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Wertingen

09.05.2015

Der lange Weg von Ecuador bis in die Region

Ein Meer aus Blumen: Corinna und Florian Kratzer haben für den Muttertag vorgesorgt. Die beiden Floristik- und Gärtnermeister öffnen sogar am Sonntag ihre Gärtnerei in Buttenwiesen.
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Ein Meer aus Blumen: Corinna und Florian Kratzer haben für den Muttertag vorgesorgt. Die beiden Floristik- und Gärtnermeister öffnen sogar am Sonntag ihre Gärtnerei in Buttenwiesen.
Bild: Bärbel Schoen

Zehntausende Schnittblumen warten auf den Muttertag. Nicht immer geht es dabei fair zu.

Zehntausende Blumen in allen nur erdenklichen Farben und Farbschattierungen liegen in Fächern dicht gepresst und bieten einen berauschenden Anblick: Wow! Haben Sie schon einmal einen Blick in einen holländischen Blumenlaster geworfen? Nicht nur auf dem Wertinger Marktplatz parkt regelmäßig ein solcher. Auch in Buttenwiesen machte in den letzten Tagen ein blauer Lkw mit holländischem Kennzeichen Halt. Dieses Mal benötigten die Fahrer länger als sonst mit der Entladung der blumigen Ware. Muttertag! Für die Gärtnereien und Floristen gehört er zu den arbeitsreichsten Tagen im Jahr, neben Valentin, Allerheiligen und Weihnachten.

„Muttertag ist bei uns ein absoluter Haupttag“, bestätigt Corinna Kratzer von „Passiflora“ in Buttenwiesen. Die Floristikmeisterin, die erst kürzlich zusammen mit ihrem Mann Florian ein Geschäft mit integriertem Caféhaus am Ortseingang von Buttenwiesen eröffnet hat, ist gerüstet: Tausende Rosen, Lilien, Gerbera, Statice, Hortensienblüten und Fresien warten auf Abnehmer. „Fröhlich bunt müssen die Muttertagssträuße von heute sein“, berichtet Corinna Kratzer von einem neuen Trend in der Floristik. Der klassische rote Rosenstrauß werde immer mehr verdrängt. Kratzer: „Hauptsache romantisch und verspielt!“ Die Liebe zur Mutter soll durch die Blume ausgedrückt werden. Deshalb dürfte der Strauß weder flippig noch abstrakt gestaltet sein. Bei der Auswahl der Blumen wollen gleichzeitig immer mehr Kunden Informationen über Herkunft und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Denn wie bei Kleidung und Lebensmitteln herrschen oftmals auch auf Blumenfeldern menschenunwürdige Zustände. Menschenrechtsorganisationen weisen auf fehlende Schutzausrüstungen hin und fordern das Verbot der gefährlichsten Spritzmittel. „Mir ist auch wohler, wenn ich weiß, dass Standards eingehalten werden“, sagt Corinna Kratzer und weist auf ihre Blumensortimente hin, die aus fairem Handel stammen. Aus Namibia und Ecuador beispielsweise kommen besonders schöne Rosen aus Freilandhaltung.

Für die Floristikmeisterin Simone Neumeier von der „Blumenbinderei“ ist der faire Blumenhandel ebenfalls Ehrensache: „Seit Wertingen das Siegel „Faire Stadt“ trägt, bin ich dabei.“ Außerdem sind die Blumen gekennzeichnet. „Wir achten sehr darauf, und für meinen holländischen Händler lege ich die Hand ins Feuer.“ Gleich 20 verschiedene Rosen, von der englischen Freilandrose bis zur großköpfigen Rose aus Ecuador, hat sie zu Muttertag geordert. Schade nur, dass viele Kunden nicht nach dem Siegel fragen. „Für den Muttertagsstrauß zählt in erster Linie das Aussehen.“

„Immer regional denken“: Darauf pocht „Garten Reiter“ in Wertingen. Als Baumschule führt sie zwar keine frischen Schnittblumen. Trotzdem finden sich auch hier duftende Muttertagsgeschenke: „Bei uns stehen Rosenstämmchen hoch im Kurs“, berichtet Gärtnermeisterin Gabriele Bschorr. Diese seien aus eigener Produktion, winterhart und blühten schon. Die meisten der Kunden wollen riechen, was sie verschenken. Mit der pinkfarbigen „Lenoardo da Vinci“, verziert mit Herzchen oder Glaskugel, komme man bei der Mutter sicher gut an.

Corinna Kratzer verrät an dieser Stelle, was sie ihrer eigenen Mutter zum Muttertag schenken wird: „Sie bekommt, wie jedes Jahr, gefüllte Blumenkästen für den Balkon.“

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