wertingen

18.07.2019

Der alte Netto geht, ein neuer kommt

Im Wertinger Stadtteil Gottmannshofen sollen gleich drei Gebäude abgerissen werden. Statt eines Restpostenmarktes und eines Friseurs soll ein neuer, größerer Netto-Supermarkt gebaut werden. Die Stadt freut sich vor allem über die knapp 100 zusätzlichen Parkplätze auf dem Gelände.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Im Wertinger Stadtteil Gottmannshofen sollen drei Gebäude, darunter der bisherige Supermarkt, abgerissen werden. Wie der neue Discounter auf dem Gelände aussehen soll und welche Besonderheit er mit sich bringt.

Inzwischen geht alles online, auch das Einkaufen von Lebensmitteln bieten inzwischen immer mehr Supermarktketten ihren Kunden als zusätzlichen Service an. Trotz des zunehmenden Onlineshopping-Wahns setzen viele Menschen dennoch weiterhin auf den klassischen Gang in den nächsten Supermarkt. Im Wertinger Stadtteil Gottmannshofen soll deshalb ein neuer Netto-Markt gebaut werden. Insgesamt drei Gebäude – der bisherige Netto-Supermarkt, ein Restpostenverkauf und ein ehemaliges Sonnenstudio – sollen in der Gottmannshofer Straße abgerissen und durch einen neuen, größeren Markt am selben Standort ersetzt werden.

52 Meter lang und 30 Meter breit

Im Bauausschuss des Wertinger Stadtrates war die Zustimmung zu dem Bauvorhaben des Discounters in der letzten Sitzung vor der Sommerpause groß. Stadtbaumeister Anton Fink erklärte: „Auf knapp 30 Metern Breite und 52 Metern Länge soll der neue Markt entstehen.“ Dass die alten Gebäude endlich verschwinden würden, darüber müsse man in Wertingen froh sein, betonte Stadtrat Franz Bürger (CSU). Die zusätzlichen 100 Parkplätze, die geschaffen werden sollen, kamen im Ausschuss ebenfalls gut an. Der Stellplatzordnung zufolge hätte der Discounter nämlich nur Platz für knapp 30 Autos ermöglichen müssen. Bürger sagte: „Wir sollten beim Investor vielleicht die Bedingung stellen, dass die Parkplätze auch für Großveranstaltungen oder abends genutzt werden dürfen und nicht durch eine Schranke abgesperrt werden.“

Der neue Markt wird nicht höher als die bisherigen Gebäude

Neben der außergewöhnlichen Parkplatzsituation ist der geplante Netto-Markt allerdings klassisch aufgebaut: Es wird eine Back-Station mit Backraum geben, den normalen Warenbereich, einen Leergutraum, eine Ladezone, ein Lager mit Kühlbereich und eine gesonderte Abteilung für den anfallenden Müll. Statt der bisherigen drei Gebäude werde es nur noch eines geben, informierte Stadtbaumeister Fink. „Es wird ein eingeschossiges Gebäude werden, das durch ein Flachdach geschlossen wird“, ergänzte er. Dadurch werde der neue Netto-Markt nicht höher als die bisherigen Gebäude.

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Obwohl die Stadt mit dem Vorhaben der Netto AG zufrieden sei, wolle man dem Investor unbedingt mit auf den Weg geben, über eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach nachzudenken, erläuterte Bürgermeister Willy Lehmeier. „Wir möchten erreichen, dass die Stadt klimafreundlicher wird, und den CO2-Ausstoß mindern – das ist ein erster Schritt.“ Auch wenn es aus baurechtlicher Sicht nicht möglich sei, eine Fotovoltaikanlage einzufordern, sollte man es dem Unternehmen dennoch anraten, betonte der Rathauschef. Wenn sich das Unternehmen nicht dazu bereit erklären würde, sollte es zumindest über eine Begrünung auf dem Dach nachdenken. Allein für die Rückhaltung des Oberflächenwassers wäre das eine sinnvolle Maßnahme, fanden die Stadträte.

Noch dringender werde neuer Wohnraum benötigt

Eine solche Anlage sei zwar umweltfreundlich und ein richtiger Schritt, doch die Stadt würde viel dringender neuen Wohnraum benötigen, fand Stadträtin Cilli Wiedemann (CSW). Sie schlug vor: „Ich würde mir wünschen, dass der Supermarkt um ein weiteres Geschoss ergänzt wird, um neue Mietwohnungen in Wertingen zu schaffen.“ Ob das aufgegriffen werden könne und umsetzbar sei, wisse sie nicht, sagte die Stadträtin. Wohnfläche für junge Menschen, die gerne aus dem Elternhaus ausziehen möchten, aber in der Region bleiben wollten, sei rar, fand auch Zweiter Bürgermeister Johann Bröll (CSW). Er sagte: „Auch bei älteren Mitbürgern, die sich räumlich verkleinern wollen, besteht großer Bedarf an geeignetem Wohnraum.“ Man habe den Discounter bereits auf ein solches Vorhaben angesprochen, ergänzte Bürgermeister Lehmeier. „Da Netto aber eine feste Bauweise für seine Märkte hat und es in Deutschland bisher keine Supermärkte dieser Marke mit darüberliegenden Wohnungen gibt, hat das Unternehmen den Vorschlag abgelehnt“, informierte er. Das sei hauptsächlich der Wirtschaftlichkeit geschuldet, vermutete der Bürgermeister. Bei den Standard-Gebäuden wisse das Unternehmen, welche finanziellen Kosten anfallen würden.

Die Stadt Wertingen formuliert einen Wunsch

Einstimmig und zuversichtlich über die Umsetzung der Vorschläge bewilligte der Bauausschuss das Bauvorhaben des Unternehmens. „Wir geben unser Einverständnis mit auf die Reise und hoffen, dass wir unsere Forderungen bezüglich der Fotovoltaikanlage bewilligt bekommen“, sagte Lehmeier abschließend.

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