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19.07.2018

Der vorletzte Akt vor der Auflösung

Diözesanvorsitzende Ulrike Stowasser (links) und Binswangens Vorsitzende Silvia Lutz. Das Foto entstand im Mai 2017 beim 20. Jubiläum des Frauenbunds Binswangen.
Bild: Brigitte Bunk

Der Binswanger Frauenbund steht vor dem Ende. Wie die Debatte über ein Sabbatjahr ausging.

 Zusätzliche Stühle werden noch aufgestellt im Binswanger Pfarrheim, als am Mittwochabend die außerordentliche Mitgliederversammlung des Frauenbunds beginnt. Der Appell in der Einladung war deutlich: Nur wenn drei Viertel der Mitglieder da sind, kann die endgültige Entscheidung über die Auflösung getroffen werden. Deshalb sind so viele Frauen wie selten zuvor zu der Mitgliederversammlung gekommen. Auch viele, die sich zwar nicht (mehr) aktiv im Verein einbringen können, denen es aber dennoch wichtig ist, zu zeigen, dass sie sich dem Binswanger Frauenbund verbunden fühlen. Oder sie sind gekommen, damit zumindest die Handlungsfähigkeit an diesem Abend gegeben ist.

Trotzdem: 40 von 68 Mitgliedern reichen nicht, um die Auflösung zu beschließen, die am Ende trotz sämtlicher Abwendungsversuche der bisherigen Vorsitzenden Silvia Lutz und der Diözesanvorsitzenden Ulrike Stowasser favorisiert wird. In der offenen Aussprache berichtet Silvia Lutz von den Rückmeldungen der Umfrage, ob die Mitglieder ein Sabbatjahr mittragen würden. Fünf haben zugestimmt. Die Frage: Würden noch andere dabei bleiben? Sprich, würden sie den Beitrag für das Jahr zahlen, dann wäre in einem Jahr die nächste Mitgliederversammlung, in der Fazit gezogen wird. In dieser Zeit gäbe es keine Veranstaltung des Zweigvereins. Allerdings könnte sich dann im Umfeld des ein oder anderen Mitglieds doch manches ändern. Möglicherweise fänden sich dann Frauen, die sich vorstellen können, in einem neuen Vorstandsteam mitzuwirken, hofft die bisherige Vorsitzende. Auch, weil diejenigen merken, dass ihnen ohne die Aktivitäten des Frauenbunds doch etwas fehlt. Ulrike Stowasser erklärt: „In diesem Jahr könnten Sie auch Beratungen des Diözesanverbands in Anspruch nehmen.“

Die Rückmeldungen aus der Versammlung sind unterschiedlich. Eine der jüngeren Frauen, die erst ein Jahr dabei ist, in dem aufgrund der offenen Vorstandsfrage weniger Veranstaltungen waren, sagt: „Mir steht es doch gar nicht zu, über eine Auflösung zu entscheiden.“ Klar wurde im Gespräch auch, dass diejenigen, die rückgemeldet haben, das Sabbatjahr mitzutragen, keine Chance sehen, danach selbst im Vorstand mitzuwirken. Wieder eine der jüngeren Frauen wünscht sich: „Das sollte doch jemand sein, der schon länger dabei ist.“ Dass der Großteil nichts ausgefüllt habe, zeige außerdem, dass kein Interesse bestehe. Da der Frauenbund vor 21 Jahren mit 20 Mitgliedern begonnen habe, sieht Silvia Lutz kein Problem darin, das Sabbatjahr durchzuziehen, auch wenn tatsächlich nur wenige Mitglieder bleiben würden.

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Wenn das Sabbatjahr als Überbrückung eingerichtet werde, sollten die Mitglieder doch dabei bleiben, sagt Bürgermeister Anton Winkler. Er sieht eine Chance für den Verein. Dennoch gehen die meisten Arme in die Höhe, als Pfarrer Rupert Ostermayer die Frage stellt, wer denn für die Auflösung sei.

Am Ende entscheidet die Frage von Ulrike Stowasser an alle außer den bisherigen Vorstandsmitgliedern: „Wer würde sich für das Sabbatjahr als Ansprechpartnerin für den Diözesanverband in Augsburg zur Verfügung stellen?“ Weil sich niemand meldete, kommt es jetzt zur Auflösungsversammlung.

Sie findet am Mittwoch, 29. August, um 19 Uhr im Pfarrheim Binswangen statt. Nun können drei Viertel der Anwesenden endgültig über die Auflösung entscheiden. Beim Schlusswort sagt Pfarrer Ostermayer: „Bitte kommen Sie noch und gehen Sie auch diesen Weg zusammen, damit ein anständiger Schlusspunkt gesetzt wird.“

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